Vitamin B6

Lesezeit 38 Minuten
Vitamin B6 Lebensmittel

Vitamin B6 ist ein essentielles wasserlösliches Vitamin, das eine entscheidende Rolle in zahlreichen biologischen Prozessen im menschlichen Körper spielt. Doch wo findet sich Vitamin B6 in unserer Nahrung und in welchen Mengen ist es notwendig? Gibt es spezifische Situationen, in denen eine zusätzliche Zufuhr erforderlich ist, und wenn ja, was gibt es zu beachten? Dieser Artikel bietet einen ausführlichen Überblick über diesen wichtigen Mikronährstoff. Dabei werden seine Bedeutung für die menschliche Gesundheit beleuchtet, Lebensmittelquellen mit hohem Vitamin B6-Gehalt aufgezeigt und die Frage nach einer möglichen Nahrungsergänzung ausführlich erörtert. Alle Informationen fundieren auf dem aktuellen Forschungsstand und berücksichtigen jüngste internationale Studien und aktualisiere Bewertungen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Was ist eigentlich Vitamin B6?

Vitamin B6 ist eine Sammelbezeichnung für alle vitaminwirksamen Derivate von 3-Hydroxy-2-Methypyridin. Dabei können insgesamt drei unterschiedliche Formen chemisch voneinander abgegrenzt werden: Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal. Sie alle können im Körper ineinander umgewandelt werden, sodass eine physiologische Abgrenzung dieser drei Formen unnötig ist. Aus diesem Grunde und weil Pyridoxin die häufigste Form von Vitamin B6 ist, wird diese Bezeichnung als Synonym für das Vitamin verwendet, auch wenn es streng chemisch betrachtet nicht ganz richtig ist. Vitamin B6 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen des B-Komplexes. Durch die Wasserlöslichkeit, lassen sich B-Vitamine (mit Ausnahme von Vitamin B12) nur in sehr geringen Mengen im Körper speichern. Die Konsequenz daraus ist, dass eine stete Aufnahme mit der Nahrung erfolgen muss, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig können sich aber auch überschüssige Mengen (bis zu einem bestimmten Maß) nicht im Körper ansammeln, sondern werden über den Urin rasch wieder ausgeschieden. Tatsächlich befinden sich bei optimaler Versorgung im menschlichen Körper schätzungsweise 100 mg Vitamin B6, die vor allen Dingen in der Muskulatur und der Leber zu finden sind. Hier liegt es zu einem Großteil in seiner biologisch aktiven Form, den Coenzymen Pyridoxal-5-phosphat (PLP) und Pyridoxamin-5-phosphat (PMP), vor.

Wofür benötigt der Körper Vitamin B6?

Vitamin B6 wird für schätzungsweise 150 unterschiedliche enzymatische Reaktionen im menschlichen Organismus benötigt, die den Stoffwechsel von Glukose, Lipiden, Aminosäuren, DNA und Neurotransmittern regulieren. Zusätzlich ist es an der Signalübertragung beteiligt und hat antioxidative Eigenschaften. All diese Reaktionen, die die unterschiedlichsten physiologischen Funktionen umfassen, sind somit direkt von einer optimalen Versorgung mit Vitamin B6 abhängig. In den folgenden Abschnitten soll auf die wichtigsten Funktionen genauer eingegangen und der aktuelle Kenntnisstand erläutert werden.

Energieversorgung

Vitamin B6 beeinflusst zahlreiche unterschiedliche Reaktionen, die unter dem Begriff der Energieversorgung zusammengefasst werden können. Die Energieversorgung bezieht sich auf den Prozess, durch den ein Organismus die benötigte Energie aus den aufgenommenen Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Proteine und Fette) gewinnt und sie in eine für Zellfunktionen verwertbare Form umwandelt. Diese Form ist der universelle Energieträger Adenosintriphosphat (ATP), der essenziell für sämtliche biologischen Aktivitäten von grundlegenden Stoffwechselprozessen bis hin zu komplexen physiologischen Funktionen (z. B. Muskelkontraktionen und Nervenimpulse) ist. Vitamin B6 spielt eine entscheidende Rolle in diesem Gefüge, da es als Cofaktor für enzymatische Reaktionen im Kohlenhydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel fungiert. 

Im Kohlenhydratstoffwechsel nimmt Vitamin B6 an der Glykogenolyse teil, dem Prozess, bei dem gespeichertes Glykogen in Glukose umgewandelt wird, um den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Darüber hinaus beeinflusst es die Glykogenese, die Synthese von Glykogen aus Glukose, um den Energiespeicher in der Leber und der Muskulatur aufzufüllen. Im Proteinstoffwechsel spielt Vitamin B6 eine fundamentale Rolle bei der Aminosäuremetabolisierung. Es ist ein Cofaktor für Enzyme, die an der Dekarboxylierung, Transaminierung und Desaminierung von Aminosäuren beteiligt sind. Dies ermöglicht die Umwandlung von Aminosäuren in andere Verbindungen, die für den Energiestoffwechsel von Bedeutung sind. Im Fettsäurestoffwechsel agiert Vitamin B6 indirekt durch seine Rolle im Aminosäuremetabolismus. Aminosäuren, die aus dem Proteinstoffwechsel stammen, können in den Citratzyklus eingehen und somit zur Bildung von Acetyl-CoA beitragen, einem Schlüsselmetaboliten im Abbau von Fettsäuren. Insgesamt ermöglicht Vitamin B6 durch diese Mitwirkung die effiziente Umwandlung von Makronährstoffen in ATP. Somit ist Vitamin B6 unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der energetischen Grundlage, die das Funktionieren sämtlicher Zellen im Organismus gewährleistet.

Darüber hinaus ist Vitamin B6 an der Bildung von Häm beteiligt, einem essenziellen Bestandteil von Hämoglobin, welches in großen Mengen in roten Blutkörperchen vorkommt und für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist. Ein gut funktionierender Sauerstofftransport ist essentiell für die Funktionalität aller Zellen. Der Sauerstoff wird permanent für grundlegende Stoffwechselprozess benötigt, insbesondere der Bildung von ATP, sodass sich an dieser Stelle der Kreis schließt. Eine spezielle Form der Blutarmut (mikrozytäre Anämie), bei der die roten Blutkörperchen kleiner als üblich sind, ist eine häufige Erscheinung bei einem Mangel an Vitamin B6. Dies geschieht, weil der wesentliche Bestandteil, das Hämoglobin, nicht ausreichend hergestellt werden kann. Betroffene klagen über Schwäche, Müdigkeit und Erschöpfung. [1]

Eine optimale Energieversorgung ist von fundamentaler Bedeutung für den menschlichen Organismus, da sie die Grundlage für sämtliche lebenswichtigen Funktionen bildet. Das Gehirn, als zentrales Steuerungsorgan des Nervensystems, ist besonders auf eine kontinuierliche und adäquate Energiezufuhr angewiesen. Etwa 20% der gesamten vom Körper verbrauchten Energie wird vom Gehirn beansprucht, obwohl es nur etwa 2% der Körpermasse ausmacht. Ein Mangel an Energie kann unmittelbare und schwerwiegende Auswirkungen auf die Hirnfunktionen haben. So können bereits leichte Beeinträchtigungen der Energieversorgung zu Konzentrationsstörungen, vermindertem Denkvermögen und beeinträchtigtem Gedächtnis führen.

Synthese von Neurotransmittern

Neurotransmitter sind biochemische Substanzen, die als Botenstoffe im Nervensystem fungieren und die Übertragung von Nervenimpulsen zwischen Nervenzellen ermöglichen. Sie sind entscheidend für die sogenannte Reizweiterleitung und spielen eine entscheidende Rolle in zahlreichen neurologischen Funktionen, wie der Regulation der Stimmung, des Schlafs, der Bewegung und der kognitiven Prozesse. Dabei können die verschiedenen Neurotransmitter entweder erregend wirken, also ein Signal verstärken oder hemmend wirken und ein Signal abschwächen. Über diese Wirkung entscheidet nicht ausschließlich die Art des Neurotransmitters, sondern auch der Rezeptor, auf den er trifft. Für ein gesund funktionierendes Gehirn ist eine fein abgestimmte Balance der unterschiedlichen Neurotransmitter von herausragender Bedeutung. So führt ein Mangel an spezifischen Neurotransmittern zu einem Ungleichgewicht in der Biochemie des Gehirns, sodass es zu einer Vielzahl von neurologischen Störungen kommen kann.

Vitamin B6 wird für die Bildung von einem Großteil der Neurotransmitter (insbesondere Dopamin, Serotonin, Noradrenalin, GABA und Glutamat) benötigt, da es als Coenzym für bestimmte Umwandlungsprozesse agiert. Somit kann eine optimale Versorgung mit Vitamin B6 als maßgeblich für eine normale Funktionsweise des Nervensystems betrachtet werden. [2]

Ein anschauliches Beispiel für die große Bedeutung von Vitamin B6 für ein gesundes Nervensystem ist eine sehr seltene genetische Erkrankung mit dem Namen Pyridoxin-abhängige Epilepsie (EPD). Bei dieser Erkrankung, die mit einer Häufigkeit von 1:20.000 bis 1:500.000 auftritt, besteht ein Gendefekt, der (vereinfacht gesagt) dafür sorgt, dass spezifisch im Gehirn die aktive Form von Vitamin B6 (PLP) in eine inaktive Form umgewandelt wird, sodass das Vitamin seine Funktion hier nicht in normalem Umfang erfüllen kann. Die Folge sind epileptische Anfälle, die je nach Ausprägung bereits wenige Stunden nach der Geburt oder nach vielen Jahren auftreten und die durch übliche Medikamente gegen Epilepsie (Antikonvulsiva) nicht gelindert werden können. Allerdings hilft die Verabreichung von hochdosiertem Vitamin B6. Dadurch steht im Gehirn eine ausreichende Menge zur Verfügung, sodass die Synthese der Neurotransmitter und damit die biochemische Konstellation im Gehirn verbessert werden können. Eine lebenslange Ergänzung von Vitamin B6 ist für diese Patienten essentiell, um Beeinträchtigungen zu minimieren. [3]

Synthese von Strukturmolekülen

Strukturmoleküle sind unterschiedliche Bausteine im menschlichen Körper, die die Grundlage für die Bildung von verschiedenen Geweben, Organen und biologischen Substanzen bilden. Sie tragen maßgeblich zur Stabilität, Festigkeit und Funktionalität von den verschiedenen Strukturen bei und helfen dadurch auch, sie voneinander abzugrenzen. Dadurch sind Strukturmoleküle unerlässlich für die Integrität von Zellen, Geweben und Organen. Ein wichtiges Strukturmolekül, auf das an dieser Stelle genauer eingegangen werden soll, ist Kollagen. Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Strukturprotein im menschlichen Körper und bildet einen wesentlichen Bestandteil des Bindegewebes. Es verleiht Haut, Knochen, Sehnen und verschiedenen anderen Geweben Festigkeit und Elastizität. Kollagenfasern sind stark, flexibel und bilden ein Gerüst, das die Zellen innerhalb eines definierten Gewebes zusammenhält. Die einzelnen Fasern bestehen aus langen Ketten von Aminosäuren, die eine stabile Helixstruktur bilden, die die mechanischen Eigenschaften des Moleküls erklären. Quervernetzungen zwischen den einzelnen Kollagenfasern verstärken die Festigkeit dieses komplexen Moleküls weiter. Insgesamt spielt Kollagen eine entscheidende Rolle bei der Wundheilung, der Hautelastizität und der Stabilität von Knochen und Knorpel. 

Vitamin B6 ist in diesem Kontext an zwei Stellen von zentraler Bedeutung. Zum einen spielt es eine tragende Rolle bei Bildung von Kollagen, indem es in beteiligten enzymatischen Prozessen als Co-Faktor fungiert. Außerdem wird Vitamin B6 für die Quervernetzung benötigt, da auch diese Prozesse enzymatisch katalysiert werden müssen. Dadurch ist Vitamin B6 sowohl für die Produktion als auch für die Stabilität von Kollagen von großer Bedeutung. Eine Beeinträchtigung könnte somit Auswirkungen auf die Integrität von Haut, Knochen und anderen Bindegewebsstrukturen haben.

Tatsächlich konnte dieser Zusammenhang in der Praxis beobachtet werden. So zeigen einige Studien eine Korrelation zwischen der Versorgung mit Vitamin B6 und Osteoporose. Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochen an Dichte und Festigkeit verlieren, was sie brüchig und anfälliger für Frakturen macht. In Deutschland sind schätzungsweise mehr als 8 Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Besonders häufig tritt diese Erkrankung bei älteren Menschen, insbesondere bei Frauen auf. Eine chinesische Studie aus dem Jahr 2019 zeigt, dass niedrige Vitamin B6-Spiegel mit einem erhöhten Osteoporoserisiko bei postmenopausalen Frauen verbunden sein können. Bei Männern fand sich kein solcher Zusammenhang. Allerdings spielten auch die Konzentrationen von Vitamin D und dem Parathormon eine Rolle. Niedrige Vitamin B6-Spiegel könnten also ein Risikofaktor für Osteoporose sein, besonders bei Frauen nach den Wechseljahren. [4]

Abbau von Homocystein für ein gesundes Herz-Kreislauf-System

Homocystein ist eine Aminosäure, die im menschlichen Körper natürlicherweise während der Verstoffwechselung von Methionin entsteht. Normalerweise wird Homocystein allerdings rasch recycelt, um es wieder zu Methionin umzusetzen. Dies ist aus zwei Gründen wichtig. Zum einen hat der Körper einen hohen Bedarf an Methionin, da es als eine der 21 biogenen Aminosäuren von grundlegender Bedeutung bei der Bildung von körpereigenen Proteinen ist. Zum anderen ist Homocystein in großem Mengen schädlich für unseren Körper. Ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut, auch als Hyperhomocysteinämie bezeichnet, kann mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht werden. Hierzu gehören vor allen Dingen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie arterielle Verschlusskrankheiten, die unter anderem das Risiko für Schlaganfälle oder eine vaskuläre Demenz deutlich erhöhen.

Tatsächlich gehen Mediziner inzwischen davon aus, dass ein erhöhter Homocystein-Spiegel unabhängig von seiner Ursache einen autonomen Risikofaktor für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Bluthochdruck, Thrombose, Herzinfarkt oder Schlaganfall) darstellt. Demnach läge etwa 10 Prozent des kardiovaskulären Risikos allein in einer ausbalancierten Menge von Homocystein im Blut [5]. Für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems ist es somit von großer Bedeutung, das entstehende Homocystein zügig umzuwandeln, um den entsprechenden Spiegel gering zu halten. 

Vitamin B6 spielt gemeinsam mit Folsäure und Vitamin B12 bei diesem Prozess eine entscheidende Rolle. Sie alle wirken als Cofaktor für den enzymatischen Abbau von Homocystein und leisten dadurch einen wesentlichen Beitrag für die Reduktion dieser risikobehafteten Aminosäure. Eine kombinierte Gabe dieser drei B-Vitamine ist eine empfohlene Maßnahme zur Senkung eines erhöhten Homocystein-Spiegels und wird insbesondere für Menschen empfohlen, die aus unterschiedlichen Gründen ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Erkrankungen aufweisen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf natürliche Alterungsprozesse, denn tatsächlich steigt der Homocystein-Spiegel im Blut bei älteren Menschen stetig an, wodurch eine vaskuläre Demenz, also Demenzerscheinungen aufgrund einer mangelhaften Durchblutung kleinster Blutgefäße im Gehirn, begünstigt wird. Etwa 10 bis 15 Prozent aller Demenzerkrankungen weltweit können als vaskuläre Demenz eingestuft werden, sodass es sich nach der Alzheimer-Krankheit um die zweithäufigste Demenzform handelt.

In einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022 stellten Wissenschaftler aus China fest, dass die Erhöhung des Homocystein-Spiegels als ein Risikofaktor für eine Demenz etabliert ist. Hierfür analysierten sie Daten aus 95 internationalen Studien mit insgesamt 46.175 Teilnehmern. Um einen erhöhten Homocystein-Spiegel zu reduzieren, ist eine optimale Versorgung mit den Vitaminen B6, Folsäure und B12 unabdingbar. Bei einer tatsächlich bestehenden Unterversorgung kann eine Supplementierung dieser Vitamine den kognitiven Abbau bei Demenzpatienten verlangsamen, besonders bei frühzeitiger und langfristiger Anwendung. Die Forscher betonen auf dieser Basis die enorme Wichtigkeit eines ausgewogenen B-Vitamin-Status in einer immer älter werdenden Bevölkerung. [6] 

Was passiert bei einem Mangel von Vitamin B6?

Eine Unterversorgung mit Vitamin B6 zeigt sich in sehr unterschiedlichen und eher diffusen Symptomen, die erst mal eher schwach ausgeprägt sind, sich bei zunehmendem Mangel aber drastisch steigern können. Zunächst zeigen sich meist neuronale Störungen wie Verwirrtheit, Konzentrationsstörungen oder Reizbarkeit. Zusätzlich kommt es im Zuge einer reduzierten Bildung von Häm zu einer mangelhaften Versorgung der stark durchbluteten Schleimhäute, was sich z. B. in rissigen und schnell entzündeten Lippen widerspiegelt. Bei einem ausgeprägten Mangel kann es zu Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen, Abgeschlagenheit und extremen Stimmungsschwankungen bis hin zur Depression kommen. Bei einem sehr schweren Mangel an Vitamin B6 zeigen sich schweren Hautentzündungen, Anämie und ausgeprägte neurologische Störungen bis hin zu Krampfanfällen. Ein so schwerer Mangel ist allerdings absolut selten. 

In der Schwangerschaft wird ein Mangel an Vitamin B6 mit einem erhöhten Risiko für Früh- und Fehlgeburten in Verbindung gebracht. Außerdem gibt es laufende Studien, die den möglichen Zusammenhang von einem Vitamin B6-Mangel mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und kognitivem Abbau untersuchen, die letztlich auf den bereits erläuterten Anstieg von Homocystein zurückzuführen sind. [7]

Insgesamt muss allerdings an dieser Stelle bereits verdeutlicht werden, dass ein akuter Mangel an Vitamin B6 ist in der Regel selten und dann auch eher schwach ausgeprägt ist. Ein Problem dabei stellt auch die Tatsache dar, dass Vitamin B6 kaum gespeichert werden kann und eine kontinuierliche Zufuhr von entscheidender Bedeutung für eine optimale Versorgung ist. Dadurch kann unter anderem im Zuge akuter Erkrankungen, die mit mangelhafter Nahrungsaufnahme einhergehen (z. B. akuter Magen-Darm-Infekt) eine kurzfristige Unterversorgung auftreten, die aber rasch wieder ausgeglichen werden kann, sobald zur normalen Ernährung zurückgekehrt wird. In einem solchen Fall sind keine langfristigen Folgen zu erwarten.

Wie wird Vitamin B6 aufgenommen?

Vitamin B6 wird über die Nahrung aufgenommen und gelangt über den Dünndarm in die Blutbahn. Vor allen Dingen im mittleren Abschnitt, dem Jejunum, erfolgt ein aktiver Transport von Vitamin B6 in die Zellen der Darmschleimhaut. Nur bei sehr großen Konzentrationen von Vitamin B6, wie sie etwa in Nahrungsergänzungsmitteln vorliegen, erfolgt zusätzlich eine passive Diffusion, sodass die Aufnahme auf diesem Wege deutlich erhöht werden kann. Über die Blutbahn gelangt Vitamin B6 schließlich in alle Zellen des Körpers. Die Normwerte für den Vitamin-B6-Spiegel liegen bei 5,0 – 30,0 µg/l.

Der natürliche Abbau von Vitamin B6 erfolgt hauptsächlich in der Leber und in geringerem Maße in den Nieren. Hierbei wird die Phosphatgruppe von nicht enzymgebundenem Pyridoxal-5’-Phosphat abgespalten, was zur Bildung von Pyridoxal führt. Unter Einfluss von spezifischen Enzymen wird Pyridoxal dann zu 4-Pyridoxinsäure umgewandelt, einer biologisch inaktiven Form von Vitamin B6. Dieses Abbauprodukt ist die Hauptausscheidungsform von Vitamin B6 im Stoffwechsel. Sie wird über die Nieren ausgeschieden und verlässt den Körper somit über den Urin.

Vitamin B6 in natürlichen Nahrungsmitteln

Vitamin B6 ist in der Natur weit verbreitet und kommt in einer Vielzahl natürlicher Lebensmittel vor. Tendenziell enthalten Fleisch und Fisch etwas mehr Vitamin B als pflanzliche Lebensmittel, jedoch ist besonders in Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten der Anteil groß genug, um auch bei Veganern den körpereigenen Bedarf über die Ernährung problemlos zu decken. Auch Blattgemüse und Obst enthalten geringe Mengen Vitamin B6, die vom Körper aufgenommen werden können. Wie immer ist also eine ausgewogene und vielseitige Ernährung das A und O bei der optimalen Versorgung mit Mikronährstoffen.

Zufuhrempfehlung und Versorgungslage

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene die tägliche Aufnahme von 1,4 bis 1,6 mg Vitamin B6. In der Schwangerschaft und Stillzeit wird der Bedarf mit bis zu 1,8 mg etwas höher eingeschätzt [8]. Dieser Bedarf kann laut Expertenmeinung von gesunden Menschen sehr gut über die natürliche Ernährung gedeckt werden.

Für eine realistische Bewertung der tatsächlichen Versorgungslage der deutschen Bevölkerung mit Mikronährstoffen werden regelmäßig stichprobenartige Befragungen von zufällig ausgewählten Personen aller Altersklassen zu ihren Ernährungsgewohnheiten durchgeführt. Diese sogenannten Nationalen Verzehrsstudien ermöglichen es, detaillierte Informationen über die Ernährungsgewohnheiten und -muster der Bevölkerung zu sammeln. Sie tragen dazu bei, den Nährstoffbedarf besser zu verstehen und mögliche Mängel oder Überschüsse zu identifizieren. Diese Daten werden auch als Basis verwendet, wenn es zum Beispiel darum geht, Grenzwerte für Nahrungsergänzungsmittel festzulegen.

Laut der Nationalen Verzehrsstudie II aus dem Jahr 2008 liegt die durchschnittliche Aufnahme von Vitamin B6 hierzulande tatsächlich eher über der empfohlenen Tagesmenge, was nicht zuletzt auf einen durchschnittlich hohen Konsum von Fleisch und entsprechenden Produkten zurückzuführen ist. Trotzdem erreichen 12 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen diese Menge scheinbar nicht über ihre normale Ernährung [9]. Zum aktuellen Zeitpunkt läuft eine erneute Datenerhebung, die Nationale Verzehrsstudie III. Sie wird im Jahr 2025 abgeschlossen sein.

Vitamin B6 in Supplements

Für Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B6 sind innerhalb Europas folgende Verbindungen zugelassen (gemäß EU-Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II (Fassung vom 30.09.2022):

  •     Pyridoxinhydrochlorid
  •     Pyridoxin-5′-phosphat
  •     Pyridoxal-5′-phosphat

Grundsätzlich lassen sich auf dem Markt zwei Arten von Supplements mit Vitamin B6 unterscheiden. Zum einen gibt es reine Vitamin B6 Produkte, die ausschließlich diesen Mikronährstoff enthalten. Gängig sind Kapseln mit vorgefertigten Tagesdosierungen, die Mengen bis zu 25 mg pro Tag vorsehen. Auch Tropfen werden angeboten, die den Vorteil haben, dass sie sich individuell dosieren lassen. Zum anderen gibt es eine ganze Reihe von Kombipräparaten, die neben Vitamin B6 noch andere Mikronährstoffe enthalten. So wird Vitamin B6 oft in Multivitaminpräparaten oder in Form  von Vitamin-B-Komplexen (enthält alle B Vitamine) angeboten, um eine umfassende Versorgung mit vielen Vitaminen zu gewährleisten. Auch umfangreiche Kombinationen mit Mineralstoffen, Spurenelementen oder sekundären Pflanzenstoffen zur Gesundheitsförderung enthalten oftmals B-Vitamine. Ein Grund für diese breite Verwendung liegt in der Tatsache, dass Vitamin B6 als wasserlösliches Vitamin nicht gespeichert wird und eine akute Überdosierung eher unwahrscheinlich ist. So können für ein Kombipräparat die entsprechend zugelassenen Werbeversprechen genutzt werden, auch wenn bei dem betreffenden Verbraucher wahrscheinlich gar keine Unterversorgung mit Vitamin B6 vorliegt. Auf diese Werbeversprechen wird weiter unten genauer eingegangen.

Tatsächlich warnt die Verbraucherzentrale Deutschland Nutzer vor zu hohen Dosierungen von Vitamin B6 in Supplements, da Hersteller völlig unnötigerweise Tagesdosierungen vorsehen, die mehr als 3.000 % des Tagesbedarfs darstellen. Derartige Produkte werden als „hochdosiert“ beworben, ohne das diese Dosierungen einen gesundheitlichen Vorteil darstellen. Im Gegenteil, auch wenn eine große Menge von Vitamin B6 akut scheinbar keine gesundheitlichen Probleme bereitet, deuten Studien doch darauf hin, dass eine langfristige Verwendung derart hoher Dosierungen nicht nur kaum einen erwartbaren Nutzen, sondern auch negative Folgen haben kann. Auf die Risiken und empfohlenen Höchstmengen wird weiter unten in diesem Artikel genauer eingegangen.

Nutzer erkennen hohe Dosierungen an dem in der Nährwerttabelle angegebenem Nährstoffbezugswert für die Tageszufuhr (NRV). Dabei entspricht 100 % der empfohlenen Tagesmenge. Eine Aufnahme darüber hinaus, wobei die Aufnahme aus der natürlichen Ernährung nicht vergessen werden sollte, stellt in der Regel keinen gesundheitlichen Vorteil dar. Ausnahmen sind zum Beispiel Menschen mit Störungen der aktiven Nährstoffaufnahme aus dem Dünndarm. Hier kann eine sehr hohe Dosierung dazu führen, dass durch passive Diffusion große Mengen des Vitamins aufgenommen werden können. Auch hierauf soll später noch im Detail eingegangen werden. [10]

Werbeversprechen – Health Claims

Health Claims sind Aussagen, die die gesundheitlichen Vorzüge eines Nahrungsergänzungsmittels oder seiner Bestandteile beschreiben und zu Werbezwecken verwendet werden. Ihr Zweck ist es, Verbrauchern klare und gut fundierte Informationen über mögliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu bieten. In der EU unterliegen Health Claims strengen Richtlinien und müssen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einzeln wissenschaftlich bewertet und ausdrücklich genehmigt werden, bevor sie verwendet werden dürfen. Diese Vorgehensweise soll sicherstellen, dass die gemachten Aussagen auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und verlässlich sind. Um eine Zulassung zu erhalten, müssen die Antragsteller, in der Regel die Hersteller entsprechender Produkte, umfangreiche wissenschaftliche Belege in Form öffentlich publizierter Studien vorlegen, die die behaupteten gesundheitlichen Vorteile stützen. Diese Studien werden dann von unabhängigen Wissenschaftlern der EFSA überprüft, um sicherzustellen, dass sie den wissenschaftlichen Standards entsprechen. Am Ende des Prozesses müssen Health Claims immer klar und verständlich formuliert sein und dürfen keine irreführenden Informationen enthalten.

Basierend auf den wissenschaftlichen Einschätzungen der EFSA wurden in den Jahren 2009 und 2010 folgende Health Claims für Vitamin B6 zugelassen:

  •     Beitrag zum normalen Protein- und Glykogenstoffwechsel.
  •     Beitrag zur normalen Funktion des Nervensystems.
  •     Beitrag zur Bildung von roten Blutkörperchen.
  •     Beitrag zur normalen Funktion des Immunsystems.
  •     Regulation der hormonellen Aktivität.
  •     Beitrag zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel.
  •     Beitrag zur normalen Cysteinsynthese.
  •     Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung.

Beantragte Health Claims für die Erhaltung normaler Knochen, Zähne, Haare, Haut oder Nägel wurden aufgrund mangelnder Belege nicht zugelassen. Der Antrag eines Health Claim für Vitamin B6 und mentale Leistungsfähigkeit wurde aufgrund der möglichen Förderung eines übermäßigen Verzehrs von Vitamin B6 ebenfalls abgelehnt. Insgesamt geht die EFSA davon aus, dass die normale Durchschnittsbevölkerung, die als Zielgruppe der beantragten Health Claims verstanden wird, mithilfe einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung eine ausreichenden Menge an Vitamin B6 aufnimmt. Positive gesundheitliche Effekte über die Bedarfsdeckung hinaus seien nicht zu erwarten. [11, 12]

Wer könnte von Supplements mit Vitamin B6 profitieren?

Zunächst soll an dieser Stelle noch mal deutlich gesagt werden, dass eine ernährungsbedingte Unterversorgung mit Vitamin B6 hierzulande absolut selten ist und dann eher bei einer schweren Unterernährung oder im Zusammenhang mit Essstörungen (z. B. Magersucht) oder starkem Alkoholmissbrauch auftritt. Von der breiten Masse der gesunden Bevölkerung ist, auch auf der Basis der oben erläuterten Ergebnisse der jüngsten Nationalen Verzehrsstudie, davon auszugehen, dass genügend Vitamin B6 mit der natürlichen Ernährung aufgenommen wird.

Dennoch können einige Faktoren dazu beitragen, die effektive Versorgung des Körpers mit Vitamin B6 so sehr zu beeinträchtigen, dass auch bei augenscheinlich ausreichender Zufuhr über die Nahrung eine faktische Unterversorgung entsteht. Mögliche Risikofaktoren für einen solchen ernährungsunabhängigen Mangel an Vitamin B6 können somit eine unzureichende Aufnahme im Magen-Darm-Trakt oder eine übermäßige Ausscheidung über die Nieren sein. Beides kann eine Folge von chronischen Erkrankungen oder eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z. B. Diuretika) sein. Auch ein erhöhter Bedarf kann dazu führen, dass eine leichte Unterversorgung entsteht.

Grundsätzlich können Supplements mit Vitamin B6 nur dann einen gesundheitlichen Vorteil bringen, wenn tatsächlich eine Unterversorgung besteht, die durch die Einnahme ausgeglichen wird. Bei einer Einnahme über den Bedarf hinaus ist kein positiver Effekt zu erwarten.

Im Folgenden sollen einige Personengruppen vorgestellt werden, die aus unterschiedlichen Gründen ein erhöhtes Risiko für eine ernährungsunabhängige Unterversorgung mit Vitamin B6 haben und daher von einer Supplementierung profitieren könnten. Im Einzelfall kann es jedoch ratsam sein, ärztlich abklären zu lassen, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt bzw. welche anderen Mikronährstoffe möglicherweise ebenfalls betroffen sind.

Menschen mit chronischen Darmerkrankungen

Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sind komplexe immunvermittelte Erkrankungen, die primär den Magen-Darm-Trakt betreffen und dort zu ständig wiederkehrenden Entzündungen der Darmschleimhaut (aktive Phase) führen. Auch Manifestationen außerhalb des Magen-Darm-Traktes (z. B. Gelenkentzündungen) sind möglich und erhöhen den Leidensdruck der Patienten mitunter enorm. In Deutschland sind etwa 250.000 Menschen von Morbus Crohn und 400.000 von einer Colitis ulcerosa betroffen.

Bei Patienten mit einer aktiven chronisch-entzündlichen Darmerkrankung kann es zu einer problematischen Versorgung von Vitamin B6 kommen, da lokale Entzündungen den aktiven Transport in die Zellen des Dünndarms behindern. So gelangt auch bei ausreichender Zufuhr über natürliche Lebensmittel keine ausreichende Menge des wichtigen Vitamins in den Körper. Da Vitamin B6 kaum im Körper gespeichert werden kann, entsteht so schnell eine Unterversorgung, die zu zusätzlichen Symptomen (z. B. Konzentrationsstörungen) führen kann. Tatsächlich konnten Mediziner aus Italien nachweisen, dass Personen mit entzündlichen Darmerkrankungen niedrigere Plasmaspiegel von Vitamin B6 aufwiesen als gesunde Vergleichspersonen. Besonders in den aktiven Phasen der Erkrankung waren die Vitamin-B6-Spiegel signifikant reduziert [13]. Supplements haben für diese Patienten den Vorteil, dass das enthaltene Vitamin B6 durch die hohe Konzentration passiv durch die Schleimhaut im Dünndarm diffundiert, sodass der gestörte aktive Transport während der akuten Entzündungsphase umgangen wird.

Darüber hinaus deuten Ergebnisse einer tierexperimentellen Studie aus Boston darauf hin, dass eine Supplementierung von Vitamin B6 zu einer Reduktion von Entzündungsmarkern im Dickdarm führen könnte. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieder Effekt darauf zurückzuführen ist, dass Vitamin B6 den Abbau von Sphingosin 1-Phosphat (S1P) katalysiert, einem chemotaktischen Lipid, das an Entzündungsprozessen beteiligt ist. Dieser interessante Ansatz muss allerdings auf die Gültigkeit beim Menschen überprüft werden. Klinische Studien in diese Richtung stehen noch aus. [14]

Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen

Chronische Nierenerkrankungen stellen eine ernste Beeinträchtigung dar, von der Schätzungen zufolge allein in Deutschland ca. 9 Millionen Menschen betroffen sind. Diese Erkrankungen sind durch eine schrittweise Beeinträchtigung der Nierenfunktion gekennzeichnet und können schwerwiegende Auswirkungen auf den Gesundheitszustand haben. Eine deutliche Folge der gestörten Nierenfunktion ist neben empfindlichen Elektrolytstörungen ein sich stetig weiter entwickelnder Nährstoffmangel. Er entsteht, weil Mikronährstoffe zu schnell und in zu großer Menge aus dem Blut herausgespült werden und so nicht in ausreichender Menge zu den Zellen gelangen können, die sie benötigen. Insbesondere solche Vitamine wie Vitamin B6, die nicht gut gespeichert werden können, sind davon betroffen. Es ist deshalb von großer Bedeutung, die Vitamin-B6-Versorgung bei Nierenpatienten gezielt zu überwachen und gegebenenfalls zu supplementieren.

Wissenschaftler der Universität Bologna erläutern in einer Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020, dass kardiovaskuläre Erkrankungen häufige Begleiterkrankungen bei Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen sind und innerhalb dieser Patientengruppe um ein Vielfaches häufiger vorkommen als in der übrigen Bevölkerung. Sie führen dies auf einen erhöhten Homocystein-Spiegel zurück, der durch eine chronische Unterversorgung mit den entsprechenden B-Vitaminen (B6, B12 und Folsäure) entsteht. So kann eine gezielte Supplementierung mit diesen drei B-Vitaminen bei dieser Patientengruppe womöglich nicht nur die akuten Symptome einer Unterversorgung, sondern auch das Risiko für kardiovaskuläre Begleiterkrankungen reduzieren. [15]

Menschen mit Diabetes

Diabetes mellitus, allgemein bekannt als Diabetes oder Zuckerkrankheit, ist eine weitverbreitete Stoffwechselerkrankung, die durch einen anhaltend hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) aufgrund beeinträchtigter Insulinausschüttung, Insulinwirkung oder beidem gekennzeichnet ist. Sie beeinflusst das Leben von Millionen Menschen weltweit und stellt eine erhebliche gesundheitliche Herausforderung dar. In Deutschland sind schätzungsweise 7,5 Millionen Menschen von Diabetes betroffen, was einer Prävalenz von etwa 9% der Bevölkerung entspricht. Zwar kann diese Erkrankung durch die zusätzliche Gabe von Insulin gut kontrolliert werden, dennoch ist das Risiko für eine Vielzahl von Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Augenschäden deutlich erhöht. Die Rolle von Vitamin B6 wurde in diesem Zusammenhang eingehend untersucht, da es unter anderem eine wichtige Funktion im Glukosestoffwechsel hat.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 befasst sich intensiv mit dem Zusammenhang zwischen Diabetes und Vitamin B6. So zeigt sich bei Patienten mit Diabetes ein signifikant niedrigerer Vitamin B6-Spiegel als bei gesunden Vergleichspersonen, deren Ursache unklar ist. Tatsächlich scheinen sich der niedrige Vitamin B6-Spiegel und die Diabeteserkrankung gegenseitig zu begünstigen, sodass ein Teufelskreis entsteht, der Vitamin B6 und Diabetes miteinander in Beziehung setzt. Einige Studien deuten darauf hin, dass insbesondere neurologische Folgeerkrankungen von Typ 2 Diabetes (z. B. Neuropathien) in direktem Zusammenhang mit einem chronischen Mangel an Vitamin B6 stehen, sodass eine Supplementierung dazu beitragen könnte, das Risiko für solche Begleiterkrankungen zu reduzieren. Interessanterweise gibt es auch Hinweise darauf, dass eine Supplementierung von Vitamin B6 direkt positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben könnte. So konnte sowohl im Tiermodell als auch bei kleinen Patientengruppen gezeigt werden, dass die Gabe von Vitamin B6 zu einer Stabilisierung der Blutzuckerregulation führte. Insgesamt zeigt sich die Forschung in diesem Bereich als sehr vielversprechend, jedoch müssen viele Frage noch geklärt werden. Dennoch zeigt sich insgesamt, dass die Situation von Patienten mit Diabetes durch eine Supplementierung von Vitamin B6 verbessert werden könnte. [16]

Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit

Wie bereits weiter oben erläutert, steigt der Bedarf an Vitamin B6 während der Schwangerschaft und der Stillzeit an. Bei der durchschnittlich guten Versorgungslage in Deutschland ist auch dieser erhöhte Bedarf normalerweise gut über eine ausgewogene Ernährung zu decken. Ein prominentes Problem ist allerdings Schwangerschaftsübelkeit. Insbesondere während des ersten Trimesters leiden über die Hälfte der Frauen an häufiger Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Gerade bei den wasserlöslichen B-Vitaminen kann diese anhaltende Übelkeit schnell zu einer Unterversorgung führen. Zwar sind vor allen Dingen Folsäure und Vitamin B12 wichtig für eine gut verlaufende Schwangerschaft und werden daher häufig für diese Zielgruppe empfohlen, doch auch Vitamin B6 spielt durch seine breit aufgestellten Funktionen im Körper eine wichtige Rolle bei den steigenden physiologischen Herausforderungen in dieser Zeit.

Insbesondere ein erhöhter Homocystein-Spiegel steht in engen Zusammenhang mit unterschiedlichen Komplikationen während einer Schwangerschaft, darunter wiederholter Schwangerschaftsverlust, Präeklampsie, Frühgeburt, Plazentaablösung, Wachstumsbeschränkung des Fetus und Schwangerschaftsdiabetes. Neben Folsäure und Vitamin B12 spielt Vitamin B6 eine wichtige Rolle beim Abbau von Homocystein, sodass der Blutspiegel dieser potentiell schädlichen Aminosäure gesenkt werden kann. [17]

Oftmals wird darüber berichtet, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin B6 die Symptome einer Schwangerschaftsübelkeit reduzieren würde. Allerdings mangelt es an hochwertigen Forschungsarbeiten, die diese These eindeutig unterstützen. Es ist wichtig zu betonen, dass die bisherigen Untersuchungen nicht zwangsläufig bedeuten, dass die untersuchten Interventionen unwirksam sind, sondern dass es nicht ausreichend starke Evidenz für eine bestimmte Intervention gibt. [18]

Frauen in den Wechseljahren

Die Wechseljahre sind eine bedeutende Phase im Leben einer Frau, die mit hormonellen Veränderungen, insbesondere der Reduktion der Östrogenproduktion einhergeht und vielfältige Auswirkungen auf den Körper und die Psyche hat.Supplements mit Vitamin B6 werden häufig damit beworben, sich insbesondere während der Wechseljahre positiv auf die Psyche auszuwirken und den Gemütszustand quasi zu stabilisieren. Diesen Effekt kann das Vitamin über seinen Einfluss bei der Bildung unterschiedlicher Neurotransmitter erzielen. Zusätzlich interagiert Vitamin B6 mit Steroidhormonen und beeinflusst dessen Effekte, sodass auch hier zusätzliches Vitamin B6 das Gleichgewicht im Körper beeinflussen kann. Es muss natürlich beachtet werden, dass auch hier diese Effekte nur wirklich greifen können, wenn zumindest eine minimale Unterversorgung mit Vitamin B6 vorliegt, durch die sich ein Teil der Symptome letztlich begründen lassen. 

Zusätzlich zu den unterschiedlichen Beschwerden während der Wechseljahre ist Vitamin B6 ein spannendes Supplement in der Vorsorge von Osteoporose, bei der Knochensubstanz langsam aber stetig so sehr abgebaut wird, dass es schneller zu einer Fraktur kommen kann. Östrogen ist ein Hormon, das eine schützende Wirkung auf die Knochen hat. Es unterstützt den Knochenstoffwechsel, indem es den Knochenabbau verringert und die Knochenbildung fördert. Wenn der Östrogenspiegel während der Wechseljahre sinkt, können die Knochen an Dichte und Festigkeit verlieren. Dies macht sie anfälliger für Brüche und Frakturen. Mehrere Studien haben festgestellt, dass Frauen mit höheren Aufnahmen von Vitamin B6 eine höhere Knochendichte an Hüfte und Wirbelsäule haben als Frauen mit niedrigeren Aufnahmen, wodurch sich das Risiko für Knochenbrüche signifikant geringer darstellte. [19] 

Ältere Menschen

Grundsätzlich zeigen die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie II, wie bereits weiter oben erläutert, dass die Versorgung mit Vitamin B6 in allen untersuchten Altersstufen als sehr gut bezeichnet werden kann. Dennoch steht ein suboptimaler Vitamin-B6-Status mit bestimmten Krankheiten in Verbindung, die insbesondere ältere Menschen betreffen (z. B. beeinträchtigte kognitive Funktion bis zur Demenz, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Einige dieser Probleme könnten mit den erhöhten Homocystein-Konzentrationen in Verbindung stehen, die mit einem Vitamin-B6-Mangel einhergehen, aber es gibt auch Hinweise auf andere Mechanismen, die unabhängig von Homocystein sind.

Um die Lebensqualität im Alter hochzuhalten, ist eine besondere Achtsamkeit auf gesundheitsförderliches Verhalten geboten. Hierzu gehört neben regelmäßiger Bewegung und einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung auch ein prüfender Blick auf eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen. Tatsächlich können unterschiedliche chronische Erkrankungen oder ein generell verlangsamter Stoffwechsel im Alter zu einer Unterversorgung mit Vitamin B6 führen. Im Zweifel schafft eine regelmäßige Untersuchung des Serum-Spiegels Klarheit über die tatsächliche individuelle Versorgungslage, sodass eine mögliche Supplementierung gezielt stattfinden kann. [20]

Vitamin B6 zur Leistungssteigerung?

Insbesondere auf Wegen, die keinen strengen Kontrollen bezüglich Werbeversprechen ausgesetzt sind, wird Supplements mit Vitamin B6 nachgesagt, die kognitive und physische Leistung zu steigern. Derartige Aussagen finden sich z. B. in diversen Foren oder in sozialen Medien. Wie oben erläutert, spielt Vitamin B6 auf unterschiedlichen Ebenen eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung, die entsprechend eingeschränkt sein kann, wenn eine Unterversorgung vorliegt. Diese Energie wird sowohl für das Gehirn als auch für die Muskulatur benötigt. Dennoch kann eine „Leistungssteigerung“ durch Supplementierung von Vitamin B6 nur in dem Ausmaße stattfinden, indem eine tatsächlich bestehende Unterversorgung ausgeglichen wird. Da der absolute Großteil der gesunden Bevölkerung Schätzungen zufolge mehr als ausreichend mit Vitamin B6 versorgt ist, muss davon ausgegangen werden, dass keine Unterversorgung vorliegt, die behoben werden könnte. Entsprechend ist eine pauschale Leistungssteigerung nicht zu erwarten. Aus ebendiesem Grunde wurde, wie bereits weiter oben erläutert, auch das Werbeversprechen zur Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit nicht durch die EFSA genehmigt.

Dennoch kann ein solcher Effekt durchaus bei Menschen erwartet werden, bei denen zum Beispiel aus oben genannten Gründen eine Unterversorgung vorliegt. Hier muss also immer genau auf den individuellen Status geschaut werden. Bei Unklarheit kann eine einfache Blutanalyse die persönliche Versorgungslage mit Vitamin B6 offenlegen.

Höchstmengen und Risiken

Obwohl größere Mengen von Vitamin B6 akut nicht giftig zu sein scheinen, gibt es Hinweise auf mögliche Langzeitfolgen, wenn hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin B6 über einen langen Zeitraum eingenommen werden. Mögliche Folgen sind unter anderem Nervenstörungen, Muskelschwäche, Beeinträchtigung der Knochenstabilität oder Hautausschlag.

Im Detail zeigte eine Studie der Universität Oslo, das Frauen, die über Jahre hinweg hochdosiertes Vitamin B6 (mehr als 35 mg) und Vitamin B12 (mehr als 20 mg) einnahmen, ein bis zu 50 Prozent erhöhtes Risiko für eine Hüftfraktur aufwiesen als Frauen, die keine Supplements oder solche mit deutlich geringerer Dosierung einnahmen. Zum Vergleich: Die aktuell empfohlenen Tagesmengen sind etwa 1,5 mg Vitamin B6 und 2,4 mg Vitamin B12 pro Tag. Zusätzlich zur Beeinträchtigung der reinen Knochenstabilität durch die hohe Aufnahme der B-Vitamine diskutieren die Forscher auch die Möglichkeit, eines erhöhten Sturzrisikos, da Vitamin B6 in derart hohen Dosierung zu Nervenstörungen und Problemen mit der Muskelspannung führen kann. Insgesamt unterstreichen sie, dass auch vermeintlich unbedenkliche Vitaminpräparate vorsichtig angewendet werden müssen. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass auch ein reduzierter Spiegel von Vitamin B6 in einem Zusammenhang mit der Instabilität von Knochen steht. Hier zeigt sich deutlich, dass ein gesundes physiologisches Maß gehalten werden sollte, weil Abweichungen in beide Richtungen zu ähnlich gelagerten Problemen führen können. [21] 

Eine Studie aus den USA im Jahr 2017 konnte außerdem zeigen, dass zumindest bei Männern die langfristige Einnahme von Vitamin B6 und Vitamin B12 in hohen Dosierungen (mehr als 20 mg und mehr als 55 mg pro Tag) mit einem erhöhtem erhöhten Auftreten (30-40%) von Lungenkrebs korreliert. Das besonders tragische daran ist, dass ein Großteil der rauchenden Probanden die Vitaminpräparate langfristig verwendet haben, weil sie das Krebsrisiko reduzieren sollten. Dies war zum damaligen Zeitpunkt (die Langzeitstudie begann im Jahr 2000) tatsächlich der Wissensstand und wurde der Bevölkerung so als gesundheitsvorbeugende Maßnahme empfohlen. [22]

Andere Studie konnten zeigen, dass hohe Dosierungen von Vitamin B6 die Wirkung von Medikamenten beeinträchtigen können (z. B. L-Dopa in der Parkinsontherapie) oder bei stillenden Müttern die Milchproduktion beeinträchtigen kann. Insgesamt kann also nicht mehr (wie früher) davon ausgegangen werden, dass die Einnahme von Vitamin B6 vollkommen unbedenklich ist.

Auf der Basis dieser und weiterer Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren, nicht mehr als 3,5 mg Vitamin B6 pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen [23]. Die EFSA definierte im Jahr 2023 eine tolerierbare Höchstmenge von 12 mg Vitamin B6 pro Tag aus allen Quellen, also natürliche Ernährung plus Supplements [24]. Aufgenommene Mengen darüber hinaus seien langfristig als nicht sicher einzustufen. Interessant ist an dieser Stelle, dass dieser Höchstwert bis 2023 noch mit 25 mg angegeben wurde, was der Tagesdosis in „hochdosierten“ Supplements entspricht. Die Aktualisierung erfolgte aufgrund der oben erläuterten jüngsten Erkenntnisse. Dies unterstreicht die Bedeutung von ständiger Forschung, Datensammlung und Prüfung der aktuell gültigen Vorgaben.

Von sogenannten „hochdosierten“ Präparaten, die diese Höchstmengen überschreiten ist damit eher abzuraten. Tatsächlich sind die definierten Höchstmenge der EFSA verbindlich für alle Produkte auf dem Markt innerhalb der EU. Es könnte jedoch einige Zeit dauern, bis die Hersteller ihre Produkte in der Rezeptur überarbeitet haben, um diese neuen Empfehlungen zu berücksichtigen. Ebenso werden noch eine Zeit lang Produkte mit alten Dosierungen im Umlauf sein. Die Empfehlungen des BfR sind reine Informationen für Verbraucher, die  für Hersteller und Händler nicht bindend sind. Daher sollte stets ein sorgsamer Blick auf die enthaltene Menge von Vitamin B6 in Supplements geworfen werden. Im Zweifel ist weniger mehr.

Fazit mit Vor- und Nachteilen

Vitamin B6 ist von grundlegender Bedeutung für zahlreiche Prozesse in unserem Körper. Da es kaum gespeichert werden kann, muss das Vitamin stetig mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine Versorgung auf diesem natürlichen Wege stellt normalerweise kein Problem dar, da Vitamin B6 in zahlreichen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln in ausreichender Menge vorkommt. Experten gehen daher davon aus, dass ein ernährungsbedingter Mangel äußerst selten ist. Dennoch können verschiedene Faktoren (insbesondere bestimmte chronische Erkrankungen) dazu führen, dass die Verstoffwechslung von Vitamin B6 gestört wird, sodass es auch bei einer ausgewogenen Ernährung zu einer faktischen Unterversorgung kommen kann. Auch ein gesteigerter Bedarf wie er in der Schwangerschaft oder Stillzeit auftritt, kann dazu führen, dass der Körper nicht mehr über die benötigte Menge des Vitamins verfügt.

Typische Symptome einer leichten Unterversorgung (mehr ist bei uns nicht zu erwarten) sind Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen oder Müdigkeit. Ein Defizit kann mithilfe eines Supplements rasch ausgeglichen werden. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass viele Präparate auf dem Markt Dosierungen enthalten, die nach Einschätzung des Bundesinstitutes für Risikobewertung zu hoch sind. Damit bringen sie nicht nur keinen weiteren Nutzen, sondern können sich langfristig sogar schädlich auf die Gesundheit auswirken. Tatsächlich hat die EFSA die tolerierbare Höchstmenge von Vitamin B6 mit 12 mg pro Tag deutlich nach unten korrigiert. Grundsätzlich stuft das BfR 3,5 mg Vitamin B6 pro Tag über Nahrungsergänzungsmittel aber als mehr als ausreichend an. Die Hälfte würde im Grunde bereits reichen, um den Tagesbedarf zu decken.

Grundsätzlich ist es ratsam, eine langfristige Verwendung solcher Supplements mit dem Arzt abzuklären und dabei die tatsächliche individuelle Versorgung zu überprüfen. 

Quellen

[1] Tardy et al. (2020) Vitamins and Minerals for Energy, Fatigue and Cognition: A Narrative Review of the Biochemical and Clinical Evidence, Nutrients. 2020 Jan 16;12(1):228. 

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31963141/

[2] Calderón-Ospina et al. (2020) B Vitamins in the nervous system: Current knowledge of the biochemical modes of action and synergies of thiamine, pyridoxine, and cobalamin, CNS Neurosci Ther. 2020 Jan;26(1):5-13.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31490017/

[3] Kaminiów et al. (2021) Pyridoxine-Dependent Epilepsy and Antiquitin Deficiency Resulting in Neonatal-Onset Refractory Seizures, Brain Sci. 2021 Dec 31;12(1):65.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35053812/

[4] Wang et al. (2019) Association between serum vitamin B6 concentration and risk of osteoporosis in the middle-aged and older people in China: a cross-sectional study, BMJ Open. 2019.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6615830/

[5] Fowler (2013) Homocystein – ein unabhängiger Risikofaktor für kardiovaskuläre und thrombotische Erkrankungen, Therapeutische UmschauVol. 62, No. 9

https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1024/0040-5930.62.9.641

[6] Wang et al. (2022) B vitamins and prevention of cognitive decline and incident dementia: a systematic review and meta-analysis, Nutr Rev. 2022 Mar 10;80(4):931-949.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34432056/

[7] Brown et al. (2023) Vitamin B6 Deficiency, In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023 Jan. 2023 Aug 8.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29261855/

[8] DGE (Stand: 2019) Referenzwert Vitamin B6

https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-b6/

[9] Max Rubner-Institut & Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (2008) Nationale Verzehrsstudie II – Ergebnisbericht https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/NVS_ErgebnisberichtTeil2.pdf

[10] Verbraucherzentrale (Stand: 16. Juni 2023) Vitamin B6 – wirklich Power fürs Gehirn?

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/vitamin-b6-wirklich-power-fuers-gehirn-8230

[11] EFSA (2010) Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to vitamin B6 and contribution to normal homocysteine metabolism (ID 73, 76, 199), maintenance of normal bone (ID 74), maintenance of normal teeth (ID 74), maintenance of normal hair (ID 74), maintenance of normal skin (ID 74), maintenance of normal nails (ID 74), contribution to normal energy-yielding metabolism (ID 75, 214), contribution to normal psychological functions (ID 77), reduction of tiredness and fatigue (ID 78), and contribution to normal cysteine synthesis (ID 4283) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/20061EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA), EFSA Journal 2010;8(10):1759.

https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.2903/j.efsa.2010.1759

[12] EFSA (2009) Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to vitamin B6 and protein and glycogen metabolism (ID 65, 70, 71), function of the nervous system (ID 66), red blood cell formation (ID 67, 72, 186), function of the immune system (ID 68), regulation of hormonal activity (ID 69) and mental performance (ID 185) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/20061EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA), EFSA Journal 2009; 7(9):1225.

https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.2903/j.efsa.2009.1225

[13] Saibeni et al. (2003) Low vitamin B(6) plasma levels, a risk factor for thrombosis, in inflammatory bowel disease: role of inflammation and correlation with acute phase reactants, Am J Gastroenterol. 2003 Jan;98(1):112-7.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12526945/

[14] Selhub et al. (2013) Dietary vitamin B6 intake modulates colonic inflammation in the IL10-/- model of inflammatory bowel disease, J Nutr Biochem. 2013 Dec;24(12):2138-43.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24183308/

[15] Cappucilli et al. (2020) Vitamin B Supplementation and Nutritional Intake of Methyl Donors in Patients with Chronic Kidney Disease: A Critical Review of the Impact on Epigenetic Machinery, Nutrients. 2020 Apr 27;12(5):1234.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32349312/

[16] Mascolo & Verni (2020) Vitamin B6 and Diabetes: Relationship and Molecular Mechanisms, Int J Mol Sci. 2020 May; 21(10): 3669.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32456137/

[17] Dai et al. (2021) A Novel Review of Homocysteine and Pregnancy Complications, Biomed Res Int. 2021 May 6:2021:6652231.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34036101/

[18] Matthews et al. (2015) Interventions for nausea and vomiting in early pregnancy, Cochrane Database Syst Rev. 2015 Sep 8;2015(9):CD007575.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26348534/

[19] Welan (2023) Effect of Vitamin B6 on Osteoporosis Fracture, J Bone Metab. 2023 May;30(2):141-147.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37449347/

[20] Spinneker et al. (2007) Vitamin B6 status, deficiency and its consequences–an overview, 

Nutr Hosp. 2007 Jan-Feb;22(1):7-24.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17260529/

[21] Meyer et al. (2019) Association of High Intakes of Vitamins B6 and B12 From Food and Supplements With Risk of Hip Fracture Among Postmenopausal Women in the Nurses‘ Health Study, JAMA Netw Open. 2019 May 3;2(5):e193591.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31074816/

[22] Brasky et al. (2017) Long-Term, Supplemental, One-Carbon Metabolism-Related Vitamin B Use in Relation to Lung Cancer Risk in the Vitamins and Lifestyle (VITAL) Cohort, J Clin Oncol. 2017 Oct 20;35(30):3440-3448.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28829668/

[23] BfR (Stand: 2023) Höchstmengenvorschläge für Vitamin B6 in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln

https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-vitamin-b6-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf

[24] EFSA (2023) Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin B6, EFSA Journal 2023;21(5):8006

https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/8006

Annika Mix ist promovierte Biologin und arbeitete viele Jahre in der medizinischen Grundlagenforschung. Mit einer journalistischen Weiterbildung erfüllte sie sich den Wunsch, als freiberufliche Texterin und Wissenschaftsjournalistin Themen aus dem Bereich von Gesundheit und Forschung alltagsnah zu vermitteln.