Es riecht intensiv, wird seit Jahrzehnten angepriesen und findet sich in unzähligen Produkten: Teebaumöl. Von der Gesichtspflege über Shampoos bis hin zu Haushaltsreinigern – das ätherische Öl aus Australien hat einen festen Platz in vielen Drogerieregalen erobert. Doch was kann dieses Öl wirklich? Welche Wirkungen sind durch Studien belegt, und wo endet die Realität, wo beginnt der Marketing-Hype? Dieser Artikel nimmt die verfügbare Forschungslage unter die Lupe und liefert eine nüchterne Einschätzung zu Wirksamkeit, Anwendungsgebieten und möglichen Risiken.
Herkunft und Geschichte des Teebaumöls
Teebaumöl wird aus den Blättern und Zweigen des Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen. Dieser Baum wächst ausschließlich in bestimmten Regionen Australiens, genauer gesagt im Nordosten von New South Wales und im Südosten von Queensland [1]. Die Ureinwohner Australiens nutzten die Pflanze traditionell als Heilmittel gegen Husten, Erkältungen und Hautverletzungen. Erst in den 1920er Jahren dokumentierte der australische Chemiker Arthur Penfold die antiseptischen Eigenschaften des Öls wissenschaftlich und legte damit den Grundstein für die kommerzielle Nutzung [1].
Während des Zweiten Weltkriegs war Teebaumöl Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausrüstung australischer Soldaten. Es wurde zur Behandlung von Verbrennungen, Insektenstichen und Infektionen eingesetzt [2]. Nach dem Krieg geriet das Öl zunächst in Vergessenheit, da synthetische Antibiotika verfügbar wurden. Erst ab den 1990er Jahren erlebte es eine Renaissance im Zuge des wachsenden Interesses an pflanzlichen Heilmitteln.
Chemische Zusammensetzung und Qualitätsstandards
Die Qualität von Teebaumöl wird durch den internationalen Standard ISO 4730 geregelt. Dieser Standard legt Mindest- und Höchstwerte für 14 verschiedene Inhaltsstoffe fest [3]. Das Öl besteht aus etwa 100 verschiedenen Verbindungen, wobei die sogenannten Terpene den Hauptanteil ausmachen.
| Inhaltsstoff | Gehalt nach ISO 4730 | Funktion |
|---|---|---|
| Terpinen-4-ol | mindestens 30% | Hauptwirkstoff mit keimhemmender Wirkung |
| γ-Terpinen | 10–28% | Monoterpen-Kohlenwasserstoff |
| α-Terpinen | 5–13% | Monoterpen-Kohlenwasserstoff |
| 1,8-Cineol | maximal 15% | Kann bei höheren Konzentrationen reizend wirken |
| α-Terpineol | 1,5–8% | Terpenalkohol mit keimhemmenden Eigenschaften |
| p-Cymol | 0,5–12% | Aromatischer Kohlenwasserstoff |
Der wichtigste Inhaltsstoff ist Terpinen-4-ol, das typischerweise etwa 40% des Öls ausmacht. Diesem Stoff werden die meisten keimhemmenden Eigenschaften zugeschrieben [4]. Wichtig zu wissen: Die Zusammensetzung kann sich während der Lagerung verändern. Bei Kontakt mit Luft, Licht und Wärme oxidiert das Öl. Dabei entstehen Abbauprodukte, die das Risiko für allergische Reaktionen erhöhen können [5]. Aus diesem Grund sollte Teebaumöl kühl, dunkel und in gut verschlossenen Behältern aufbewahrt werden.
Wirkmechanismen: Wie Teebaumöl Keime bekämpft
Die keimhemmende Wirkung von Teebaumöl beruht auf seiner Fähigkeit, Zellmembranen von Bakterien und Pilzen zu schädigen. Die im Öl enthaltenen Terpene sind fettlöslich und dringen daher leicht in die Fettschicht der Zellmembranen ein [4]. Dort stören sie wichtige Funktionen: Die Durchlässigkeit der Membran verändert sich, Kalium-Ionen und andere lebenswichtige Stoffe treten aus, und die Zellatmung wird gehemmt.
Bei Bakterien wie Staphylococcus aureus (einem häufigen Hautkeim) und Escherichia coli (einem Darmbakterium) führt diese Membranschädigung zum Absterben der Zellen [4]. Bemerkenswert ist dabei, dass Teebaumöl auch gegen antibiotikaresistente Bakterien wie MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) wirksam sein kann [6]. Dies liegt vermutlich daran, dass das Öl über einen anderen Mechanismus wirkt als herkömmliche Antibiotika.
Bei Pilzen wie Candida albicans (einem Hefepilz, der unter anderem Scheidenpilz verursacht) greift Teebaumöl ebenfalls die Zellmembran an. Es hemmt zudem die sogenannte Keimschlauchbildung – einen Vorgang, bei dem der Pilz von seiner rundlichen Form in eine fadenförmige übergeht, was für die Ausbreitung wichtig ist [7].
Entzündungshemmende Eigenschaften
Neben der keimhemmenden Wirkung gibt es Hinweise auf entzündungshemmende Eigenschaften von Teebaumöl. Laborstudien zeigen, dass insbesondere Terpinen-4-ol die Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen reduzieren kann [8]. In einer Studie mit menschlichen Monozyten (bestimmte Immunzellen) hemmten die wasserlöslichen Bestandteile des Öls die Produktion von TNF-α, Interleukin-1β und anderen Entzündungsmarkern um etwa 50% [9].
Diese entzündungshemmende Wirkung könnte erklären, warum Teebaumöl bei manchen Hautproblemen Linderung verschafft – nicht nur durch die Bekämpfung von Keimen, sondern auch durch die Dämpfung der begleitenden Entzündungsreaktion. Allerdings handelt es sich hierbei überwiegend um Laborergebnisse. Ob sich diese Effekte in gleichem Maße auf der menschlichen Haut zeigen, ist weniger gut untersucht.
Anwendungsgebiete: Was sagt die Studienlage?
Akne
Die Behandlung von Akne ist eines der am besten untersuchten Anwendungsgebiete von Teebaumöl. Mehrere klinische Studien haben die Wirksamkeit geprüft, allerdings mit unterschiedlichen Ergebnissen. In einer vergleichenden Studie mit 124 Teilnehmern wurde ein 5-prozentiges Teebaumöl-Gel mit 5-prozentigem Benzoylperoxid verglichen [10]. Beide Präparate reduzierten sowohl entzündliche als auch nicht-entzündliche Hautveränderungen deutlich. Das Teebaumöl wirkte allerdings langsamer – die ersten Verbesserungen zeigten sich später als bei Benzoylperoxid.
Eine randomisierte, doppelblinde Studie mit 60 Teilnehmern bestätigte die Wirksamkeit eines 5-prozentigen Teebaumöl-Gels gegenüber einem Placebo bei leichter bis mittelschwerer Akne [11]. Nach 45 Tagen hatten sich sowohl die Gesamtzahl der Läsionen als auch der Akne-Schweregrad in der Teebaumöl-Gruppe deutlich verbessert. Eine offene Pilotstudie zeigte zudem, dass die durchschnittliche Anzahl der Hautläsionen nach 12 Wochen Behandlung mit Teebaumöl-Produkten von 23,7 auf 10,7 sank [12].
Positiv ist, dass die Nebenwirkungen bei Teebaumöl tendenziell geringer ausfallen als bei Benzoylperoxid. Letzteres verursacht häufiger Hautschuppung, Trockenheit und Rötungen [10]. Dennoch kann auch Teebaumöl bei manchen Menschen Hautreizungen, Brennen oder Juckreiz auslösen.
Fußpilz (Tinea pedis)
Die Wirksamkeit von Teebaumöl bei Fußpilz wurde in mehreren Studien untersucht. Die Ergebnisse sind jedoch gemischt und erfordern eine differenzierte Betrachtung. In einer Studie mit 104 Teilnehmern wurde eine 10-prozentige Teebaumöl-Creme mit 1-prozentigem Tolnaftat (einem herkömmlichen Antimykotikum) und einem Placebo verglichen [13]. Beide Behandlungen verbesserten die klinischen Symptome wie Schuppung, Entzündung und Juckreiz gleichermaßen.
Allerdings zeigte sich ein wichtiger Unterschied: Während 85% der mit Tolnaftat behandelten Patienten nach Therapieende eine negative Pilzkultur aufwiesen (also pilzfrei waren), waren es in der Teebaumöl-Gruppe nur 30% – ein Wert, der sich kaum vom Placebo (21%) unterschied. Das Teebaumöl linderte also die Beschwerden, beseitigte den Pilz aber nicht zuverlässig.
Eine spätere Studie mit höheren Konzentrationen (25% und 50% Teebaumöl) lieferte bessere Ergebnisse [14]. Hier zeigten 68% bzw. 72% der Behandelten eine deutliche klinische Besserung, verglichen mit 39% in der Placebogruppe. Die Heilungsrate bei der Pilzkultur lag bei 64% (50% Teebaumöl) gegenüber 31% (Placebo). Diese höheren Konzentrationen führten jedoch bei 4% der Anwender zu mäßiger bis schwerer Hautentzündung.
Nagelpilz (Onychomykose)
Bei Nagelpilz ist die Studienlage dünn. Eine sechsmonatige Studie verglich 100-prozentiges Teebaumöl mit 1-prozentiger Clotrimazol-Lösung bei 117 Patienten [15]. Nach dem Behandlungszeitraum zeigten sich bei beiden Gruppen ähnliche Verbesserungen in Bezug auf das Erscheinungsbild der Nägel und die Pilzkultur. Allerdings kam es nur bei etwa 18% (Teebaumöl) bzw. 11% (Clotrimazol) zu einer vollständigen Heilung.
Diese niedrigen Heilungsraten sind nicht überraschend. Nagelpilz ist generell schwer zu behandeln, da die Wirkstoffe den verhärteten Nagel durchdringen müssen, um den Pilz zu erreichen. Rein äußerlich angewandte Mittel – gleich welcher Art – haben hier oft nur begrenzte Erfolge.
Weitere Anwendungsgebiete
Für eine Reihe weiterer Anwendungsgebiete liegen vereinzelte Studien oder nur Laboruntersuchungen vor. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt Teebaumöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel für folgende Anwendungen [16]:
- Behandlung kleiner oberflächlicher Wunden und Insektenstiche
- Behandlung kleiner Abszesse (Furunkel) und leichter Akne
- Linderung von Juckreiz und Reizung bei leichtem Fußpilz
- Symptombehandlung bei leichten Entzündungen der Mundschleimhaut
Wichtig zu verstehen: Die Einstufung als „traditionelles pflanzliches Arzneimittel" basiert auf langjähriger Anwendung, nicht auf umfangreichen klinischen Studien. Für manche beworbenen Anwendungen wie Kopfläuse, Krätze oder Warzen fehlen aussagekräftige klinische Daten weitgehend.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Hautreaktionen
Die äußerliche Anwendung von Teebaumöl gilt bei richtiger Verdünnung als relativ sicher. Dennoch können unerwünschte Reaktionen auftreten. Am häufigsten sind Hautreizungen, die sich als Rötung, Brennen, Juckreiz oder Trockenheit äußern [17]. Das Risiko steigt mit höheren Konzentrationen und bei unverdünnter Anwendung.
Besonders problematisch sind allergische Kontaktekzeme. In Patch-Tests (Hautallergietests) reagieren je nach Studie zwischen 0,5% und 3,5% der getesteten Personen positiv auf Teebaumöl [5]. Von allen ätherischen Ölen hat Teebaumöl die meisten dokumentierten Fälle von allergischen Reaktionen verursacht [5]. Die allergieauslösenden Substanzen sind dabei oft nicht das frische Öl selbst, sondern seine Oxidationsprodukte. Studien zeigen, dass oxidiertes Teebaumöl bis zu dreimal häufiger Allergien auslöst als frisches Öl [18].
In seltenen Fällen wurden auch schwerwiegendere Reaktionen berichtet, darunter großflächige Hautausschläge, Erythema-multiforme-ähnliche Reaktionen und sogar systemische Überempfindlichkeitsreaktionen [5]. Menschen mit Vorerkrankungen der Haut wie Neurodermitis oder Kontaktallergien gegen andere Pflanzen sollten daher besonders vorsichtig sein.
Toxizität bei Verschlucken
Teebaumöl ist bei oraler Einnahme giftig und darf keinesfalls geschluckt werden. Bereits kleine Mengen können schwere Symptome verursachen [19]. Dokumentierte Vergiftungsfälle zeigen ein breites Spektrum an Beschwerden:
- Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
- Verwirrtheit und Benommenheit
- Koordinationsstörungen und Gangunsicherheit
- In schweren Fällen: Bewusstlosigkeit und Koma
Ein Fall beschreibt einen vierjährigen Jungen, der nach versehentlichem Verschlucken von Teebaumöl ins Koma fiel, sich aber wieder erholte [19]. Die mittlere tödliche Dosis (LD50) liegt bei Ratten bei 1,9 bis 2,6 ml pro Kilogramm Körpergewicht [4]. Teebaumöl sollte daher wie alle ätherischen Öle außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Besondere Risiken bei Haustieren
Teebaumöl kann für Haustiere, insbesondere Katzen und Hunde, gefährlich sein. Eine Auswertung von 443 Vergiftungsfällen bei Hunden und Katzen zwischen 2002 und 2012 zeigte, dass konzentriertes Teebaumöl sowohl bei äußerlicher Anwendung als auch bei Verschlucken zu schweren Symptomen führen kann [20]. Katzen reagieren besonders empfindlich, da ihnen bestimmte Enzyme fehlen, um die Terpene abzubauen. In einem dokumentierten Fall führte das Auftragen von etwa 120 ml unverdünntem Teebaumöl auf die Haut von drei Katzen zum Tod eines der Tiere [4].
Hormonelle Wirkungen
In einigen Fallberichten wurde Teebaumöl (und Lavendelöl) mit der Entwicklung von Brustgewebe bei Jungen (Gynäkomastie) in Verbindung gebracht [21]. Nach dem Absetzen der Produkte bildete sich das Brustgewebe zurück. Laborstudien deuten darauf hin, dass bestimmte Bestandteile dieser Öle östrogenartige und antiandrogene Wirkungen haben könnten. Die Datenlage ist hier jedoch noch nicht ausreichend, um einen kausalen Zusammenhang zweifelsfrei zu belegen.
Richtige Anwendung: Worauf zu achten ist
Wer Teebaumöl verwenden möchte, sollte einige Grundregeln beachten, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren:
Teebaumöl sollte nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Übliche Konzentrationen in Produkten liegen zwischen 5% und 15%. Für die selbstständige Verdünnung empfehlen Aromatherapeuten, das Öl mit einem Trägeröl (etwa Mandel- oder Aganöl) zu mischen. Vor der ersten Anwendung ist ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle sinnvoll.
Das Öl darf nicht in der Nähe von Augen, Schleimhäuten oder offenen Wunden verwendet werden. Eine Anwendung im Mund (etwa als Mundspülung) ist nur mit dafür vorgesehenen, entsprechend verdünnten Produkten ratsam – und auch dann mit Vorsicht, da versehentliches Verschlucken zu Vergiftungserscheinungen führen kann.
Die Qualität des Öls spielt eine wichtige Rolle. Produkte sollten dem ISO-Standard 4730 entsprechen und einen ausreichend hohen Gehalt an Terpinen-4-ol (mindestens 30%) sowie einen niedrigen Gehalt an 1,8-Cineol (unter 15%) aufweisen. Frische des Öls ist ebenfalls wichtig: Altes, oxidiertes Teebaumöl hat ein höheres Allergierisiko. Geöffnete Flaschen sollten kühl und dunkel gelagert und innerhalb weniger Monate aufgebraucht werden.
Kritische Einschätzung: Was Teebaumöl kann – und was nicht
Die Laborstudien zu Teebaumöl sind durchaus beeindruckend: Das Öl hemmt in Reagenzgläsern ein breites Spektrum an Bakterien, Pilzen und teilweise auch Viren [4]. Diese In-vitro-Ergebnisse lassen sich jedoch nicht eins zu eins auf den menschlichen Körper übertragen. Die Konzentrationen, die im Labor wirksam sind, erreichen möglicherweise nicht die infizierte Stelle auf der Haut oder werden dort schnell verdünnt oder abgewischt.
Bei den klinischen Studien zeigt sich ein differenziertes Bild. Für die Aknebehandlung mit 5-prozentigem Teebaumöl gibt es die beste Evidenz – hier scheint das Öl ähnlich wirksam zu sein wie Benzoylperoxid, wenngleich langsamer. Bei Fußpilz lindert es die Beschwerden, aber hohe Konzentrationen sind nötig, um den Pilz tatsächlich zu beseitigen – und diese hohen Konzentrationen bringen wiederum ein erhöhtes Risiko für Hautreizungen mit sich.
Für viele andere Anwendungen fehlen schlicht aussagekräftige klinische Studien. Die Europäische Arzneimittel-Agentur stuft Teebaumöl als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein – das bedeutet, dass die Anwendung auf langjähriger Erfahrung beruht, nicht auf einer soliden Basis kontrollierter Studien [16]. Dies ist kein Qualitätsurteil im negativen Sinne, aber es bedeutet, dass die Wirksamkeit für viele Anwendungen nicht zweifelsfrei belegt ist.
Ein großes Forschungsdefizit besteht zudem bei der Frage, wie gut Teebaumöl im Vergleich zu etablierten medizinischen Behandlungen abschneidet. Die meisten Studien vergleichen mit Placebo; direkte Vergleiche mit Standardtherapien sind selten. Wer unter einer ernsthaften Hauterkrankung leidet, sollte daher ärztlichen Rat suchen und Teebaumöl allenfalls als Ergänzung zur ärztlich empfohlenen Behandlung betrachten.
Zusammenfassung
Teebaumöl ist ein ätherisches Öl mit nachgewiesener keimhemmender und entzündungshemmender Wirkung im Labor. Für die Behandlung von leichter bis mittelschwerer Akne liegt eine akzeptable Studienbasis vor, die eine Wirksamkeit vergleichbar mit Benzoylperoxid nahelegt. Bei Fußpilz lindert das Öl Beschwerden, eine zuverlässige Heilung erfordert jedoch höhere Konzentrationen, die wiederum Hautreizungen verursachen können. Für viele andere beworbene Anwendungen fehlen aussagekräftige klinische Studien.
Die äußerliche Anwendung gilt bei sachgemäßer Verdünnung als relativ sicher, allerdings sind allergische Reaktionen möglich – insbesondere bei oxidiertem Öl. Teebaumöl darf niemals verschluckt werden, da es oral eingenommen giftig ist. Bei Haustieren, vor allem Katzen, ist besondere Vorsicht geboten. Wer Teebaumöl verwenden möchte, sollte auf Qualität achten, das Öl frisch und richtig gelagert halten sowie bei anhaltenden oder schweren Beschwerden ärztlichen Rat suchen.
📚 Quellen (21 Quellen)
Quellen
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