In den Regalen von Naturkosmetikläden und Online-Shops taucht ein Inhaltsstoff immer häufiger auf: Mangobutter. Was steckt wirklich dahinter? Handelt es sich um ein unterschätztes Naturprodukt oder nur um einen weiteren Marketingtrend? Der Mangokern, ein Abfallprodukt der Saftindustrie, enthält ein Fett mit überraschenden Eigenschaften. Dieser Artikel beleuchtet die wissenschaftlichen Fakten zu Gewinnung, Zusammensetzung und Anwendung – ohne Werbeversprechen, aber mit allen relevanten Studienerkenntnissen.
Was ist Mangobutter und woher kommt sie?
Mangobutter wird aus dem Kern der Mangofrucht gewonnen, genauer gesagt aus dem Samen innerhalb des harten Steins. Der Mangobaum (Mangifera indica) stammt ursprünglich aus Südostasien, wird heute aber in tropischen Regionen weltweit angebaut [1]. Die größten Produzenten sind Indien, Indonesien, China, Mexiko und Pakistan. Bei der Verarbeitung von Mangos zu Saft oder Fruchtprodukten fallen große Mengen an Kernen an – etwa 17 bis 22 Prozent des Fruchtgewichts [2]. Diese wurden lange als Abfall betrachtet.
Heute nutzt die Industrie diese Kerne zur Gewinnung von Mangokernöl oder Mangobutter. Der Unterschied zwischen beiden Bezeichnungen liegt lediglich im Aggregatzustand: Bei Raumtemperatur ist das Fett halbfest und wird als Butter bezeichnet, im geschmolzenen Zustand spricht man von Öl [3]. Die Gewinnung erfolgt entweder durch Kaltpressung oder durch Extraktion mit Lösungsmitteln wie Hexan. Bei der Kaltpressung bleiben mehr natürliche Inhaltsstoffe erhalten. Die Ausbeute schwankt je nach Sorte zwischen 6 und 15 Prozent des Kerngewichts [4].
Industrielle Bedeutung als Nebenprodukt
Die Verwertung von Mangokernen ist aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht sinnvoll. Weltweit werden jährlich etwa 50 Millionen Tonnen Mangos produziert [5]. Bei einem Kernanteil von rund 20 Prozent entstehen dadurch erhebliche Mengen an potenziellem Rohstoff für die Ölindustrie. Die Kosten für Mangobutter liegen deutlich unter denen von Kakaobutter, da die Kerne als Nebenprodukt der Fruchtverarbeitung anfallen [6]. Dies macht Mangobutter besonders für die Kosmetik- und Süßwarenindustrie interessant.
Die chemische Zusammensetzung im Detail
Die Fettsäurezusammensetzung von Mangobutter ähnelt der von Kakaobutter und Sheabutter, unterscheidet sich aber in einigen wesentlichen Punkten. Der Gehalt an einzelnen Fettsäuren schwankt je nach Mangosorte, Anbaugebiet und Verarbeitungsmethode. Untersuchungen verschiedener Sorten aus Indien, Pakistan und der Elfenbeinküste zeigen ein relativ einheitliches Grundmuster [7,8,9].
| Fettsäure | Anteil in Mangobutter | Vergleich Kakaobutter |
|---|---|---|
| Stearinsäure (C18:0) | 30–48% | 34–36% |
| Ölsäure (C18:1) | 36–47% | 33–35% |
| Palmitinsäure (C16:0) | 5–10% | 25–26% |
| Linolsäure (C18:2) | 3–8% | 2–3% |
| Arachinsäure (C20:0) | 1–2% | 1% |
Der hohe Gehalt an Stearinsäure und Ölsäure macht Mangobutter bei Raumtemperatur fest. Der Schmelzpunkt liegt bei 34 bis 43 Grad Celsius [28]. Das bedeutet: Die Butter schmilzt bei Hautkontakt und lässt sich gut auftragen. Im Vergleich zu Kakaobutter enthält Mangokernöl weniger Palmitinsäure, aber einen ähnlichen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren.
Sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine
Neben den Fettsäuren enthält Mangobutter eine Reihe weiterer Substanzen, die für ihre Wirkung relevant sein könnten. Der Mangokern ist reich an Polyphenolen, Phytosterolen und Tocopherolen [11]. Zu den wichtigsten Polyphenolen gehört Mangiferin – ein Xanthonglykosid mit dokumentierter antioxidativer Wirkung [12]. Der Gehalt an Mangiferin im Mangokern schwankt zwischen 0,05 und 6,4 Milligramm pro Gramm, wobei die brasilianische Sorte Van Dyke die höchsten Werte aufweist [13].
Weitere nachgewiesene Inhaltsstoffe sind Gallussäure, Kaffeesäure, Ellagsäure und Quercetin [14]. Die Konzentrationen dieser Stoffe im extrahierten Öl sind jedoch deutlich geringer als im Kern selbst. Bei der Raffination gehen zusätzlich viele dieser Verbindungen verloren. Unraffinierte Mangobutter enthält daher mehr bioaktive Substanzen als die raffinierte Variante. Zu den Vitaminen zählen vor allem Vitamin E (Tocopherole), Vitamin A und Vitamin C, wobei die Gehalte je nach Verarbeitung stark variieren [15].
Anwendung in der Kosmetik
Der Haupteinsatzbereich von Mangobutter liegt derzeit in der Kosmetikindustrie. Der internationale INCI-Name (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) lautet Mangifera Indica Seed Butter [16]. In der EU-Kosmetikdatenbank CosIng ist der Inhaltsstoff registriert und als sicher eingestuft. Die Environmental Working Group bewertet Mangobutter mit 1 von 10 Punkten auf ihrer Risikoskala – das entspricht dem niedrigsten Risiko [17].
Die Kosmetikindustrie schätzt Mangobutter vor allem wegen ihrer emollierenden, also hautglättenden Eigenschaften. Die Fettsäuren bilden einen Film auf der Haut, der den Feuchtigkeitsverlust verringert [18]. Eine klinische Studie mit einer Fußcreme auf Mangobutter-Basis zeigte bei allen Probanden eine vollständige Regeneration rissiger Haut [19]. Die Creme wirkte dabei ähnlich gut wie kommerzielle Produkte und zeigte zudem bessere Ergebnisse bei der Narbenheilung.
Hautverträglichkeit und komedogenes Potenzial
Ein häufig diskutierter Aspekt bei fettreichen Pflegestoffen ist die Frage, ob sie die Poren verstopfen. Der Komedogenitätsindex von Mangobutter liegt bei 0 [20]. Das bedeutet: Nach den üblichen Bewertungskriterien gilt sie als nicht komedogen. Zum Vergleich: Kokosöl hat einen Index von 4, was auf ein deutlich höheres Verstopfungsrisiko hindeutet.
Wichtig: Die Komedogenitätswerte stammen größtenteils aus Tests an Kaninchenohren und sind daher nur begrenzt auf menschliche Gesichtshaut übertragbar [21]. Menschen mit sehr fettiger oder zu Akne neigender Haut sollten dennoch vorsichtig sein. Obwohl Mangokernöl selbst als nicht porenverstopfend gilt, kann es Schweiß und Talg auf der Haut einschließen. Die American Academy of Dermatology empfiehlt bei Akne generell, auf sehr fettreiche Buttern im Gesicht zu verzichten [22].
Vergleich mit Sheabutter und Kakaobutter
Auf dem Kosmetikmarkt konkurriert Mangobutter mit den bekannteren Alternativen Sheabutter und Kakaobutter. Jede dieser Buttern hat eigene Vor- und Nachteile. Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede:
| Eigenschaft | Mangobutter | Sheabutter | Kakaobutter |
|---|---|---|---|
| Komedogenitätsindex | 0 | 0–2 | 4 |
| Schmelzpunkt | 34–43°C | 35–42°C | 30–35°C |
| Geruch | schwach nussig | nussig-erdig | schokoladig |
| Konsistenz | mittel | cremig | fest |
| Hauptfettsäure | Stearin-/Ölsäure | Stearin-/Ölsäure | Stearin-/Palmitinsäure |
Positiv ist, dass Mangobutter leichter auf der Haut aufliegt als Kakaobutter und einen neutraleren Geruch hat. Sie eignet sich daher besonders für Menschen, die den schokoladigen Duft von Kakaobutter oder den erdigen Geruch von Sheabutter nicht mögen. Für sehr trockene Haut kann Mangobutter allerdings zu leicht sein – hier bietet Sheabutter oft mehr Schutz.
Einsatz in der Lebensmittelindustrie
Die Ähnlichkeit der Fettsäurezusammensetzung mit Kakaobutter macht Mangokernöl für die Schokoladen- und Süßwarenindustrie interessant. Die EU-Richtlinie 2000/36/EG erlaubt den Einsatz bestimmter pflanzlicher Fette als Kakaobutter-Ersatz in Schokolade – bis zu einem Anteil von 5 Prozent [23]. Mangobutter zählt zu den sogenannten Cocoa Butter Equivalents (CBE), also Fetten mit ähnlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften wie Kakaobutter [24].
Eine Studie aus dem Jahr 2022 untersuchte Schokolade, bei der 80 Prozent der Kakaobutter durch Mangobutter ersetzt wurden [25]. Die sensorische Analyse durch Testpersonen ergab überraschend positive Ergebnisse: Die Schokolade mit hohem Mangobutter-Anteil erhielt die höchste Akzeptanzbewertung. Die Forscher führen dies auf die gute Schmelzeigenschaft und die erhöhte oxidative Stabilität zurück. Mangobutter enthält natürliche Antioxidantien, die die Haltbarkeit verlängern können.
Vorteile als Kakaobutter-Alternative
Die weltweite Kakaoproduktion steht unter Druck. Klimawandel, Pflanzenkrankheiten und alternde Plantagen führen zu Ernteschwankungen und Preisschwankungen [26]. Die Nachfrage nach Kakaobutter übersteigt zeitweise das Angebot. In diesem Kontext gewinnen Alternativen wie Mangobutter an Bedeutung. Die Industrie schätzt dabei mehrere Eigenschaften:
- Niedrigere Kosten durch Nutzung von Abfallprodukten der Fruchtverarbeitung
- Höhere oxidative Stabilität im Vergleich zu Kakaobutter (400 Stunden gegenüber 21 Stunden im Stabilitätstest) [27]
- Ähnlicher Schmelzpunkt und vergleichbares Mundgefühl
- Verfügbarkeit in tropischen Regionen ohne etablierte Kakaoanbau
Allerdings gibt es auch Einschränkungen. Der Schmelzpunkt von Mangokernöl liegt mit 34 bis 43 Grad Celsius etwas höher als bei Kakaobutter [28]. Das kann in sehr warmen Klimazonen ein Vorteil sein, verändert aber das Schmelzverhalten im Mund. Für Premium-Schokolade bleibt Kakaobutter daher meist erste Wahl. Mangobutter eignet sich eher für Produkte, bei denen Kosteneinsparung oder längere Haltbarkeit wichtiger sind als das klassische Schokoladenaroma.
Nährwert und biochemische Eigenschaften
Die nutritive Zusammensetzung des Mangokerns geht über das reine Fett hinaus. Neben dem Ölanteil von 6 bis 18 Prozent enthält der Kern 53 bis 77 Prozent Kohlenhydrate, 5 bis 10 Prozent Protein und geringe Mengen an Rohfaser [29]. Die Mineralstoffe umfassen Kalzium, Kalium, Magnesium und Phosphor. Diese Nährstoffe finden sich jedoch hauptsächlich im Kern selbst – im extrahierten Mangobutter sind die Konzentrationen geringer.
Für die kosmetische und lebensmitteltechnische Anwendung sind vor allem die unverseifbaren Bestandteile relevant. Diese Fraktion macht etwa 1 bis 3 Prozent des Öls aus und enthält Phytosterole wie Campesterol, Stigmasterol und Beta-Sitosterol [30]. Phytosterole haben strukturelle Ähnlichkeit mit Cholesterin und können in der Hautpflege die Barrierefunktion unterstützen. In der Ernährung werden ihnen cholesterinsenkende Eigenschaften zugeschrieben, wobei die Mengen in Mangobutter dafür zu gering sind.
Antioxidative Kapazität
Die antioxidativen Eigenschaften von Mangokernöl wurden in mehreren Studien untersucht. Der Gehalt an Gesamtphenolen liegt je nach Sorte zwischen 78 und 121 Milligramm Gallussäure-Äquivalente pro Gramm Trockenmasse [31]. Das ist beachtlich im Vergleich zu anderen Pflanzenölen. Die wichtigsten phenolischen Verbindungen sind Methylgallat, Propylgallat und Gallotannine [32].
Im Labor zeigt Mangobutter eine hohe DPPH-Radikalfänger-Aktivität – ein Standardtest für antioxidative Wirkung [33]. Ob diese Laborwerte auf die praktische Anwendung übertragbar sind, ist jedoch fraglich. Bei topischer Anwendung müssen die Antioxidantien zunächst in die Haut eindringen. Eine Studie zeigte, dass Mangiferin tatsächlich die Epidermis und Dermis durchdringen kann [34]. Die Konzentration im extrahierten Öl ist aber deutlich niedriger als im Kern, was die praktische Relevanz einschränkt.
Kritische Bewertung der Werbeaussagen
Im Internet und auf Produktverpackungen finden sich zahlreiche Behauptungen über die Wirkung von Mangobutter. Manche davon sind durch Studien belegt, andere eher spekulativ. Eine differenzierte Betrachtung ist daher angebracht.
Belegte Eigenschaften
Gut dokumentiert sind die feuchtigkeitsspendenden und hautschützenden Eigenschaften. Die Fettsäurezusammensetzung ähnelt dem natürlichen Hautlipidfilm, was eine gute Verträglichkeit erklärt [35]. Die bereits erwähnte klinische Studie zur Fußpflege bestätigt die Wirksamkeit bei rissiger Haut [19]. Zudem ist die niedrige Komedogenität durch die Fettsäurezusammensetzung plausibel: Der relativ hohe Anteil an Stearinsäure und Ölsäure bei gleichzeitig geringem Palmitinsäuregehalt gilt als hautfreundlich.
Fragwürdige Behauptungen
Weniger überzeugend sind Aussagen zu Anti-Aging-Effekten oder Kollagenbildung. Zwar enthält Mangokernöl Vitamin C, das für die Kollagensynthese notwendig ist. Die Konzentrationen in kosmetischen Produkten sind jedoch zu gering, um einen messbaren Effekt zu erzielen. Ähnliches gilt für den beworbenen UV-Schutz: In Laborstudien zeigten Polyphenole aus Mangokernen eine gewisse Schutzwirkung gegen UV-Strahlung [36]. Ein Ersatz für Sonnenschutzmittel ist Mangobutter dadurch keinesfalls.
Auch Behauptungen zur Behandlung von Akne sind nicht ausreichend belegt. Obwohl die antibakteriellen Eigenschaften bestimmter Polyphenole im Labor nachgewiesen wurden [37], fehlen klinische Studien am Menschen. Die American Academy of Dermatology warnt sogar davor, fettreiche Buttern bei Akne einzusetzen, da sie trotz niedriger Komedogenität Talg und Schmutz einschließen können [22].
Qualitätsmerkmale und Kaufempfehlungen
Wer Mangobutter kaufen möchte, steht vor einer Vielzahl von Produkten unterschiedlicher Qualität. Die wichtigste Unterscheidung betrifft den Verarbeitungsgrad: raffiniert oder unraffiniert.
Unraffinierte Mangobutter behält mehr ihrer natürlichen Inhaltsstoffe, hat aber einen leichten Eigengeruch und kann in Farbe und Konsistenz variieren. Raffinierte Mangobutter ist geruchsneutral, gleichmäßiger in der Qualität und länger haltbar – enthält aber weniger bioaktive Substanzen. Für kosmetische Formulierungen bevorzugt die Industrie meist die raffinierte Variante [38]. Für die Anwendung zu Hause kann unraffinierte Butter sinnvoller sein, wenn die zusätzlichen Pflanzenstoffe erwünscht sind.
Lagerung und Haltbarkeit
Mangokernöl ist aufgrund seines hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren relativ stabil. Die Haltbarkeit liegt bei korrekter Lagerung bei etwa zwei Jahren [39]. Wichtig ist die Aufbewahrung an einem kühlen, trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Im Kühlschrank wird die Butter härter, was die Handhabung erschweren kann. Bei Zimmertemperatur bleibt sie geschmeidig genug für die einfache Entnahme.
Anzeichen für verdorbene Mangobutter sind ein ranziger Geruch, Verfärbungen oder eine krümelige Textur. Die natürlichen Antioxidantien verzögern den Verderb, können ihn aber nicht unbegrenzt verhindern. Produkte ohne Zusatz von synthetischen Konservierungsmitteln sollten daher zeitnah aufgebraucht werden.
Mögliche Nebenwirkungen und Allergien
Mangos gehören zur Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae), zu der auch Cashewnüsse und Pistazien zählen. Menschen mit bekannter Allergie gegen diese Früchte sollten vor der Anwendung von Mangobutter einen Hauttest durchführen [40]. Kreuzallergien sind möglich, wenn auch selten.
In der Kosmetik gilt Mangobutter als gut verträglich. Das Cosmetic Ingredient Review Panel stuft sie als sicher ein [41]. Allergische Reaktionen sind dokumentiert, aber nicht häufig. Bei empfindlicher Haut empfiehlt sich ein Patch-Test am Unterarm: Eine kleine Menge auftragen, 24 Stunden warten und auf Rötungen oder Juckreiz achten. Bei innerlicher Anwendung als Lebensmittelzutat gibt es ebenfalls keine bekannten Bedenken, sofern keine Mangoallergie vorliegt.
Nachhaltigkeit und ethische Aspekte
Die Nutzung von Mangokernen für die Butterproduktion ist aus Nachhaltigkeitssicht grundsätzlich positiv zu bewerten. Anstatt ein Abfallprodukt zu entsorgen, wird es in ein verwertbares Produkt umgewandelt [42]. Dies reduziert die Umweltbelastung der Mango-Verarbeitungsindustrie und schafft zusätzliche Einkommensquellen für Produzenten in tropischen Ländern.
Allerdings gibt es auch kritische Punkte. Die Extraktion mit Hexan hinterlässt möglicherweise Lösungsmittelrückstände, wenn die Raffination nicht sorgfältig erfolgt [43]. Kaltgepresste Mangobutter ist in dieser Hinsicht unbedenklicher, aber auch teurer in der Herstellung. Zudem fehlen für viele Produkte transparente Lieferketten. Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt, sollte nach Zertifizierungen wie Bio-Siegeln oder Fair-Trade-Labels Ausschau halten.
Fazit
Mangobutter ist ein vielseitiger Rohstoff mit dokumentierten Eigenschaften in der Hautpflege und interessantem Potenzial als Kakaobutter-Alternative. Die Fettsäurezusammensetzung macht sie zu einem wirksamen Emollient, das Feuchtigkeit bindet und die Haut schützt. Die wissenschaftliche Datenlage zu weitergehenden Wirkungen wie Anti-Aging oder Aknebehandlung ist jedoch dünn. Wer realistische Erwartungen hat und einen natürlichen, gut verträglichen Pflegestoff sucht, kann Mangokernöl durchaus in Betracht ziehen. Als Wundermittel sollte es jedoch nicht beworben werden.
📚 Quellen (43 Quellen)
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