Sencha Tee

Mit einem Marktanteil von rund 80 % ist Sencha der am häufigsten angebaute Tee in Japan. Der Tee ist das Ergebnis einer über 1000-jährigen Geschichte, auf die der Teeanbau in Japan zurückblicken kann. Sencha Tee selbst ist jedoch erst im 18. Jahrhundert entstanden. Im Jahr 1738 war es, als ein gewisser Herr Nagatani Soen aus Uji in der Präfektur Kyoto eine Entdeckung machte. Er stellte fest, dass der grüne Tee an Aroma gewinnt, wenn man ihn nach dem Dämpfen rollt. Damit sind gleich zwei Punkte angesprochen, die japanischen Sencha Tee ausmachen.

In China werden die Teeblätter zur Herstellung von Grüntee geröstet. Dieser Vorgang verhindert die Fermentation der Inhaltsstoffe. Ohne diesen Arbeitsgang wäre das Ergebnis schwarzer Tee. In Japan jedoch wird die Fermentation gestoppt, indem die Blätter unmittelbar nach der Pflückung für rund 10 bis 30 Sekunden oder 60 bis 100 Sekunden gedämpft werden. Bei einer kurzen Dämpfungszeit handelt es sich um einen leichten Asamushi oder flach gedämpften Sencha und bei einer langen um einen voluminös-weichen Fukamushi beziehungsweise tief gedämpften Sencha. Beide werden nach dem Dämpfen mit Heißluft getrocknet.

Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass der Tee seinen frischen, würzigen sowie grasigen Geschmack behält, der von süßlich bis herb variieren kann. Werden die Blätter im nächsten Schritt nach der Uji-Methode gerollt, führt das zum Aufbrechen ihrer Zellwände. Das hat zur Folge, dass die Inhaltsstoffe bei der Zubereitung schneller und vollständiger in das Teewasser gelangen können: Der Tee wird intensiver.

Eine Besonderheit beim Sencha Tee ist zudem, dass die Pflanzen in den Wochen vor der Ernte nicht abgedeckt werden. Die Blätter sind also anders als bei japanischen Schattentees wie Kabusecha, Gyokuro oder Tencha bis zur Ernte der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Unterschieden werden beim Sencha 3 Ernteperioden. Die 1. Pflückung von höchster Qualität findet zwischen April und Mai statt. Sie heißt Ichibancha. Aus ihr stammen sanft-süßliche Tees mit lieblichem Charakter. Die 2. Pflückung, Nibancha, geschieht von Juni bis Juli und ist meist mittlerer Güte. Sanbancha ist der Name der 3. Pflückung im August. Sie bringt deutlich bitterere Tees hervor.

Sencha Tee Inhaltsstoffe

Aufgrund des Anbaus ohne Abschirmung vor der Sonneneinstrahlung ist eine Stoffgruppe, die für grünen Tee typisch ist, im Sencha besonders reichhaltig vorhanden. Das sind die Bitterstoffe des Tees, die Catechine und hier insbesondere EGCG oder Epigallocatechin-3-Gallat. Bei Catechinen handelt es sich um hoch antioxidative Polyphenole. Viele Wirkungen des Sencha Tees werden auf sie zurückgeführt.

Neben den Catechinen sind weitere Flavonoide und Antioxidantien enthalten. Dazu kommen Aminosäuren, vor allem L-Theanin. Eine weitere Komponente bildet das Alkaloid Koffein. Sein Anteil beträgt bei einem Sencha Tee der 1. Pflückung etwa 2,3 bis 3,2 % der Trockenmasse, unter 2,3 % bei einem Sencha der 2. Pflückung und rund 3 % bei der 3. Pflückung. Abgerundet wird das Sencha-Profil durch ätherische Öle, Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Kalium und Eisen sowie Vitamine, unter denen sich A, B1, C sowie Vitamin E befinden.

Können Zusatzstoffe im Sencha Tee enthalten sein und sind Senchas im Teebeutel empfehlenswert?

Reiner Sencha Tee enthält in der Regel keine Zusatzstoffe. Falls doch welche in der Liste der Inhaltsstoffe genannt sind, ist es ratsam, diesen Tee zu meiden. Anders sieht es bei einem Sencha mit Blüten oder anderen Aroma gebenden Zusätzen aus. Dabei können interessante Kompositionen entstehen. Nur sollten die Beimischungen ausschließlich aus natürlichen Zutaten bestehen. Ist also ein Inhaltsstoff wie „Aroma“ angegeben, ist zumindest Vorsicht geboten.

Überdies ist es sinnvoll, den Sencha Tee lose zu kaufen. Hier präsentiert sich die Qualität des Tees offensichtlich. In Teebeuteln sind leider häufig nicht ganz so hochwertige Blätter enthalten. Dazu kommt, dass für Beutel-Sencha meist sogenannte Pyramidenbeutel verwendet werden. Sie bestehen aus Polylactide-Kunststoffen, die auf Stärke-Basis hergestellt werden. Zwar sind sie biologisch abbaubar, aber in Punkto Nachhaltigkeit dennoch nicht optimal. Außerdem können sie den Geschmack des Tees beeinflussen.

Mit welchen Wirkungen kann Sencha Tee aufwarten?

Eine bekannte Wirkung von Sencha ist, dass er belebt und sich positiv auf die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auswirken kann. Im Fokus vieler Untersuchungen stehen aber auch die Gesundheitswirkungen, mit denen er in Verbindung gebracht werden kann.

Potentielle Wirkungen auf Herz, Kreislauf und Stoffwechsel

In Studien zu möglichen Wirkungen von grünem Tee im Allgemeinen sowie Sencha Tee im Speziellen steht immer wieder die phenolische Verbindung Epigallocatechin-3-Gallat im Mittelpunkt. In einer Studienübersicht kommen Wissenschaftler der International Medical University in Bukit Jalil, Malaysia, zu dem Ergebnis, dass EGCG den LDL-Cholesterin-, den Plasmaglukose- und den glykierten Hämoglobinspiegel günstig beeinflusst (1). Außerdem hemmt es Entzündungsmarker und Entzündungsfaktoren wie NF-?B, die Aktivität des Enzyms Myeloperoxidase und die Bildung der reaktiven Sauerstoffspezies (ROS). Aufgrund dieser vielfältigen biologischen Aktivität kann EGCG laut den malaysischen Forschern das Atherosklerose-, das Herzhypertrophie-, das Myokardinfarkt- sowie das Diabetes-Risiko senken.

Sencha als Abnehm-Tee

Niederländische Forscher der Maastricht Universität fanden zudem heraus, dass EGCG die Fettverbrennung fördern sowie das Risiko einer Adipositas mindern kann (2). Zu diesem Ergebnis kamen auch thailändische Wissenschaftler, die für ihre randomisierte, kontrollierte Studie insgesamt 60 fettleibige Probanden gewinnen konnten (3). Sie nahmen an einer 12-wöchigen Diät teil, die von grünem Tee oder einem Placebo begleitet wurde. Am Ende des Untersuchungszeitraums war der Gewichtsverlust in der Tee-Gruppe um durchschnittlich 3,3 kg höher als in der Placebo-Gruppe. Generell kann Grüner Tee abnehmen etwas beschleunigen.

Kann Sencha Tee das Krebsrisiko mindern?

Viele Studien bestätigen ferner, das der Konsum von grünem Tee das Krebsrisiko senken kann. Das könnte insbesondere für Frauen interessant sein. Eine japanische Untersuchung sagt in diesem Zusammenhang aus, dass bei ihnen der Ausbruch einer Krebserkrankung später stattfindet, wenn sie täglich mehr als 10 Tassen grünen Tee trinken (4). Es muss hier erwähnt werden, dass eine typische japanische Sencha-Tasse selten mehr als 80 ml fasst. Eine US-amerikanische Metaanalyse legt nahe, dass das Rückfallrisiko bei Brustkrebs signifikant in dem Maße abnimmt, in dem der Konsum von grünem Tee steigt (5). Aber auch bei Männern scheint grüner Tee in bestimmten Fällen Einfluss auf das Krebsrisiko beziehungsweise den Krankheitsverlauf zu haben. Eine prospektive Studie aus Japan gibt dazu an, dass sich bei einem Konsum ab 5 Tassen pro Tag das Risiko für einen fortgeschrittenen Prostatakrebs verringert (6).

Einfluss von Sencha auf das Sterberisiko

Eine der vielleicht wichtigsten potentiellen Wirkungen von Sencha sowie anderem grünen Tee ist, dass er möglicherweise das Sterberisiko bei verschiedenen Erkrankungen reduziert. Für eine prospektive Kohortenstudie aus Japan wurden dazu 40.530 japanische Erwachsene über einen Zeitraum von 7 bis 11 Jahren beobachtet (7). Dokumentiert wurde die Mortalität bei bestimmten Erkrankungen. Im Falle von Herz-Kreislauf-Leiden lag sie bei Frauen um 31 % und bei Männern um 22 % niedriger, wenn sie mindestens 5 Tassen grünen Tee täglich tranken. Beim Schlaganfall war das Sterberisiko 42 % beziehungsweise 35 % geringer als bei Tee-Abstinenzlern.

Hat Sencha Tee Nebenwirkungen?

Mögliche Nebenwirkungen von Sencha Tee hängen im Wesentlichen mit dem darin enthaltenen Koffein oder mit den Bitterstoffen zusammen. Eine der häufigsten Begleiterscheinungen sind Einschlafprobleme. Das liegt daran, dass Koffein unseren zirkadianen Rhythmus auch bekannt als innere Uhr beeinflussen kann. Das legen Studien unter anderem von Forschern der University of Colorado Boulder, USA, nahe (8). Sie weisen darauf hin, dass Koffein den zirkadianen Melatonin-Rhythmus, also die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, verzögern kann. Bei empfindlichen Menschen oder höheren Einnahmemengen kann es auch zu Gereiztheit und Nervosität kommen. Erscheinungen wie Schwindel oder Herzrhythmusstörungen hängen schon mit einer starken Unverträglichkeit oder Überdosierung zusammen. Andere Studien wie die von Wissenschaftlern der japanischen Universität Nagoya weisen jedoch darauf hin, dass die ebenfalls enthaltene Aminosäure L-Theanin psychologische sowie physiologische Stressreaktionen vermindern kann (9). Da L-Theanin in der Lage ist, den Schlafrhythmus zu unterstützen sowie die Herzfrequenz abzusenken, ist die Aminosäure in gewissem Maße geeignet, die Koffeinwirkung auszugleichen.

Die Bitterstoffe auf der anderen Seite können zu Magenproblemen führen. Das trifft in Studien allerdings nur dann zu, wenn der grüne Tee nach langer Ziehzeit auf nüchternen Magen eingenommen wird (10). Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass die Grüntee-Polyphenole die Produktion von Magensäure anregen können. Bei einem übermäßigen Konsum können diese phenolischen Verbindungen sogar Erbrechen zur Folge haben.

Ist die längerfristige Einnahme mit besonderen Risiken verbunden?

Ein dauerhafter Genuss von Sencha Tee kann hauptsächlich dazu führen, dass sich der Organismus an das Koffein gewöhnt. Diese Koffeintoleranz ist einerseits damit verbunden, dass die Wirkung des Alkaloids abnimmt. Andererseits können Entzugserscheinungen auftreten, wenn der Konsum von Sencha plötzlich eingestellt wird. Möglich sind zeitweilige Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Aber auch Muskelschmerzen und depressive Verstimmungen kommen vor.

Sind Wechselwirkungen mit Medikamenten zu befürchten?

Aufgrund des Koffeingehaltes von Sencha Tee kann die Wirkung bestimmter Medikamente wie Diazepam (früher als Valium bekannt), Psychopharmaka und Antipsychotika, die Clozapin enthalten, vermindert werden. Auch der Effekt von Herzmedikamenten sowie lithium-haltigen Präparaten kann beeinträchtigt werden. Unter anderem Antibiotika und ASS-Präparate können dagegen stärker wirken.

Zur Zubereitung und Dosierung von Sencha Tee

In Japan ist die Zubereitung von Sencha mit einer Zeremonie verbunden. In ihren Grundzügen kann sie leicht übernommen werden. Benötigt werden dafür ein Wasserkocher, eine kleine Teekanne, eine Teetasse (150 ml) sowie ein Teelöffel. Das Wasser sollte möglichst weich sein. Bei einem hohen Kalkgehalt ist also zusätzlich ein Aktivkohlefilter erforderlich.

Zunächst wird das Wasser zum Kochen gebracht und in die Teetasse gegeben. Das wärmt die Tasse an. In die Kanne kommen 2 Teelöffel Sencha Tee. Nach 3 bis 4 Minuten ist das Wasser auf ca. 70 °C abgekühlt. Jetzt kann es auf den Tee in der Kanne gegossen werden. Bei geschlossenem Deckel verbleibt es dort für etwa 2 Minuten. Danach den Tee wieder in die Tasse schütten und servieren.

Bei sehr hochwertigem Ichibancha Sencha kann alternativ eine Wassertemperatur von 55 bis 60 °C sowie eine Ziehzeit von 60 bis 90 Sekunden infrage kommen. Wer jedoch mehr Bitterstoffe im Tee haben möchte, lässt ihn bei einer etwas höheren Temperatur länger als 2 Minuten ziehen.

Wichtig: Sencha Tee eignet sich für bis zu 3 Aufgüsse. Der 2. Aufguss mit rund 80 °C heißem Wasser braucht nur 20 bis 30 Sekunden zu ziehen. Der 3. Aufguss benötigt etwa 90 Sekunden.

Wie lange dauert es, bis mögliche Wirkungen auftreten?

Erste mögliche Gesundheitswirkungen von Sencha Tee treten erfahrungsgemäß erst nach einem mehrwöchigen, regelmäßigen und maßvollen Konsum auf. Aber auch, wenn sie völlig ausbleiben, ist das kein Anlass zur Sorge. Es handelt sich hier nicht um sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende Arzneiwirkungen. Vielmehr geht es um Effekte, auf die es nach heutigem Kenntnisstand Hinweise mit eingeschränkter Aussagekraft gibt.

Was jedoch potentielle Neben- und Wechselwirkungen angeht, ist mit einem auch kurzfristigen Eintreffen zu rechnen, sobald die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Bleibt allerdings das Koffein wirkungslos, ist die Wahrscheinlichkeit einer Koffeintoleranz hoch.

Wer sollte vor dem Konsum von Sencha Tee ärztlichen Rat einholen?

Normalerweise wird Sencha Tee insbesondere bei kurzer Ziehzeit gut vertragen. Dennoch gibt es Personengruppen, die den Genuss des Tees mit dem Arzt absprechen sollten. Dazu gehören Menschen, die an einer Magenerkrankung oder Entzündungen im Darmbereich leiden. Auch Menschen, die blutverdünnende Mittel einnehmen oder deren Blutverdünnung gestört ist, sollten vor dem Konsum ärztlichen Rat einholen. Zudem kann sich die enthaltene Oxalsäure ungünstig unter anderem bei Personen, die zur Bildung von Nierensteinen neigen, auswirken.

Schwangere sowie stillende Mütter sollten bedenken, dass Koffein, welches sie zu sich nehmen, auch in das Blut des Fötus sowie in die Muttermilch gelangt. Ferner sind die Catechine im Sencha Tee für sie mit Risiken verbunden. Dazu kommt, dass der Tee die Verfügbarkeit von Folsäure und Eisen beeinträchtigen kann. Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte also mit dem Arzt besprochen werden, ob und in welchen Mengen Sencha Tee infrage kommt.

Ganz abzuraten von Sencha Tee ist, wenn es schon beim Genuss geringer Mengen zu Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten kommt. Treten solche Beschwerden unerwartet auf, ist es zudem ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er sollte überprüfen, ob eventuelle organische Ursachen dahinterstecken.

Fragen und Antworten zu Sencha

Was kostet ein guter Sencha Tee?

Sencha Tee aus Japan ist ab etwa 40 Euro pro Kilogramm erhältlich. Auch in dieser Preisklasse können einige Sencha Tees überzeugen. Wer jedoch nach einem hochwertigen Sencha aus erster Pflückung vielleicht sogar in Bio-Qualität sucht, sollte mindestens 80 bis 100 Euro für das Kilogramm anlegen. Das entspricht einem Tassenpreis von etwa 0,25 bis 0,30 Euro. Für herausragende Qualitäten aus feinen, satt grünen Blättern können allerdings Kilopreise von bis zu 300 Euro und mehr fällig werden. Das trifft ebenfalls auf Sencha Tee mit lokalem Herkunftsnachweis zu. Single Estates aus einzelnen Gärten, von denen einige Sencha Tee seit seinen Anfängen im 18. Jahrhundert anbauen, liegen sogar oft im 4-stelligen Bereich. Selbst bei diesen absoluten Spitzen-Senchas schlägt die Tasse mit kaum mehr als 3 Euro zu Buche. Abgesehen davon sind solche Single Estates ohnehin in der Regel nur in Gebinden mit 20 bis maximal 100 g verfügbar.

Ist Sencha Tee etwas für Kinder und Jugendliche?

Der Genuss von koffeinhaltigen Getränken ist bei Kindern ein strittiges Thema. Während die einen ihn völlig ablehnen, empfehlen andere eine besondere Zubereitung für Kinder: Zunächst wird maximal 70 °C heißes Wasser auf die Hälfte der üblichen Tee-Menge gegeben und nach einer Ziehzeit von rund 30 Sekunden weggeschüttet. In einem weiteren Aufguss kommt erneut auf bis zu 70 °C erhitztes Wasser für 5 bis 10 Minuten auf den Tee und kann dann eingeschenkt werden. Zu bedenken ist dabei, dass sich Sencha Tee abhängig von der jeweiligen Kultur unterschiedlicher Beliebtheit erfreut. In Japan beispielsweise schätzen ihn bereits Kinder, die ihn im Kindergarten serviert bekommen. Im deutschsprachigen Raum dürfte der Tee ohne süße oder fruchtige Zusätze unter den Jüngsten weniger Freude auslösen. Da stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, ihnen Sencha Tee anzubieten. In jedem Falle ist er für Kinder tabu, falls unerwünschte Begleiterscheinungen wie eine Störung des Schlafs oder des Konzentrationsvermögens auftreten.

Wo wird Sencha Tee angeboten?

Während Sencha Tee in der Vergangenheit hierzulande eine seltene Spezialität in gut sortierten Teeläden war, ist das Angebot heute schon breiter aufgestellt. Bis in den Discounter schafft er indes nur selten. Aber schon im guten Supermarkt und Drogerie-Markt ist er inzwischen häufig zu haben. Wichtigste Bezugsquelle für Sencha Tee ist und bleibt jedoch der spezialisierte Teehandel. Vor allem exzellente Qualitäten sind lediglich hier im Sortiment. Zum Geschäft vor Ort gesellen sich zunehmend Teehäuser, die Sencha Tee vornehmlich online vertreiben.

Worauf ist beim Kauf von Sencha Tee zu achten?

Wichtig bei der Wahl eines Sencha Tees ist zunächst einmal, darauf zu achten, dass er tatsächlich aus Japan stammt. Immer häufiger finden sich nämlich auch China-Senchas im Angebot. Schön ist, wenn den Sencha Tees, die zur Wahl stehen, eine ausführliche Beschreibung zur Pflückung, zur Farbe in der Tasse, zu ihrem geschmacklichen Charakter sowie idealer Weise zu ihrer genauen Herkunft beiliegt. Auch die Angabe, ob es sich um einen Asamushi Sencha oder um einen Fukamushi Sencha handelt, erleichtert die Auswahl. Großen Wert sollte des Weiteren darauf gelegt werden, dass der Tee aus ökologischem Anbau stammt. Das bestätigt das freiwillig angegebene sechseckige deutsche Bio-Siegel sowie das grüne EU-Bio-Logo mit Blatt aus Sternen. Letzteres muss seit 2010 auf allen verpackten Bio-Lebensmitteln angegeben werden. Vorsicht: Angaben wie „kontrollierter Anbau“ oder „umweltgerecht angebauter Tee“ sind nicht geschützt und haben daher keine Aussagekraft.

Lagerung und Haltbarkeit von Sencha Tee

Grüner Sencha Tee ist deutlich empfindlicher als viele andere Teesorten wie schwarzer Tee, Pu Erh oder Oolong. Daher ist er besonders auf eine sachgemäße Lagerung angewiesen. Am wohlsten fühlt sich Sencha Tee an einem kühlen und trockenen Ort, wo er keinen Gerüchen ausgesetzt ist. Außerdem muss er vor Licht geschützt werden. Ausgezeichnet geeignet und gleichzeitig dekorativ sind vorzugsweise japanische Teedosen aus Metall oder Porzellan. Noch edler ist eine Chazutsu aus Kirschholz.

Bei idealen Lagerbedingungen wird der Sencha Tee, solange weder Fäulnisprozesse noch Schimmelbefall oder Ähnliches aufgetreten sind, auch nach etlichen Jahren theoretisch noch trinkbar sein. Gerade Sencha verliert jedoch sehr schnell seine typischen Aromen. Daher ist es empfehlenswert, den möglichst frisch gekauften Sencha nach dem Anbrechen der Originalverpackung innerhalb von 3 bis 6 Monaten aufzubrauchen.

Sencha Tee in Vor- und Nachteilen

Sencha ist der Alltagstee in Japan. Das hat seine Gründe. Er ist in großen Mengen auch in hoher Qualität verfügbar und bewegt sich preislich in einem angemessenen Rahmen. Als von der Sonne verwöhnter Tee enthält Sencha überdurchschnittlich viele Bitterstoffe. Das gibt ihm eine für viele angenehme Würze. Gleichzeitig sind die Catechine starke Antioxidantien und kommen für zahlreiche Gesundheitswirkungen infrage.

Während allerdings die einen die würzigen Noten lieben, empfinden sie andere als unangenehm. Für sie sind Schattentees besser geeignet. Des Weiteren kann Sencha zwar sehr hochwertig sein, gilt aber als Standard. Noch höhere Qualitäten aus Japan sind beispielsweise unter Gyokuro oder Shincha Tees zu finden. Wer schließlich Koffein meiden will oder muss, sollte ganz auf Sencha oder andere Tees aus den Blättern der Teepflanze verzichten.

Quellen

(1) Eng, Qian Yi, et al., Molecular understanding of Epigallocatechin gallate (EGCG) in cardiovascular and metabolic diseases, Journal of Ethnopharmacol 210, 2018, S. 296 – 310
(2) Diepvens, Kristel, et al., Obesity and thermogenesis related to the consumption of caffeine, ephedrine, capsaicin, and green tea, American Journal of Physiology, 2007
(3) Auvichayapat, Paradee, et al., Effectiveness of green tea on weight reduction in obese Thais: A randomized, controlled trial, Physiology & Behavior 93(3), 2008, S. 486 – 91
(4) Imai, Kazue, et al., Cancer-Preventive Effects of Drinking Green Tea among a Japanese Population, Preventive Medicine 26(6), 1997, S. 769 – 75
(5) Ogunleye, Adeyemi A., et al., Green tea consumption and breast cancer risk or recurrence: a meta-analysis, Breast Cancer Research and Treatment 119(2), 2010, S. 477 – 84
(6) Kurahashi, Norie, et al., Green Tea Consumption and Prostate Cancer Risk in Japanese Men: A Prospective Study, American Journal of Epidemiology 167(1), 2008, S. 71 – 77
(7) Kuriyama, Shinichi, et al., Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer, and all causes in Japan: the Ohsaki study, JAMA 296(10), 2006, S. 1255 – 65
(8) Burke, Tina M., Effects of caffeine on the human circadian clock in vivo and in vitro, Science Translational Medicine 7(305), 2015, S. 146
(9) Kimura, Kenta, L-Theanine reduces psychological and physiological stress responses, Biological Psychology, 74(1), 2007, S. 39 – 45
(10) Mead, M. Nathaniel, Diet and Nutrition: Temperance in Green Tea, Environmental Health Perspectives 115(9), 2007, S. A445