lEin goldgelbes Pflanzenprodukt erobert seit Jahrzehnten die Regale der Kosmetikindustrie – und trägt dabei einen Namen, der in die Irre führt. Denn Jojobaöl ist gar kein Öl im eigentlichen Sinne. Was steckt wirklich hinter diesem beliebten Inhaltsstoff, den bereits die indigenen Völker Nordamerikas für Haut- und Haarpflege nutzten? Und was sagt die Wissenschaft zu den zahlreichen Werbeversprechen? Dieser Artikel beleuchtet die chemische Zusammensetzung, die nachgewiesenen Wirkungen und die Grenzen dieses besonderen Pflanzenwachses – sachlich, kritisch und verständlich.
Was ist Jojobaöl eigentlich?
Die Bezeichnung „Jojobaöl" hat sich im Sprachgebrauch eingebürgert, ist chemisch betrachtet jedoch nicht korrekt. Bei dem Produkt handelt es sich um ein flüssiges Wachs, das aus den Samen des Jojobastrauchs (Simmondsia chinensis) gewonnen wird [1]. Der Unterschied zu echten Pflanzenölen wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl liegt in der molekularen Struktur: Während pflanzliche Öle überwiegend aus Triglyceriden bestehen (Verbindungen aus Glycerin und Fettsäuren), setzt sich Jojobawachs zu etwa 97 Prozent aus langkettigen Wachsestern zusammen [2]. Diese Ester entstehen durch die Verbindung von langkettigen Fettsäuren mit langkettigen Fettalkoholen. Der Schmelzpunkt liegt bei etwa 10 Grad Celsius. Unter dieser Temperatur wird das sonst flüssige Wachs fest [3].
Diese besondere chemische Struktur verleiht dem Jojobawachs einige Eigenschaften, die es von anderen Pflanzenölen unterscheiden. Es oxidiert deutlich langsamer und wird daher kaum ranzig. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass unbehandeltes Jojobawachs bei sachgerechter Lagerung bis zu zehn Jahre haltbar sein kann [4]. Der Grund dafür sind natürliche Antioxidantien im Wachs, vor allem verschiedene Tocopherole (Vitamin E). Wird das Wachs jedoch raffiniert oder gebleicht, sinkt diese oxidative Stabilität deutlich [5].
Herkunft und Gewinnung
Der Jojobastrauch ist ursprünglich in den Wüstenregionen des südwestlichen Nordamerikas beheimatet – in Arizona, Kalifornien und dem nördlichen Mexiko. Die Pflanze ist hervorragend an trockene Bedingungen angepasst und kann mit sehr wenig Wasser überleben. Heute wird sie auch in anderen Ländern mit ähnlichem Klima angebaut, darunter Argentinien, Australien, Ägypten und Israel [6]. Die Samen enthalten etwa 50 bis 52 Prozent Wachs [2]. Für die Gewinnung werden die reifen Samen gepresst, wobei kaltgepresstes, natives Jojobawachs eine goldgelbe Farbe und einen dezenten, leicht nussigen Geruch aufweist. Raffinierte Produkte sind dagegen nahezu farblos und geruchlos [7].
Chemische Zusammensetzung im Detail
Die Zusammensetzung von Jojobawachs wurde wissenschaftlich gut untersucht. Der Hauptbestandteil sind Wachsester, die aus einfach ungesättigten Fettsäuren und Fettalkoholen bestehen. Bei den Fettsäuren dominiert die Gadoleinsäure (auch Eicosensäure genannt), eine Omega-9-Fettsäure mit 20 Kohlenstoffatomen. Sie macht je nach Herkunft zwischen 67 und 75 Prozent der Fettsäuren aus [8]. Erucasäure (22 Kohlenstoffatome) und Ölsäure (18 Kohlenstoffatome) sind ebenfalls enthalten, jedoch in geringeren Mengen [9].
| Bestandteil | Anteil | Funktion |
|---|---|---|
| Wachsester | etwa 97% | Grundstruktur, Feuchtigkeitsbarriere |
| Gadoleinsäure (C20:1) | 67-75% der Fettsäuren | Hauptfettsäure im Wachsester |
| Erucasäure (C22:1) | etwa 15% der Fettsäuren | Langkettige Fettsäure |
| Ölsäure (C18:1) | etwa 8% der Fettsäuren | Omega-9-Fettsäure |
| Tocopherole (Vitamin E) | geringe Menge | Antioxidative Wirkung |
| Phytosterole | weniger als 0,5% | Hautbarriere-Unterstützung |
Neben den Wachsestern enthält Jojobawachs weitere Bestandteile in geringeren Mengen. Zu den Tocopherolen zählen Alpha-, Gamma- und Delta-Tocopherol, wobei Gamma-Tocopherol etwa 79 Prozent dieser Vitamin-E-Verbindungen ausmacht [2]. Der Gesamtgehalt an Vitamin E liegt bei etwa 11 bis 13 mg pro Kilogramm [10]. Zudem finden sich Phytosterole wie Campesterol, Stigmasterol und Sitosterol sowie geringe Mengen an Flavonoiden, darunter Quercetin [11]. Wichtig: Im Gegensatz zu echten Pflanzenölen enthält Jojobawachs praktisch keine Triglyceride [12].
Ähnlichkeit zum menschlichen Hauttalg
Ein oft hervorgehobenes Merkmal von Jojobawachs ist seine strukturelle Ähnlichkeit zum menschlichen Hauttalg (Sebum). Der Hauttalg besteht zu etwa 25 Prozent aus Wachsestern [13]. Diese Ähnlichkeit führt dazu, dass sich Jojobawachs gut mit dem hauteigenen Lipidfilm verbindet, ohne einen schweren, öligen Film zu hinterlassen. In wissenschaftlichen Untersuchungen zeigte sich, dass Jojobawachs vorwiegend in den obersten Hautschichten wirkt und nicht tief in die Haut eindringt [14]. Es bildet dort einen dünnen, nicht okklusiven (nicht abdichtenden) Schutzfilm, der Feuchtigkeit bindet, ohne die Poren zu verstopfen [15].
Wirkungen und Anwendungsgebiete
Jojobawachs wird in der Kosmetikindustrie vielfältig eingesetzt – von Gesichtscremes über Haarpflegeprodukte bis hin zu Lippenpflegestiften. Doch welche Wirkungen sind tatsächlich wissenschaftlich belegt? Die Forschungslage zeigt ein differenziertes Bild.
Hautpflege und Feuchtigkeitserhalt
Untersuchungen bestätigen, dass Jojoba die Hautbarriere unterstützen und den transepidermalen Wasserverlust reduzieren kann – also den Feuchtigkeitsverlust durch die Haut [14]. Die Wachsester legen sich als Schutzfilm auf die Haut und verlangsamen das Verdunsten von Wasser. Gleichzeitig zieht das Wachs relativ schnell ein und hinterlässt keinen fettigen Film. Für Menschen mit trockener Haut kann dies durchaus vorteilhaft sein. Allerdings ersetzt Jojobawachs keine Feuchtigkeit – es hilft lediglich, vorhandene Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Wer also wirklich trockene Haut hat, profitiert möglicherweise mehr von einer Kombination aus einem feuchtigkeitsspendenden Produkt (etwa mit Hyaluronsäure) und anschließender Anwendung von Jojobawachs.
Akne und unreine Haut
Die Behauptung, Jojobawachs helfe bei Akne, basiert auf mehreren Überlegungen. Erstens ist das Wachs komedogen-frei, verstopft also in der Regel keine Poren. Zweitens könnte seine Ähnlichkeit zum Hauttalg die körpereigene Talgproduktion regulieren [16]. Eine deutsche Pilotstudie aus dem Jahr 2012 untersuchte die Wirkung einer Gesichtsmaske aus Heilerde und Jojobawachs bei 194 Teilnehmern mit unreiner Haut und leichter Akne. Nach sechs Wochen Anwendung (zwei- bis dreimal wöchentlich) zeigte sich eine durchschnittliche Reduktion der Hautläsionen um 54 Prozent [17].
Diese Ergebnisse sind jedoch mit Vorsicht zu interpretieren. Die Studie war eine offene Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe und ohne Verblindung – die Teilnehmer wussten, was sie anwendeten. Zudem ist unklar, welchen Anteil das Jojobawachs und welchen die Heilerde an der beobachteten Verbesserung hatte. Die Studie liefert erste Hinweise, ist aber kein Beweis für die Wirksamkeit von reinem Jojobawachs gegen Akne. Größere, kontrollierte Studien fehlen bislang [18].
Eine neuere Untersuchung eines Herstellers aus dem Jahr 2024 berichtete von einer 23-prozentigen Reduktion der Talgproduktion nach 28 Tagen regelmäßiger Anwendung bei 20 Frauen mit fettiger Haut [19]. Auch hier handelt es sich um eine kleine Studie ohne Kontrollgruppe, weshalb die Ergebnisse nur als vorläufige Hinweise gewertet werden sollten.
Entzündungshemmende Eigenschaften
Laborstudien und Tierversuche deuten darauf hin, dass Jojobaöl entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Eine Studie an Ratten aus dem Jahr 2005 zeigte, dass Jojobawachs Schwellungen und den Gehalt an Prostaglandin E2 (einem Entzündungsbotenstoff) reduzieren konnte [20]. Der Mechanismus scheint die Hemmung der Enzyme Cyclooxygenase-2 und Lipoxygenase zu umfassen, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind [2]. Eine aktuelle Ex-vivo-Studie aus dem Jahr 2024 bestätigte, dass Jojobawachs die Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen in menschlichem Hautgewebe reduzieren kann [21].
Ob sich diese im Labor beobachteten Effekte auf die alltägliche Hautpflege übertragen lassen, ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Für die Behandlung von Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis gibt es einzelne Fallberichte und kleine Studien, aber keine großen klinischen Untersuchungen, die eine therapeutische Wirksamkeit belegen würden.
Wundheilung
Die indigenen Völker der Sonora-Wüste nutzten Jojobawachs traditionell zur Behandlung von Wunden und Hautläsionen [22]. Eine In-vitro-Studie aus dem Jahr 2011 untersuchte die Wirkung von Jojobawachs auf Keratinozyten (Hautzellen) und Fibroblasten (Bindegewebszellen) in einer Zellkultur. Die Ergebnisse zeigten, dass Jojobawachs die Wundschließung in diesem Modell beschleunigte und die Kollagenproduktion der Fibroblasten anregte [23]. Eine neuere Ex-vivo-Studie von 2024 beobachtete zudem eine erhöhte Synthese von Pro-Kollagen III und Hyaluronsäure in menschlichem Hautgewebe nach Anwendung von Jojobawachs [21].
Diese Laborergebnisse sind durchaus interessant, lassen sich aber nicht direkt auf die Anwendung am Menschen übertragen. Im Labor fehlen das Immunsystem, die Durchblutung und viele andere Faktoren, die bei der echten Wundheilung eine Rolle spielen. Klinische Studien zur Wundheilung bei Menschen stehen noch aus.
Haarpflege
Auch in Haarpflegeprodukten findet Jojobawachs häufig Verwendung. Es soll das Haar glänzender und geschmeidiger machen und Spliss vorbeugen. Die wissenschaftliche Grundlage für diese Behauptungen ist jedoch dünn. Eine Studie zeigte, dass Jojobawachs als Konditionierungsmittel wirken und den Proteinverlust bei Afro-Haaren reduzieren kann [24]. Die Wachsester können die Haaroberfläche versiegeln und so vor mechanischen Schäden schützen. Bei fettigem Haar sollte die Anwendung auf den Spitzen beschränkt werden, um ein schnelleres Nachfetten zu vermeiden.
Sicherheit und Verträglichkeit
Die topische Anwendung von Jojobawachs gilt als sehr gut verträglich. Allergische Reaktionen sind selten, wurden aber in einzelnen Fallberichten dokumentiert [25]. Das Cosmetic Ingredient Review (CIR), ein unabhängiges Expertengremium in den USA, stufte Jojobawachs bereits 1992 als sicher für die Verwendung in kosmetischen Produkten ein [26].
Orale Einnahme ist nicht empfohlen
Wichtig: Jojobawachs ist nicht für den Verzehr geeignet. Die Einnahme kann Übelkeit und Erbrechen verursachen [27]. Zudem enthält der Presskuchen (das Restprodukt nach der Wachsgewinnung) Simmondsin, ein cyanogenes Glykosid mit appetithemmenden und potenziell toxischen Eigenschaften [28]. In höheren Dosen kann Simmondsin bei Tieren zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen [29]. Zwar ist im reinen Wachs selbst nur wenig Simmondsin enthalten, dennoch raten Experten von jeglicher oralen Einnahme ab [30]. Menschen mit Leberstoffwechselstörungen sollten besonders vorsichtig sein, da die Verstoffwechselung der Wachsester die Leber belasten kann [27].
Qualitätsunterschiede bei Jojobaprodukten
Die Qualität von Jojobaöl auf dem Markt variiert erheblich. Natives, kaltgepresstes Jojobawachs aus kontrolliert biologischem Anbau behält mehr seiner natürlichen Inhaltsstoffe, einschließlich der schützenden Tocopherole. Raffiniertes Jojobawachs ist dagegen nahezu farblos und geruchlos, enthält aber weniger antioxidative Verbindungen. Manche günstigere Produkte werden mit anderen Ölen gestreckt oder stammen aus konventionellem Anbau mit Pestizideinsatz [31].
- Natives, kaltgepresstes Jojobawachs: goldgelbe Farbe, leichter nussiger Geruch, enthält natürliche Antioxidantien
- Raffiniertes Jojobawachs: farblos, geruchlos, längere Haltbarkeit in Formulierungen, aber weniger Bioaktivstoffe
- Biologisch zertifizierte Produkte: ohne synthetische Pestizide angebaut, strengere Qualitätskontrollen
Ein Blick auf die Inhaltsstoffliste (INCI) hilft bei der Einordnung: Reines Jojobawachs wird als „Simmondsia Chinensis Seed Oil" oder „Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil" gelistet. Steht dieser Inhaltsstoff weit hinten auf der Liste, ist nur wenig davon im Produkt enthalten.
Anwendungstipps
Für eine effektive Hautpflege empfiehlt es sich, Jojobawachs auf leicht feuchte Haut aufzutragen. So kann das Wachs die vorhandene Feuchtigkeit besser einschließen. Wenige Tropfen genügen in der Regel. Das Wachs kann pur verwendet oder mit anderen Produkten gemischt werden. Als Trägeröl für ätherische Öle ist Jojobawachs ebenfalls geeignet, da es deren Wirkung nicht beeinträchtigt und eine gute Verteilung auf der Haut ermöglicht.
Für die Haarpflege wird das Wachs vor der Wäsche auf die Kopfhaut und die Haarlängen aufgetragen und nach einer Einwirkzeit von mindestens fünf Minuten mit Shampoo ausgewaschen. Bei Spliss können die Haarspitzen auch nach der Wäsche mit wenigen Tropfen behandelt werden.
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit
Ein oft übersehener Vorteil von Jojobawachs ist seine Umweltverträglichkeit. Der Jojobastrauch gedeiht auf marginalen Böden in ariden Regionen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln ungeeignet sind. Die Pflanze benötigt wenig Wasser und kann so nachhaltig kultiviert werden, ohne fruchtbares Ackerland zu beanspruchen [6]. Historisch gesehen ersetzte Jojobawachs in den 1970er Jahren zunehmend Walrat (Spermaceti), das aus dem Fett von Pottwalen gewonnen wurde. Nach dem Verbot der Waljagd in vielen Ländern wurde Jojobawachs zur wichtigsten pflanzlichen Alternative, da seine chemischen Eigenschaften denen des Walrats sehr ähnlich sind [32]. Die Verwendung von Jojobawachs trägt somit indirekt zum Schutz der Wale bei.
Kritische Bewertung der Werbeversprechen
Viele Hersteller bewerben Jojobaprodukte mit weitreichenden Versprechen – von Anti-Aging-Effekten über Faltenreduktion bis hin zur Behandlung von Hautkrankheiten. Eine sachliche Einordnung ist hier angebracht.
| Werbeversprechen | Wissenschaftliche Bewertung |
|---|---|
| Spendet Feuchtigkeit | Nicht korrekt – bindet Feuchtigkeit, spendet sie aber nicht |
| Hilft gegen Akne | Erste Hinweise, aber große Studien fehlen |
| Reduziert Falten | Kein direkter Nachweis beim Menschen |
| Fördert Wundheilung | In-vitro-Daten positiv, klinische Studien ausstehend |
| Wirkt entzündungshemmend | Im Labor bestätigt, klinische Relevanz unklar |
| Natürlicher Sonnenschutz | LSF 3-4 – zu gering für zuverlässigen Schutz |
| Reich an Vitaminen | Enthält Vitamin E, aber in eher geringen Mengen |
Die Behauptung, Jojobawachs biete einen natürlichen Sonnenschutz, ist daher etwas irreführend. Mit einem geschätzten Lichtschutzfaktor von nur 3 bis 4 bietet es keinen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung und kann keinesfalls ein Sonnenschutzmittel ersetzen [33]. Auch die oft beworbene „Anti-Aging-Wirkung" basiert überwiegend auf theoretischen Überlegungen (Vitamin-E-Gehalt, antioxidative Eigenschaften) und nicht auf klinischen Nachweisen einer Faltenreduktion beim Menschen.
Fazit
Jojobawachs ist ein gut erforschtes Pflanzenwachs mit einer einzigartigen chemischen Struktur, die es von echten Pflanzenölen unterscheidet. Seine Ähnlichkeit zum menschlichen Hauttalg, die gute Verträglichkeit und die Stabilität gegen Oxidation machen es zu einem beliebten Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten. Für die Hautpflege – insbesondere zum Schutz vor Feuchtigkeitsverlust und zur Pflege trockener Haut – ist Jojobawachs durchaus empfehlenswert.
Bei den oft beworbenen therapeutischen Wirkungen gegen Akne, Entzündungen oder zur Wundheilung ist jedoch Vorsicht angebracht. Die vorhandenen wissenschaftlichen Daten stammen überwiegend aus Laborversuchen oder kleinen Studien ohne Kontrollgruppen. Große, placebokontrollierte klinische Studien, die eine medizinische Wirksamkeit belegen würden, fehlen weitgehend. Wer Jojobawachs zur Behandlung von Hauterkrankungen einsetzen möchte, sollte dies als Ergänzung zu einer ärztlich verordneten Therapie betrachten, nicht als Ersatz dafür.
Positiv ist, dass die äußerliche Anwendung als sehr sicher gilt und allergische Reaktionen selten auftreten. Die orale Einnahme ist jedoch aufgrund der abführenden Wirkung und der Toxizität des enthaltenen Simmondsins nicht empfohlen. Insgesamt ist Jojobaöl ein solides Pflegeprodukt mit einigen wissenschaftlich belegten Vorteilen – aber kein Wundermittel, als das es manchmal vermarktet wird.
📚 Quellen (33 Quellen)
Quellen
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