Açaí-Pulver

Açaí, gesprochen Assai, ist die Frucht einer Palme in sumpfigen Bereichen des Amazonasgebiets in Mittel- und Südamerika. Bei den dortigen Einwohnern zählen die aufwendig zu erntenden Früchte zu den Nahrungsmitteln, während sie in Europa aufgrund ihres Nährstoffgehalts immer bekannter werden und als Nahrungsergänzungsmittel Verwendung finden. Sie zählen hier zu den Beerenfrüchten und sind an ihrer dunkelblauen bis violett-schwarzen Farbe erkennbar.

Gewinnung und Geschmack von Açaí-Pulver

Vermutlich aufgrund der dunklen Färbung der Beerenfrüchte wird die Pflanze mit der fachlichen Bezeichnung Euterpe oleracea umgangssprachlich als Kohlpalme bezeichnet. Die Palmen gedeihen nahe der Flussläufe und in feuchten Tälern des Amazonasbeckens und können bei einem verhältnismäßig dünnen Stamm eine Höhe von über 20 Metern erreichen. Die Beeren sitzen in sehr dichten Trauben in der Krone zwischen den Wedeln der Palme und müssen aufwendig per Hand geerntet werden.

Obwohl jede einzelne Palme mehrere Kilogramm Früchte tragen kann, ist die Ernte nicht sonderlich ergiebig, denn Açaí-Beeren bestehen zu 90 Prozent aus einem nicht essbaren Kern. Zum Verzehr und zur Weiterverarbeitung sind lediglich das Fruchtfleisch und die Haut geeignet. Folglich werden die Früchte vor der Verarbeitung zu Açaí-Pulver zunächst entkernt. Dies muss nach der Ernte recht zügig erfolgen, da das Fruchtfleisch leicht verderblich ist.

Vor der Weiterverarbeitung wird es daher getrocknet. Für den Erhalt der Nährstoffe ist ein schonendes Trocknungsverfahren wichtig. Dazu wird das Fruchtfleisch samt Häuten gefriergetrocknet oder es wird einer geringen Temperaturerhöhung ausgesetzt, um die enthaltene Feuchtigkeit verdunsten zu lassen. Anschließend wird die Trockenmasse zu Pulver gemahlen. In dieser Form ist Açaí-Pulver bei ordnungsgemäßer Verpackung und Lagerung lange haltbar und auch bereit zum Export. Je schonender die Trocknung und Weiterverarbeitung erfolgt, umso intensiver bleibt die Farbe des Pulvers, umso mehr Nährstoffe bleiben erhalten und umso authentischer ist der Geschmack des Endprodukts.

Dieser wird oft als fruchtig süßliches Aroma mit einer cremigen, erdigen über nussigen bis schokoladenartigen Note beschrieben. Die Konsistenz von Açaí-Pulver kann aufgrund des hohen Fettgehalts als sämig bis fettig empfunden werden. Andere schildern den Geschmack eher als bitterlich pikant bis zusammenziehend. Eventuell kennen Sie dies von frisch gepflückten Brombeeren, die beim Verzehr je nach Reifestadium und Wachstumsbedingungen zunächst süßlich aromatisch schmecken und es gesellt sich ein etwas bitter-säuerlicher, zusammenziehender Geschmack dazu.

Açaí-Pulver Wirkstoffe

Wissenswert ist, dass die Açaí Wirkstoffe mit der Qualität des Produktes variieren können und auch eventuelle Zusatzstoffe verändern den Wirkstoffgehalt von Açaí-Pulver. Idealerweise sind solche gar nicht vorhanden und Sie erwerben reines Pulver der Beerenfrüchte. Je 100 Gramm dürfen Sie sich bei einem Nährwert von rund 500 Kalorien bezüglich der enthaltenen Makronährstoffe an folgenden Richtwerten orientieren:

  • 5 Gramm Eiweiß, enthalten sind 19 Aminosäuren
  • 19 Gramm Fette, darunter Ölsäuren sowie Omega-3, -6 und -9
  • etwa 30 Prozent Ballaststoffe
  • 4 Gramm Kohlenhydrate

Für die charakteristische Färbung der Beeren sorgen Flavonoide und Anthocyane. Nennenswerte Vitamine in Açaí-Pulver sind:

  • D3
  • B-Vitamine 1, 2, 3 und 6
  • C
  • E

Auch in den Genuss von Mineralstoffen und Spurenelementen kommen Sie:

  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Phosphor
  • Natrium
  • Eisen
  • Kupfer
  • Mangan
  • Zink

Studien zum Wirkspektrum von Açaí-Beeren

Da Açaí-Pulver reich an wertvollen Nährstoffen ist, muss ein positiver Effekt an sich kaum wissenschaftlich nachgewiesen werden. Der Organismus benötigt all die Nährstoffe für zahlreiche Funktionen. Auch eine recht gute Zusammensetzung ist nicht von der Hand zu weisen, denn um verschiedene andere Nährstoffe optimal zu verstoffwechseln, ist zum Beispiel die Verfügbarkeit von B-Vitaminen erforderlich. Die enthaltenen Fette tragen zu einer guten Aufnahme fettlöslicher Vitamine bei und da Açaí-Pulver üblicherweise mit Flüssigkeit verzehrt wird, sind auch die wasserlöslichen Vitamine verwertbar.

Vor allem die sekundären Pflanzenstoffe sind als Antioxidantien bekannt, die freie Radikale im Organismus binden. Gemeinsam mit den Vitaminen C und E sowie Zink unterstützen sie damit eine gesunde Zellfunktion und können zur Reduzierung von oxidativem Stress beitragen. Ungesättigte Fettsäuren kommen dem Herz-Kreislauf-System zugute, Eisen ist wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen und die Sauerstoffversorgung über das Blut und Kalzium, Magnesium und Phosphor werden unter anderem von den Knochen und der Muskulatur benötigt. Der hohe Anteil an Ballaststoffen unterstützt die Darmtätigkeit und sie können zu einem besseren Sättigungsgefühl beitragen. Somit kann der Verzehr von Açaí-Pulver eine gesunde Ernährung durchaus unterstützen.

Neben dem allgemein bekannten und anerkannten Wirkspektrum der Inhaltsstoffe haben sich Studien mit weiteren, spezielleren gesundheitlichen Effekten befasst. Zu beachten ist hierbei, dass meist der Wirkbereich der Inhaltsstoffe der Beeren untersucht wurde und sich die Studien nicht konkret mit Açaí-Pulver und dessen Verzehr befassen. Dennoch geben sie selbstverständlich Hinweise auf mögliche gesundheitliche Effekte von Açaí Produkten.

Kardiovaskuläre Funktionen

Eine unkontrollierte Pilotstudie an übergewichtigen Erwachsenen deutet auf einen positiven Effekt bei Stoffwechselerkrankungen hin, die mit hohem Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinspiegel einhergehen (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21569436/). Eine randomisierte Cross-over-Studie kommt nach einer Forschungsreihe an gesunden Erwachsenen zu einem ähnlichen Ergebnis (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32349893/): Der regelmäßige Verzehr von Açaí könnte das kardiovaskuläre System unterstützen, zu einer Regulierung des Cholesterinspiegels beitragen und bei der Reduzierung von oxidativem Stress unterstützen. Entsprechende Schlussfolgerungen lässt eine weitere Studie zu, durchgeführt an übergewichtigen Männern. Man kam zu dem Schluss, dass der Verzehr der Beerenfrüchte die Gefäßfunktion unterstützen und zur kardiovaskulären Gesundheit beitragen kann (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27680990/). Für eindeutige Rückschlüsse und Erkenntnisse seien weiterführende Studien erforderlich, wird betont.

Antioxidative Eigenschaften

In vitro durchgeführte Forschungen befassten sich insbesondere mit der antioxidativen Wirkung von Açaí-Pulver, wobei verschiedene Formen freier Radikale zum Einsatz kamen, von welchen bekannt ist, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich ist. Die antioxidative Wirkung von Açaí schnitt dabei außerordentlich gut ab (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17061840/). Die enthaltenen Antioxidantien speziell im Hinblick auf Entzündungsprozessen und Schmerzen untersuchte eine klinische Studie anhand einer Beerenmischung, deren Hauptbestandteil Açaí-Früchte waren. Festgestellt wurde eine geringfügige Senkung der Entzündungsmarker bei einer deutlicheren Schmerzreduktion, etwa im Fall von altersbedingter Osteoarthritis (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21470042/).

Mögliche Nebenwirkungen von Açaí-Pulver

Nebenwirkungen, die durch den bestimmungsgemäßen Verzehr von Açaí-Pulver ausgelöst werden, sind keine bekannt. Möglich sind allergische Reaktionen auf die exotischen Früchte. Dennoch wurden seitens der Federal Trade Commission Maßnahmen gegen diverse Vermarktungsformen der Früchte vorgenommen, darunter solche, die Açaí-Produkte als Anti-Aging-Mittel oder zur Gewichtsreduktion beworben hatten. Der Grund war weniger eine zu erwartende gesundheitsschädliche Wirkung durch den Verzehr, sondern Irreführung: Da Antioxidantien bekanntermaßen freie Radikale binden, können sie zu einer Hemmung übermäßiger oder vorzeitiger Hautalterung beitragen und die enthaltenen Ballaststoffe unterstützen den Verdauungsprozess und begünstigen ein Sättigungsgefühl. Dennoch ist beides alleine durch den Verzehr von Açaí-Pulver keinesfalls gewährleistet. Eine entsprechende Erwartungshaltung könnte dazu führen, dass Konsumenten die Verzehrmenge erhöhen, um die erhofften Ergebnisse zu erzielen (https://www.nccih.nih.gov/health/acai). Mit einer Überdosierung sind allerdings Risiken verbunden.

Weiterhin weist die Federal Trade Commission darauf hin, dass der Verzehr im Verdacht steht, MRT-Ergebnisse beeinflussen zu können. Beanstandet wird die bisher mangelnde Erforschung des Konsums während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Als bisweilen problematisch gilt in den Herkunftsgebieten der Früchte eine Belastung mit möglichen Erregern, die als Auslöser der Chagas-Krankheit (Amerikanische Trypanosomiasis) bekannt sind. Dabei handelt es sich um eine parasitäre Infektion durch Geißeltierchen (Protozoen). Überträger sind hauptsächlich Raubwanzen. Gelangen die Erreger in die Blutbahn, können sie diverse Organe und das Nervensystem befallen. Neben der direkten Übertragung durch Raubwanzen gilt die Açaí-Frucht als Träger der Erreger (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22410239/). Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass sich die Studie ausschließlich mit in vitro Versuchsreihen an Mäusen befasste, was keinesfalls Aufschluss auf eine Virulenz bei Menschen zulässt. Weiterhin sind rohe Açaí-Beeren im Amazonasgebiet ein gängiges Nahrungsmittel; sie werden keinesfalls wie in Europa in sehr geringen Mengen als weiterverarbeitetes Pulver verzehrt. Zudem unterliegen Nahrungsergänzungsmittel wie Açaí-Pulver strengen Richtlinien und Kontrollen. Sie dürfen daher davon ausgehen, dass der Verzehr des getrockneten und weiterverarbeiteten Açaí Pulvers keine derartigen Risiken birgt und wesentlich sicherer ist als beispielsweise direkt importiertes gefrorenes Fruchtfleisch, geschweige denn die rohen Früchte.

Bestimmungsgemäße Einnahme

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) warnt vor einer Überdosierung von Açaí-Pulver und anderer Produkte aus den Beeren. Der Grund ist Mangan, welches in zu hohen Mengen unter anderem die Aufnahme von Eisen durch den Organismus hemmt. Dies kann langfristig zu einer Unterversorgung, verbunden mit Mangelerscheinungen führen. Empfohlen wird die maximale tägliche Aufnahme von

  • 0,5 Milligramm für Kinder zwischen 7 und 11 Jahren
  • 3 Milligramm für gesunde Erwachsene

Vor allem bei Kindern besteht bei einer längerfristigen zu hohen Aufnahme von Mangan die Möglichkeit von Vergiftungserscheinungen, die sich in diversen, insbesondere durch Nervenfunktionsstörungen ausgelösten Symptomen äußern können. Als kritisch betrachtet die EFSA außerdem eine mögliche Belastung durch unter anderem Schäden an der Leber verursachende Mineralkohlewasserstoffe. Solche gelangen gelegentlich über Trocknungsanlagen in das Pulver, sofern diese mit Diesel betrieben werden, teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung mit (https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-mangan-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf).

Zu demselben Schluss kommt die Verbraucherzentrale. Kindern, Vegetariern, Veganern, Schwangeren und Menschen mit diagnostiziertem Eisenmangel rät sie von dem Verzehr zu hoher Dosen ab. Möglich sei laut Verbraucherzentrale außerdem eine Hemmung der antioxidativen Wirkstoffe durch die Aufnahme eines zu hohen Mangangehalts. Die erwähnten Risiken werden jedoch dadurch relativiert, dass die empfohlene Verzehrmenge bei Açaí-Produkten gering ist und die Aufnahme daher bei entsprechender Dosierung keine kritischen Grenzwerte erreicht (https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/acai-die-brasilianische-wunderbeere-5621).

Da das Wirkspektrum bei Schwangeren bisher nicht untersucht wurde, wird diesen empfohlen, vor der Einnahme von Açaí-Pulver Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Dasselbe gilt bei Medikamenteneinnahmen – Wechselwirkungen sind bisher nicht bekannt, mit einer ärztlichen Rücksprache sind Sie jedoch auf der sicheren Seite.

Es spricht kaum etwas dagegen, wenn Schulkinder oder Jugendliche gelegentlich einen leckeren, mit Açaí-Pulver angereicherten Shake zu sich nehmen, sofern in der Dosierung nicht übertrieben wird. Abzuraten ist diesbezüglich von Produkten, die mit Koffein oder anderen Substanzen angereichert wurden. Insbesondere bei der Anreicherung mit weiteren Substanzen sind grundsätzlich auch Wechselwirkungen mit Alkohol und Cannabis nicht auszuschließen. Wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es dazu bisher allerdings ebenfalls nicht.

Açaí-Pulver erhalten Sie auch als Nahrungsergänzungsmittel für Tiere, speziell Hunde und Katzen. Wie Menschen hat deren Organismus einen bestimmten Nährstoffbedarf, der durch Beerenfrüchte ergänzt werden kann – darunter Açaí-Beeren. Forschungen befassten sich diesbezüglich eher mit der Fütterung heimischer Beerenarten, wobei dunkle Früchte ähnliche Eigenschaften aufweisen wie die an sekundären Pflanzenstoffen reichen Açaí-Beeren.

Bei Supplementen wie Açaí sollten Sie stets beachten, dass eine Wirkung erst durch die regelmäßige Einnahme zu erwarten ist. Der Organismus nimmt die Nährstoffe auf und führt sie dem Blut, den Organen, den Zellen und dem Nervensystem zu. Die Zellerneuerung beispielsweise findet jedoch zyklisch statt, so dass auch ein Effekt durch die Nährstoffzufuhr verzögert festzustellen ist. Eine spürbare Wirkung kann ausbleiben, wenn Ihr Nährstoffbedarf bereits anderweitig vollständig gedeckt ist. Auch ist die Açaí-Beere kein Wundermittel, das nur durch den Verzehr die Pfunde purzeln oder Falten verschwinden lässt: Sie kann mit ihren reichhaltigen Inhaltsstoffen dazu beitragen, etwa die Zellerneuerung anzukurbeln, den natürlichen Hautalterungsprozess aber nicht verhindern. Die Ballaststoffe können beim Abnehmen unterstützen, dazu sind jedoch die üblichen weiteren Initiativen erforderlich.

Wie wird Açaí-Pulver dosiert und angewandt?

Für die Dosierung sind immer die konkreten Herstellerangaben zu beachten. Empfohlen werden als Richtwert täglich ungefähr 5 bis 10 Gramm Açaí-Pulver, was je nach Produkt rund einem bis zwei Teelöffeln entspricht. Um die wasserlöslichen Vitamine verfügbar zu machen, ist die Einnahme zusammen mit Flüssigkeit sinnvoll. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit Açaí-Pulver Getränke und Speisen anzureichern oder zu verfeinern:

  • Smoothies
  • Shakes
  • Joghurt
  • Quarkspeisen
  • Dressings
  • Salate
  • Eiscreme

Möglich ist auch die Verfeinerung von Suppen und Soßen mit Açaí, durch das Erhitzen können allerdings Nährstoffe verloren gehen.

Qualitätskriterien beim Kauf von Açaí-Pulver

Bei Açaí-Produkten handelt es sich ausschließlich um Importwaren, die aufwendig geerntet und weiterverarbeitet werden. Das wirkt sich auf den Preis aus. Größere Verpackungseinheiten sind im Verhältnis zu kleineren günstiger. Letztere erhalten Sie bereits für etwa 10 bis 30 Euro, aber auch darüber. Da die tägliche Verzehrmenge jedoch gering ist, sind selbst kleinere Verpackungseinheiten recht ergiebig.

Sie erhalten Açaí-Pulver im spezialisierten Handel für Nahrungsergänzungsmittel, in Apotheken und einigen Drogerien, in Reformhäusern sowie breit gefächert im Onlinehandel. Eine hochwertige Qualität erkennen Sie optisch an der charakteristischen dunkelvioletten bis blau-schwarzen Färbung des Pulvers. Diese ist auf die sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen, die auch als Antioxidantien fungieren. Seriöse Händler listen außerdem die Nährstoffe ausführlich auf und weisen auch auf eventuelle Zusatzstoffe hin, die bestenfalls natürlich nicht enthalten sein sollten.

Da Importwaren grundsätzlich eine Belastung für die Umwelt darstellen, ist umso sinnvoller, bei Açaí-Produkten auf Bio-Qualität zu achten. In der Regel sind Bio-Produkte als solche bezeichnet und zudem entsprechend zertifiziert, zum Beispiel durch die Kennzeichnung „EU Organic“. Codes wie „DE-ÖKO-001 Brasilien-Landwirtschaft“ besagen, dass es sich um biologisch kontrollierte Qualität handelt, wobei die Kontrollen in Deutschland stattfinden und das Herkunftsgebiet in diesem Fall Brasilien ist. Derartige Kontrollen bestätigen Ihnen Schadstofffreiheit und die Reinheit des Produktes – es sind weder Pestizide noch andere belastende Substanzen enthalten. Weiteren Aufschluss über die Qualität können unabhängige Laboranalysen geben. Da zertifizierte und kontrollierte Bio-Qualität Mehrkosten für den Hersteller bedeuten, sind derartige Produkte oft teurer. Dafür stellen Sie sicher, kein minderwertiges Pulver zu erhalten. Kontrollen und Analysen sprechen auch dafür, dass keine Spuren von Krankheitserregern enthalten sind, wie es im rohen Fruchtfleisch bisweilen der Fall ist.

Açaí-Variationen

Neben Açaí Pulver und Açaí Kapseln gibt es Açaí, aber auch als Bestandteil von Säften oder in pürierter Form und eher selten auch als Gefrierprodukt. In Kosmetika kann Açaí zur äußeren Anwendung ebenfalls enthalten sein. Das Pulver hat den Vorteil, dass Sie flexibel in der Dosierung und insbesondere in der Zubereitung sind. Es handelt sich um einen konzentrierten Extrakt mit – bei guter Qualität – hohem Nährstoffgehalt und dem charakteristischen exotischen Geschmack.

Behagt Ihnen der Geschmack so gar nicht, können Sie stattdessen auf Açaí-Kapseln zurückgreifen. Solche sind außerdem gut für unterwegs geeignet. In der Dosierung sind Sie weniger flexibel, allerdings ist diese in den Kapseln stets exakt dieselbe. Während die Absorption der Nährstoffe mit in Getränken oder Speisen gelöstem Pulver bereits über die Mundschleimhaut erfolgt und sich im Verdauungstrakt fortsetzt, findet sie bei Kapseln ausschließlich dort statt.

Erwerben Sie Saft oder breiförmige Produkte mit Açaí, wurden die Früchte oft nicht getrocknet, sondern das Fruchtfleisch und die Haut direkt püriert und weiterverarbeitet, wobei vor allem Säfte natürlich auch mit Pulver angereichert sein können. Details sind jeweils der Produktbeschreibung zu entnehmen. Püriert oder als Saft sind die Produkte meist mit weiteren Zutaten versehen und können gestreckt sein. Es bietet sich daher an, einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen.

Alternativen zu Açaí-Beeren

Açaí-Früchte werden gelegentlich als „Wunderbeeren Brasiliens“ bezeichnet. Das mag durchaus zutreffen, stecken die kleinen Früchte doch voller wertvoller Nährstoffe. Solche weisen aber auch heimische Beerenarten auf, die deshalb gut als Alternativen verzehrt werden können. Sie erkennen solche an der dunklen Färbung, darunter Brombeeren, Heidelbeeren, dunkle Johannisbeeren, Holunderbeeren und auch blaue Weintrauben.

Diese heimischen Früchte zeichnen sich ebenfalls durch einen hohen Gehalt an Antioxidantien aus, wenngleich dieser bei einigen Beerenarten unterhalb derer in Açaí-Früchten liegt. Ebenso beinhalten sie Fette, aber ebenfalls in geringerer Konzentration. Dennoch sind die sekundären Pflanzenstoffe derart konzentriert, dass die heimischen Beeren wertvoll für den Organismus sind. Auch an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen mangelt es ihnen nicht. Geschmacklich sind sie sicher vertrauter als Açaí-Pulver, wobei speziell Holunder ebenfalls kaum ohne die Kombination mit weiteren Zutaten oder in schmackhafter Weiterverarbeitung verzehrt wird. Zubereiten lassen sich die heimischen Alternativen grundsätzlich genau so wie Açaí.

Außerhalb der Beerenfrüchte sind außerdem Rotkohl und Rote Beete, erkennbar an der Farbe, mögliche Alternativen zu Açaí. Beides lässt sich variabel und kreativ in den Speiseplan integrieren.

Wie lange ist Açaí-Pulver haltbar?

Hochwertige Produkte sind luftdicht und lichtgeschützt verpackt. Am besten bleibt die Qualität bei weiterhin dunkler, kühler und luftdichter Aufbewahrung erhalten. Ab der Herstellung und Abfüllung beträgt das Mindesthaltbarkeitsdatum des Pulvers ungeöffnet rund 24 Monate. Der Begriff deutet es bereits an: Auch über die Mindesthaltbarkeit hinaus kann es noch zum Verzehr geeignet sein. Je weniger Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Keime aus der Umgebung an das Pulver gelangen, umso länger ist es bei einwandfreier Qualität haltbar.

Stellen Sie Verklumpungen fest, ist das ein Zeichen, dass das Pulver mit Feuchtigkeit in Kontakt kam. Sie können es dann immer noch verwenden, sollten aber ein Auge darauf haben, dass sich keine weiteren optischen und vor allem geruchlichen Veränderungen einstellen, die ein Hinweis auf Schimmel oder die Ansiedlung von Keimen sind. Tipp: Geben Sie einen Silikatabsorber zum Pulver, kann dies zu einer längeren Haltbarkeit beitragen.

Im Laufe der Zeit kann das Pulver an Farb- und Geschmacksintensität verlieren. Gleichermaßen kann der Nährstoffgehalt abnehmen oder sich die Zusammensetzung leicht verändern. Das ist nicht unbedingt ein Grund, das Pulver bei ansonsten sachgemäßer Lagerung zu entsorgen: Es büßt bei Überlagerung eventuell etwas an Qualität ein, kann aber in der Regel noch immer bedenkenlos verzehrt werden. Lediglich wenn es verdirbt, sollten Sie unbedingt davon absehen.

Fazit: Vor- und Nachteile des exotischen Frucht-Pulvers

Ein wesentlicher Nachteil von Açaí-Pulver ist sicher der lange Weg aus dem Amazonasgebiet bis in die heimischen Ladenregale, zumal es Alternativen quasi vor der Haustüre gibt. Die händische Ernte und der geringe Fruchtfleischertrag aufgrund des überdurchschnittlich großen Kerns treiben neben der Weiterverarbeitung zwecks Haltbarkeit und dem Transportweg zudem den Preis von Açaí-Produkten in die Höhe.

Andererseits überzeugen die Beeren mit ihrem Nährstoffreichtum, der sie auch in ihren Ursprungsgebieten so beliebt macht. Was heimischen Früchten fehlt, ist der exotische Geschmack der Açaí-Beeren, der Getränken und Speisen eine einzigartige Note verleihen kann. Ein weiterer ausschlaggebender Grund für ihre Beliebtheit ist der außerordentliche Gehalt an Fetten und sekundären Pflanzenstoffen, die sich zu den weiteren Nährstoffkomplexen an Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen gesellen.

Als nachteilig empfunden werden kann, dass es bisher nur wenige Studien speziell zum Wirkspektrum von Açaí-Pulver gibt. Allerdings ist von den enthaltenen Nährstoffen hinlänglich bekannt, wie essenziell sie für den Organismus sind und welche Funktionen sie unterstützen. Sie dürfen daher auch ohne weitere wissenschaftliche Belege davon ausgehen, ein gesundes Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, von dem Ihr Körper bei guter Qualität, vorgegebener Dosierung und regelmäßiger Zufuhr in vielerlei Hinsicht profitieren kann, sofern Sie sich nicht von der Bezeichnung „Wunderbeere“ irreführen lassen: Wunder vermag auch Açaí-Pulver nicht zu vollbringen.