Kurkuma-Tee

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Kurkuma Tee

Kurkuma ist eine krautig wachsende Blühpflanze aus Südostasien. Bekannt ist ihre gelbe Wurzelknolle, die getrocknet und gemahlen ein wesentlicher Bestandteil von Curry ist. Zur Zubereitung von Tee kann sie frisch oder getrocknet verwendet werden. Aufgrund der gelben Farbe ist die Knolle außerdem als Färbemittel eine Alternative zu Safran. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und der östlich orientierten Naturheilkunde wird Kurkuma ein breites Wirkspektrum nachgesagt, das bisher auch teilweise in Studien bestätigt werden konnte.

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Zuletzt aktualisiert am 18. April 2024 um 9:37 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Kurkuma-Tee aus frischer und getrockneter Wurzel

Kurkuma-Tee können Sie zubereiten, indem Sie einfach ein Stück der Knolle im Ganzen oder zerkleinert verwenden, mit Wasser überbrühen und ziehen lassen. Ein Nachteil ist, dass die frische Knolle nicht lange haltbar ist. Am besten bleibt sie luftdicht verpackt im Kühlschrank frisch. Getrocknet ist die Haltbarkeit wesentlich länger, eine geschützte Lagerung vorausgesetzt. Getrocknetes Kurkuma für Tee erhalten Sie in kleinen Stücken oder als Pulver, welches Sie auch als Gewürz nutzen können. Daneben gibt es Teemischungen mit Kurkuma lose oder in Teebeuteln.

Der Geschmack von Kurkuma-Tee ist leicht würzig, gespickt mit etwas bitterer Schärfe. Diese besondere Note ist auf die enthaltenen Curcuminoide zurückzuführen. Ihre Intensität unterscheidet sich mit der Art – als Nahrungsergänzungsmittel, Gewürz und Tee werden üblicherweise die Knollen der umgangssprachlich als “Gelbwurzel” (Curcuma longa L., Herkunft überwiegend Indien) und “Javanische Gelbwurzel” (Curcuma zanthorrhiza Roxb., Herkunft überwiegend Indonesien) verwendet. Beide zählen zur Familie der Ingwergewächse, sind aber milder im Geschmack.

Die Konzentration der Curcuminoide und weiterer Inhaltsstoffe schwanken naturgemäß mit dem Anbaugebiet, den Bodenverhältnissen, den Wetterverhältnissen und dem Erntezeitpunkt. Neben Curcuminoiden sind ätherisches Öl, Stärke und Vitamine nennenswert. Während Curcuminoide insgesamt den Knollen die Würze geben, ist das darin hauptsächlich enthaltene Curcumin für die gelbe Farbe verantwortlich.

Die Qualitätsanforderungen der Knollen beider Pflanzen sind im Europäischen Arzneibuch definiert, welches verschiedene Parameter und die Art der Kontrollen oder Prüfungsmethoden angibt, darunter beispielsweise Reinheitsaspekte, tolerierbare Verunreinigungen oder die Konzentration von Inhaltsstoffen. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel gemäß §39a Arzneimittelgesetz ist Kurkuma offiziell durch das HPMC (Herbal Medicinal Product Committee) anerkannt, aber als Nahrungsmittel selbstverständlich frei verkäuflich.

Inhalts- und Wirkstoffe in Kurkuma-Tee

Reiner, aus den Knollen gewonnener Kurkuma-Tee schwankt aus den genannten Gründen in der Konzentration der Inhaltsstoffe. Als Richtwerte können Sie sich ungefähr an folgenden Angaben orientieren:

  • 1 bis 5 Prozent Curcuminoide, davon 75 bis 80 Prozent Curcumin
  • rund 6 Prozent ätherische Öle

und je 100 Gramm Knolle etwa

  • 38 Milligramm Natrium
  • 2.500 Milligramm Kalium
  • 8 Gramm Eiweiß
  • 65 Gramm Kohlenhydrate, anteilig 3 Gramm Zucker

Allerdings können die Inhalts- und Wirkstoffe je nach Produkt und Herstellungsverfahren nochmals stark variieren, je nachdem, ob reine Kurkumaknolle oder ein Extrakt enthalten ist beziehungsweise ob noch andere Inhalte beigemischt wurden.

Als wertvollster Inhalts- und Wirkstoff wird Curcumin betrachtet. Es ist allerdings fettlöslich, weshalb Kurkuma-Tee zur vollen Entfaltung seiner Wirkung mit weiteren Zutaten angereichert wird. Die Konzentration in der Knolle ist doch recht gering, was aber durch die regelmäßige Aufnahme relativiert werden kann. Von einem Zuviel raten Experten ohnehin ab. Die Verfügbarkeit und Verwertbarkeit kann je nach weiteren Zutaten verbessert werden, was jedoch die ohnehin schnelle Verstoffwechslung, sofern Curcumin vom Darm aufgenommen werden kann, unter Umständen noch beschleunigen kann.

Dürfen Zusatzstoffe enthalten sein?

Im Prinzip sollten in Kurkumaprodukten für Tee keine Zusatzstoffe enthalten sein. Um die Bioverfügbarkeit zu verbessern sowie aus Geschmacksgründen wird Kurkuma aber gerne mit weiteren Zutaten kombiniert. Als Yogi-Tee bietet sich beispielsweise die Zugabe von Ingwer und Zimt an. Einige Produkte werden zusätzlich mit Vitaminen angereichert. Die Bioverfügbarkeit wird insbesondere durch Piperin erhöht – dabei handelt es sich um einen Extrakt aus schwarzem Pfeffer: Piperin sorgt dafür, dass die Curcuminoide besser vom Darm aufgenommen und in den Blutkreislauf gelangen können. Einen ähnlichen Effekt haben fetthaltige Zusätze wie Kuh- oder Hafermilch.

Die Bundesregierung bezeichnet Kurkuma als ein “Gewürz mit Heilkraft” und befasst sich ebenfalls mit der Frage der Bioverfügbarkeit und Verwertbarkeit (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/gewuerz-mit-heilkraft-423262): Curcumin wird dort unter anderem eine Cholesterin senkende und eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Zudem heißt es, der Wirkstoff in der Knolle könne die verstärkte Zellteilung bei Krebserkrankungen und Mutationen eindämmen, möglicherweise auch den Fortschritt einer Alzheimererkrankung verlangsamen oder sogar aufhalten.

Ein Ernährungsforscher der Uni Hohenheim, Jan Frank, befasst sich in Kooperation mit dem Bundesforschungsministerium mit der Problematik, dass Curcumin nicht wasserlöslich ist und daher nur schwer in den Blutkreislauf und die Zellen gelangt sowie der geringen Konzentration in den Knollen. Er sieht eine Möglichkeit darin, den Wirkstoff mit Mizellen zu umgeben. Dabei handelt es sich um kleine molekulare Bläschen, die über den Darm problemlos aufgenommen werden und so helfen, das Curcumin trotz seiner Fettlöslichkeit direkt in die Zellen zu transportieren. Bei Kurkuma-Tee ist dieses Verfahren natürlich schwer möglich und Sie verbessern die Aufnahme, indem Sie fetthaltige Nahrungsmittel oder etwas schwarzen Pfeffer hinzufügen. Andernfalls genießen Sie ein würziges Heißgetränk, kommen aber aufgrund der ausschließlichen Fettlöslichkeit des Curcumins ohne die Zugabe geeigneter Substanzen kaum in den Genuss der positiven gesundheitlichen Effekte.

Loser Tee oder Kurkuma-Tee in Beuteln?

Loser Tee bietet den wesentlichen Vorteil, dass Sie die Qualität besser beurteilen können als in Teebeuteln verpackt. Hier könnten auch andere Teile der Pflanze wie die Blätter und Blüten enthalten sein. Zwar weist die gesamte Pflanze Spuren von Curcuminoiden auf, die ohnehin nicht allzu hohe Konzentration ist aber in der Knolle am intensivsten. Bei lose verpacktem Tee sehen Sie, ob es sich um getrocknete Knollenstücke handelt. Sie erhalten Kurkuma außerdem lose als Pulver, wie es auch in der Küche zum Würzen eingesetzt wird. Dieses können Sie ebenfalls für Ihren Tee verwenden. Alternativ eignen sich frische Knollen, die Sie klein geschnitten oder gerieben überbrühen oder auch für die längere Haltbarkeit in Scheiben geschnitten trocknen können.

Je nach Vorliebe lässt sich ein einen bis zwei Zentimeter langes zerkleinertes Wurzelstück oder ein Teelöffel voll Pulver mit 250 Millilitern kochendem Wasser übergießen. Unter Zugabe von einer Prise schwarzem Pfeffer oder einigen Tropfen Öl darf der Tee noch einige Minuten ziehen. Zur Geschmacksverfeinerung eignen sich zum Beispiel Honig, Zitrone, Ingwer und Zimt. Vor allem für derartige Mischungen ist loser Tee besser geeignet als Teebeutel, da Sie flexibler in der anteiligen Menge der Inhalte sind.

Kurkuma-Tee Wirkung

Zahlreiche der aus dem asiatischen Raum überlieferten gesundheitlichen Effekte von Kurkuma, speziell dem Curcumin, sind inzwischen wissenschaftlich erforscht. Zunächst stehen einander aber die hohe Bioaktivität und die schlechte Bioverfügbarkeit gegenüber. Der Verzehr von Kurkuma oder der Genuss als Tee für sich genommen, selbst in größeren Mengen, hat daher keine großartigen gesundheitlichen Effekte, wenn er nicht in Kombination mit Piperin oder Fett konsumiert wird. Eine andere Schwierigkeit, eine pauschale Aussage zur Kurkuma Wirkung zu geben, ist die enthaltene Konzentration an Curcumin, die je nach Pflanze, Standort und Produkt schwanken kann.

Dennoch sind diverse Wirkbereiche in Studien nachgewiesen, häufig an Tieren. Als nachgewiesen gilt ein entzündungslindernder Effekt. Vermutlich beruht dieser darauf, dass an einem entzündlichen Prozess Botenstoffe beteiligt sind, die auf bestimmte Enzyme angewiesen sind und Curcumin genau diese Enzyme hemmt. Erwiesen ist, dass bei der Einnahme von Curcumin bei einer Blutanalyse sinkende Entzündungsmarker festzustellen sind (https://doi.org/10.1016/j.phrs.2016.07.004). In einer Laboruntersuchung mit Zellkulturen wurde diesbezüglich sogar eine Cortison ähnliche Wirkung festgestellt (https://doi.org/10.1074/jbc.M116.733253).

Metabolisches Syndrom

Auch beim sogenannten metabolischen Syndrom wird Curcumin eine Wirkung zugeschrieben. Diese Zivilisationskrankheit, bei der eine Kombination aus Fettablagerungen im Bauchbereich, Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Bewegungsmangel unter anderem das Diabetesrisiko und das Risiko für Herz-Kreislauf-Störungen erhöht, könnte positiv beeinflusst werden (https://www.uni-heidelberg.de/institute/fak14/ipmb/phazb/pubwink/2022/2022.18.pdf). Eine weitere Studie bestätigt eine Blutzucker senkende Wirkung (https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fphar.2018.00472/full).

Fettstoffwechsel, Lebererkrankungen und Entzündungen

Für Entzündungen des Dickdarms gibt wiederum eine Laboruntersuchung an Zellkulturen Hoffnung – Kurkuma-Tee könnte, hier insbesondere Curcumin und die enthaltenen ätherischen Öle, den Entzündungsverlauf positiv beeinflussen (https://doi.org/10.1038/s41598-017-00812-6). Den Einfluss auf den Fettstoffwechsel und die Gallentätigkeit untersuchte eine Forschungsreihe an Ratten, die zu dem Ergebnis kam, dass auch hier ein regulierender Effekt stattfindet. Allerdings ist bei derartigen Studien stets zu berücksichtigen, dass reine Zellforschungen und Studien an Tieren nicht immer 1:1 auf den Menschen übertragbar sind und eine Wirkung immer im Zusammenhang mit der Aufnahme- und Verwertungsmöglichkeit der Inhaltsstoffe des Kurkuma-Tees zu betrachten ist.

Das gilt auch für eine Meta-Analyse hinsichtlich der Wirkung von Kurkuma bei einer nicht durch Alkohol verursachten Fettleber und entzündlichen Leberprozessen. Ein positiver und entzündungshemmender Effekt wurde festgestellt, allerdings mit dem Hinweis, dass noch weitere klinische Studien erforderlich sind. Eine weitere Meta-Analyse befasst sich mit der Wirkung bei Arthritis und Arthrose, beides mit chronischen Entzündungsprozessen einhergehend (https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/jmf.2016.3705). Dem Ergebnis nach wird davon ausgegangen, dass sowohl ein schmerzlindernder als auch ein entzündungshemmender Effekt durch Kurkuma und dessen Inhaltsstoffe möglich ist.

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Allgemein wird Menschen mit empfindlichem Magen empfohlen, zumindest sparsam mit Kurkuma umzugehen, da die leicht bittere Note die Schleimhaut reizen kann, wodurch Bauchkrämpfe und Durchfall ausgelöst werden können. Bei Kindern unter zwölf Jahren sowie schwangeren und stillenden Frauen sollte vor dem regelmäßigen Genuss von Kurkuma-Tee ärztlicher Rat eingeholt werden.

Neben diesen allgemeinen Hinweisen hat sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ausgiebig mit eventuellen Nebenwirkungen von Kurkuma befasst (https://www.bfr.bund.de/cm/343/curcumin-in-nahrungsergaenzungsmitteln-gesundheitlich-akzeptable-taegliche-aufnahmemenge-kann-ueberschritten-werden.pdf). Es erfolgt dort allerdings der ausdrückliche Hinweis, dass oft unklar ist, ob Nebenwirkungen oder gesundheitliche Beeinträchtigungen tatsächlich auf Kurkuma beziehungsweise einen der Inhaltsstoffe oder auf Zusätze zwecks Erhöhung der Bioverfügbarkeit zurückzuführen sind. In Verdacht steht ausgerechnet das gerne zugefügte Piperin, Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit Medikamenten hervorzurufen. Auch für eine Reizung der Magenschleimhaut könnte statt Kurkuma selbst Piperin verantwortlich sein. Eine derartige Nebenwirkung durch Kurkuma tritt nach Ansicht des BfR eher bei einer Überdosierung auf.

Leberschädigungen

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Verdacht auf eine mögliche leberschädigende Wirkung. Wiederum ist jedoch nicht ganz eindeutig, ob Curcumin, Piperin oder ein anderer Zusatz derartige Nebeneffekte auslöst. Problematisch ist diesbezüglich außerdem, dass in entsprechenden Studien eine wesentlich höhere Dosis eingenommen wurde als empfohlen und wiederum zudem Piperin und teilweise auch andere Zusätze in den Produkten enthalten waren. Daher sind Leberschädigungen unter bestimmten Umständen wohl möglich, aber keine nachgewiesene grundsätzliche Nebenwirkung beziehungsweise müssten weitere Studien durchgeführt werden, um dazu eine eindeutige Aussage zu treffen.

Da Leberschädigungen nicht vollständig ausgeschlossen werden können, ist Kurkuma-Tee, angereichert mit Piperin, bei regelmäßigem Alkoholkonsum kritisch zu betrachten. Da die Leber auch für den Abbau von Arzneimitteln zuständig ist, kann Curcumin möglicherweise die Wirkung von Medikamenten steigern oder verringern. Angenommen werden Wechselwirkungen mit Medikamenten zur Regulierung der Leberfunktion, Gerinnungshemmern und Arzneimitteln, die die Galle anregen, sowie mit nichtsteroidalen Entzündungshemmern. Eine Studie bestätigt, dass Curcumin die Antitumorwirkung des Medikaments Vinblastin (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27235709/). Weiterhin sollten Sie wegen eines gesteigerten Blutungsrisikos auf Curcumin verzichten, wenn Sie Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulanzien einnehmen.

Die mögliche Leberschädigung und die Erhöhung der Blutungsneigung sprechen neben der Kombination von Kurkuma-Tee und Alkohol auch gegen Kurkuma bei Cannabiskonsum.

Kurkuma-Tee zubereiten und richtig Dosieren

Für Kurkuma-Tee eignet sich die frische und die getrocknete Knolle gleichermaßen. Ein bis zwei Zentimeter frische Knolle oder die entsprechende Menge getrocknet genügen für eine Tasse Tee, bei einer dicken Knolle natürlich weniger. Möchten Sie einen Tee aus Pulver zubereiten, ist ein Teelöffel völlig ausreichend. Das Kurkuma wird mit kochendem Wasser übergossen und etwa zehn Minuten ziehen gelassen. Was Sie dem Tee zufügen, um die Bioverfügbarkeit des Curcumin zu erhöhen, bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Statt schwarzem Pfeffer eignet sich tierische oder pflanzliche Milch und Öl.

Eine schmackhafte Variante ist Kurkuma-Tee mit Honig, als Golden Honey bezeichnet. Mit Milch und ayurvedischen Gewürzen zubereitet lautet die Bezeichnung Goldene Milch. Kurkuma wird dazu mit warmer Milch übergossen, typische Zugaben sind Ingwer, Zimt, Muskat und Vanille. Dem warmen Getränk wird nachgesagt, den Stoffwechsel anzuregen und einen positiven Effekt auf das Immunsystem zu haben.

Bei im Handel erhältlichen Kurkuma-Produkten ist in der Regel eine Dosierungsempfehlung durch den Hersteller angegeben. Das BfR und die WHO empfehlen pro Tag maximal drei Gramm getrocknetes Kurkuma. Danach richtet sich die Menge Tee, je nachdem, wie viel Kurkuma Sie je Tasse verwenden. Die Uniklinik Freiburg gibt als maximalen Richtwert zwei Milligramm Kurkumin je Kilogramm Körpergewicht pro Tag an (https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/2016/Kurkuma_-_Wissenschaftliche_Zusammenfassung_2015.pdf), weist aber zugleich darauf hin, dass in Studien meist höhere Dosierungen verwendet wurden und das BfR merkt an, dass eine höhere Dosierung als die eigens empfohlene als unbedenklich eingestuft wird, sofern keine Überempfindlichkeit vorliegt oder Nebenwirkungen auftreten.

Für wen ist Kurkuma-Tee geeignet?

Bei der Einnahme von Arzneimitteln bietet es sich an, vorab ärztlichen Rat einzuholen. Damit stellen Sie sicher, dass deren Wirkung nicht durch die Inhaltsstoffe von Kurkuma in diese oder jene Richtung beeinflusst wird. Geben Sie dabei auch an, mit welchen Zusätzen Sie Kurkuma-Tee zu sich nehmen möchten, da solche laut BfR möglicherweise ebenfalls Einfluss nehmen könnten.

Auch bei Organerkrankungen oder Funktionsstörungen, vor allem der Leber, der Galle oder des Magen-Darm-Trakts ist eine Rücksprache mit dem Arzt sinnvoll. Für Kinder ab zwölf Jahren gilt Kurkuma als unbedenklich, zu Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine eindeutigen Erkenntnisse. Ein Gespräch mit dem Arzt schadet in diesem Fall ebenfalls nicht.

Unter Umständen erzielen Sie durch Kurkuma-Tee nicht die gewünschten Effekte. Das kann vielerlei Gründe haben. Die schlechte Bioverfügbarkeit spielt eine Hauptrolle – ohne die Zugabe von schwarzem Pfeffer beziehungsweise Piperin oder Fett gelangt das Curcumin nicht in den Blutkreislauf und die Zellen. Schlechte Qualität oder eine zu geringe Konzentration der Inhaltsstoffe bei einem Produkt sind weitere Gründe dafür, dass jegliche Wirkung ausbleiben kann.

Grundsätzlich ist nicht mit einer sofortigen Wirkung zu rechnen: Zunächst müssen die Inhaltsstoffe in den Darm gelangen und von diesem aufgenommen werden. Erst, wenn sie den Blutkreislauf erreicht haben, können sich überhaupt Effekte bemerkbar machen. Curcumin wird allerdings sehr schnell verstoffwechselt, der Spiegel sinkt folglich rasch wieder. Daher ist es möglich, dass Sie erst durch den regelmäßigen Genuss des Tees, geeignete Zusätze zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit vorausgesetzt, eine Wirkung bemerken.

Kurkuma-Tee kaufen – was ist zu beachten?

Kurkuma erhalten Sie frisch, oft saisonal, in einigen Lebensmittelläden. Das selbst Anbauen der Pflanzen, um Knollen zu ernten, gestaltet sich schwierig, denn die Pflanze hat klimatisch einige Ansprüche. Im Gewächshaus mit viel Lichteinfall, Wärme und guter Luftfeuchtigkeit wäre es einen Versuch wert. Getrocknetes Kurkuma für Tee erhalten Sie ebenfalls im Handel – entweder als getrocknete Stücke der Knolle oder als Pulver. Mit Pulver sind Sie am flexibelsten in der Anwendung und der Dosierung und es ist noch länger haltbar als unpulverisiertes getrocknetes Kurkuma. Verwenden können Sie es zum Würzen von Speisen und selbstverständlich zur Zubereitung von Tee. Als Nahrungsergänzungsmittel bekommen Sie Kurkuma in unterschiedlichen Darreichungsformen und mit den unterschiedlichsten Zusätzen, für Tee sind solche aber meist weniger oder nicht geeignet.

Vor allem in Apotheken, Drogerien sowie im Tee- und Kräuterhandel gibt es außerdem als Kurkuma-Tee deklarierte Produkte; entweder in Teebeuteln portioniert oder lose. Das kann reines getrocknetes Kurkuma sein, ebenso kann es sich um Tee-Mischungen handeln. Entsprechend der Produktvielfalt unterscheiden sich die Preise. In Teebeuteln ist Kurkuma für weniger als zwei Euro zu finden, andere Tees kosten über 20 Euro. Ein direkter Preisvergleich gestaltet sich nicht ganz einfach, da die Packungsgrößen variieren, ebenso kann die Qualität erheblich schwanken.

Qualitativ hochwertiger Kurkuma Tee ist etwas teurer

Es kann sich lohnen, etwas mehr Geld auszugeben und dafür eine einwandfreie Qualität zu erhalten: Entscheiden Sie sich für Kurkuma, das aus kontrolliertem biologischen Anbau stammt, sind die Voraussetzungen gut, dass die Knollen frei von Schadstoffen sind. Keinesfalls sollte Gentechnik angewandt worden sein und es sollten im Anbau keine Fungizide, Herbizide oder andere Stoffe eingesetzt worden sein. Sinnvoll ist es, wenn die Bioqualität und Schadstofffreiheit durch Zertifikate bestätigt ist.

Wichtig ist zudem eine schonende Trocknung, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Seriöse Hersteller machen transparente Angaben zur Herkunft und den Anbaubedingungen, dem Trocknungsverfahren und der weiteren Verarbeitung zu Pulver. Damit Sie tatsächlich von den positiven Effekten des Kurkuma-Tees profitieren können, ist es wichtig, dass ausschließlich die Knolle verwendet wurde, da in den übrigen Pflanzenteilen viel weniger Curcumin enthalten ist. Pulver gibt es alternativ als Extrakt. Auch dieser wird aus den getrockneten und gemahlenen Knollen gewonnen, die Konzentration an Curcuminoiden ist aber in der Regel durch spezielle Extraktionsverfahren höher. Die aufwendigere Herstellung und der höhere Gehalt an Curcuminoiden wirkt sich auch auf den Preis aus.

Zu beachten ist weiterhin, ob Sie ausschließlich Kurkuma-Tee erwerben oder ob Zusätze zur Steigerung der Bioverfügbarkeit hinzugegeben wurden. Ebenso ist die Angabe der Konzentration der Inhaltsstoffe von Kurkuma relevant, aber auch gegebenenfalls von Zusätzen oder die mengenmäßigen Anteile bei Teemischungen. Eine hohe Konzentration kann sicher vorteilhaft sein, zu bedenken ist jedoch, dass dennoch Piperin oder Fett für die Bioverfügbarkeit erforderlich ist. Andernfalls bleibt selbst ein hoch konzentrierter Extrakt uneffektiv, da insbesondere das Curcumin nicht vom Darm aufgenommen werden kann.

Lange Freude an Kurkuma: Lagerung und Haltbarkeit

Frische Kurkuma-Knollen für Tee sind nicht besonders lange haltbar. Bei Zimmertemperatur verlieren sie schnell an Feuchtigkeit und werden fasrig oder gammeln – je nach Raumluft. Lagern Sie frische Knollen im Kühlschrank, können Sie die Haltbarkeit verlängern: Luftdicht verpackt im Gemüsefach, kühl, trocken und dunkel aufbewahrt kann eine Knolle einige Wochen haltbar sein. Als luftdichte Verpackung eignet sich eine verschließbare Dose, Alufolie oder ein Gefrierbeutel. Bei zu langer Lagerung verdirbt die Knolle nicht direkt, der Geschmack ändert sich aber in Richtung süßlicher Schärfe. Das Einfrieren der frischen Knolle ist eine weitere Option der Haltbarmachung.

Getrocknet hält sich Kurkuma wesentlich länger. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist jeweils den Herstellerangaben auf der Verpackung zu entnehmen. Ist dieses abgelaufen, kann der Tee bei ordnungsgemäßer Lagerung in der Regel immer noch bedenkenlos verwendet werden: Kühl, trocken und lichtgeschützt bleibt die getrocknete Knolle von äußeren Einflüssen weitgehend unbeeinträchtigt. Die Geschmacksintensität kann allerdings bei langer Lagerung abnehmen und auch die Konzentration der Inhaltsstoffe kann sich reduzieren. Ähnlich verhält es sich bei Pulver. Auch die getrocknete Knolle, Pulver und Extrakt können gut eingefroren werden. Dabei gilt ebenfalls: Die Geschmacksintensität und Konzentration der Inhaltsstoffe nimmt eventuell etwas ab.

Ob Sie noch Kurkuma-Tee zubereiten können, erkennen Sie leicht an der Konsistenz und dem Geruch. Unabhängig in welcher Form Sie das Produkt erwerben, weist Kurkuma einen charakteristisch würzigen Geruch auf und selbstverständlich sollte die Knolle beziehungsweise das Pulver weder faulen noch schimmeln oder verklumpen.

Alternativen zu Kurkuma-Tee

Kurkuma und Ingwer sind verwandt und ergänzen sich in der Wirksamkeit. Ingwer bringt etwas mehr Schärfe in den Tee, ist weniger intensiv gefärbt und überzeugt durch sein Wirkspektrum – die Knolle weist ebenfalls entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Eigenschaften auf. Ingwer ist durchaus auch eine Alternative zu Kurkuma und kann ähnlich variiert werden. Safran ist meist teurer, ähnlich gefärbt wie Kurkuma und sehr würzig. Da in Curry viel Kurkuma enthalten ist, daneben auch Ingwer, kann diese Gewürzmischung ein ausgezeichneter Ersatz für die reine Kurkuma-Knolle oder daraus gewonnenes Pulver sein.

Viele weitere Teesorten überzeugen durch ihren Geschmack und spezifische gesundheitliche Effekte. Ob sich ein Tee alternativ zu Kurkuma eignet, hängt davon ab, welche Wirkung Sie anstreben. Pfefferminztee mit seinem ätherischen Öl ist eine Wohltat bei Magen-Darm-Beschwerden, Erkältungskrankheiten oder Nervosität und regt die Gallenproduktion an. Ebenso kann Kamillentee entkrampfend bei Magen-Darm-Beschwerden wirken und Erkältungssymptome lindern. In der Aromatherapie und Naturheilkunde wird Kamille gerne bei nervöser Unruhe und zur Entspannung eingesetzt.

Einer Komposition aus Fenchel und Anis wird entkrampfende, die Verdauung regulierende Wirkung nachgesagt sowie ein entzündungshemmender Effekt zugeschrieben. Ähnliches wird von Melissentee angenommen. Tee aus Nutzhanfblättern soll beruhigen und das Immunsystem stabilisieren. Ein beruhigender Effekt wird weiterhin von Grünem Tee angenommen und von Matcha heißt es, der Tee wirkt anregend und fördert die Fettverbrennung.

Möchten Sie bei Kurkuma bleiben, suchen aber eine Alternative zu Tee, versuchen Sie es einfach mit dem gelben Pulver als Würzmittel in der Küche. Als Nahrungsergänzungsmittel sind Kapseln, Extrakte und Tinkturen eine weitere Möglichkeit, von den Eigenschaften der Knolle zu profitieren.

Fazit: Vor- und Nachteile von Kurkuma-Tee

Ein herausragendes Merkmal von Kurkuma-Tee ist zweifelsfrei seine hohe Bioaktivität. Dem steht die schlechte Bioverfügbarkeit gegenüber. Das enthaltene Curcumin ist fettlöslich und dem entsprechend müssen dem Tee Substanzen zugefügt werden, die die Aufnahme durch den Darm überhaupt ermöglichen. Als nachteilig kann zudem bezeichnet werden, dass das Curcumin nach der Aufnahme sehr schnell verstoffwechselt wird. Tatsächliche Effekte sind daher eventuell nur bei dem regelmäßigen Genuss von Kurkuma-Tee spürbar. Dazu sprechen das BfR und die WHO eindeutige Empfehlungen zur Tagesdosis aus.

Der Geschmack von Kurkuma ist charakteristisch, lässt sich aber durch die Kombination mit Ingwer, Zimt, Zitrone, Honig oder Milch gut beeinflussen. Studien weisen der Knolle zahlreiche positive gesundheitliche Effekte nach, geben aber auch Anlass zur Vorsicht. Bei Bedenken ist die Rücksprache mit dem Arzt immer sinnvoll.

Dennis
Von Dennis
Hallo, mein Name ist Dennis Philippus. Auf Nahrung.de bin ich als Chefredakteur tätig. Mit den Themen Ernährung und Fitness setze ich mich nun schon seit fast zwei Jahren intensiv auseinander, da damals meine Abnehm-Reise startete.