Guayusa-Tee

Wir Menschen sind, was Nahrungsmittel angeht, äußerst erfindungsreich. Mutter Natur können wir allerdings nicht das Wasser reichen. Kein Wunder, dass von Zeit zu Zeit neue Super-Foods aus fernen Ländern den Weg zu uns finden, deren Fähigkeiten uns verblüffen.

Dabei ist die Wirkung zumindest den Menschen vor Ort oftmals bereits seit Jahrtausenden bekannt. Eines dieser Super-Foods, das hierzulande immer mehr von sich reden macht, ist Guayusa-Tee. Aber was ist das eigentlich? Was macht das aromatische Getränk so besonders? Und welche Wirkung hat Guayusa-Tee? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten.

Guayusa-Tee

Guayusa-Tee – Was ist das eigentlich?

Grüntee, Matcha und Matetee kennt man hierzulande mittlerweile. Der Guayusa-Tee dagegen ist den meisten Menschen hierzulande noch weitgehend unbekannt. Die Betonung liegt in diesem Fall auch noch, denn das schmackhafte Gebräu entwickelt sich rasant zu einem Trendgetränk, das von kleinen Szene-Communities aus das Land erobert. Grund genug, einen genaueren Blick auf das Power-Getränk zu werfen.

Bei Guayusa-Tee handelt es sich um ein Heißgetränk, das aus den getrockneten Blättern der Guayusa-Pflanze hergestellt wird. Diese spezielle Stechpalmenart (Ilex guayusa) ist ursprünglich in den Regenwäldern des nordwestlichen Amazonas-Gebiets heimisch. Dort nutzt das Volk der Kichwa die Pflanze bereits seit Urzeiten als Heißgetränk.

Besonders interessant: Während es vor Jahrhunderten vorrangig als Getränk für kultische Zwecke verwendet wurde, ist der Guayusa-Tee heute so etwas wie Kaffee für die Regenwaldbewohner. Ein eindeutiger Nachweis für die Kultivierung und Nutzung der Guayusa-Pflanze gelang Wissenschaftlern durch die Entdeckung eines 1.500 Jahre alten Grabes eines Medizinmannes.

Dort fanden sich Teile der Pflanze als Grabbeigabe, was auf ihre Bedeutung bzw. auf die kultische Bedeutung des Guayusa-Tees schließen lässt. Bekannt ist der Guayusa-Tee ähnlich wie Matetee insbesondere für seine anregende Wirkung.

Während Mate aber vor allem in Brasilien, Paraguay und Argentinien getrunken wird, ist Guayusa-Tee in Peru, Kolumbien und Ecuador verbreitet. Von den Ureinwohnern der Andenregion wird das Pflanzenmaterial sowohl getrocknet als auch frisch zu einem Tee bzw. Aufguss verarbeitet. Für den Export werden ausschließlich getrocknete Blätter der Pflanze verwendet.

Schon gewusst? – Wissenswertes zur Guayusa-Pflanze

Bei der Guayusa-Pflanze (auch: Ilex guayusa) handelt es sich um eine in Südamerika heimische Pflanze aus der Gattung der Stechpalmen. Als eine der wenigen Stechpalmenarten beinhaltet sie nichtunerhebliche Mengen an Koffein.

Es handelt sich um einen immergrünen Baum, der in freier Natur eine Höhe von 5 bis 30 Metern erreichen kann. Der Stammdurchmesser der Guayusa-Pflanze beträgt bis zu 100 cm, wobei die Stechpalmen im Kulturanbau mit Absicht deutlich kleiner gehalten werden. So ist eine effiziente Ernte möglich. Für den Guayusa-Tee werden nicht etwa die kleinen kugelförmigen Steinfrüchte verwendet, sondern ausschließlich die Blätter.

Besonders interessant: Biologen gehen davon aus, dass die Pflanzen über die letzten Jahrtausende ihre Fähigkeit zur eigenständigen Fortpflanzung beinahe vollständig verloren haben. Der Hintergrund ist die Tatsache, dass die Ureinwohner der Region die Kulturpflanze stets als Steckling vermehrt haben.

Die Guayusa-Stechpalme, aus welcher der Guayusa-Tee gewonnen wird, wächst vorrangig im nordwestlichen Südamerika. Zu den Hauptanbauländern zählen neben Ecuador auch Brasilien, Peru und Kolumbien. Dabei wächst die anpassungsfähige Pflanze in einem breiten Höhenspektrum von ca. 200 bis 2.000 Metern über dem Meeresspiegel

Wie und wo wird Guayusa-Tee angebaut?

Während die Guayusa-Pflanze früher in ihrer wilden Form wuchs und verwendet wurde, baut man sie heute ausschließlich als Kulturpflanze an. Diese Arbeit übernehmen in den allermeisten Fällen wie vor Jahrhunderten die indigenen Völker der Region, womit diese einen großen Teil ihres Lebensunterhalts verdienen. Angebaut werden die Guayusa-Pflanzen in Waldgärten, den sogenannten „Chacras“. Typischerweise wachsen hier verschiedene Kulturpflanzen nebeneinander.

Durch das Eingehen bestimmter Symbiosen nutzen die Pflanzen einander. Gleichzeitig ist der Einsatz von Düngemitteln und künstlichen Pestiziden aus diesem Grund in solchen Waldgärten überflüssig. Auch wenn es um den Anbau von Kulturpflanzen in großem Stil geht, handelt es sich also nicht um Monokulturen. Wer nicht in die Tradition des Anbaus eingeweiht ist, würde die inmitten des Regenwalds gelegenen Anbauflächen kaum erkennen.

Ist der Erntezeitpunkt gekommen, werden die erntereifen Blätter entfernt, gesammelt und schließlich traditionell in der Sonne getrocknet. Im sogenannten „kontrollierten Anbau“ findet die Trocknung nicht mehr in der Sonne, sondern unter immer gleiche Umständen in speziellen Trockenkammern statt. Um einen konstant hohen Koffeingehalt zu bekommen, führen die Verantwortlichen regelmäßig Analysen der geernteten Blätter durch. Auf diesem Weg können die kräftigsten und potentesten Bäume identifiziert und durch ihre Stecklinge gezielt vermehrt werden.

Fruchtig, exotisch, herb – So schmeckt Guayusa-Tee

Geschmäcker sind verschiedenen. Dementsprechend schwer fällt es auch, die Aromen von Guayusa-Tee genauer zu beschreiben. Für Teetrinker bietet sich ein Vergleich zu klassischem Schwarztee an. Guayusa-Tee ist zwar sehr aromatisch, jedoch deutlich weniger dominant als Schwarztee. Ihm fehlt die klassisch bittere Note.

Stattdessen fällt der Geschmack im Grundton feinherb aus, wobei dieser Ton durch eine sehr fruchtige Note unterstrichen wird. Im Grunde kommt der Geschmack jenem von Matetee relativ nahe. Allerdings ist Guayusa-Tee deutlich weniger intensiv, was das Getränk zugänglicher macht. Das gilt vor allem für Nichtteetrinker. So fällt es dem Tee leicht, auch hierzulande eine ganze Menge Liebhaber zu finden.

Die Guayusa-Pflanze enthält eine ganze Reihe an wertvollen Mikronährstoffen, die sich für die anregende Wirkung des heißen Aufgusses verantwortlich zeichnen. Neben den Vitaminen C und D handelt es sich u.a. um Antioxidantien, Theobromin sowie den für den Genuss interessantesten Inhaltsstoff, das Koffein. Nachfolgend die wichtigsten Inhaltsstoffe samt ihren möglichen Auswirkungen auf den menschlichen Körper

Guayusa-Tee Inhaltsstoffe

Antioxidantien

Antioxidantien sind natürliche chemische Verbindungen, welche den schädlichen Sauerstoffeinfluss auf körpereigene Substanzen (Oxidation) verhindern oder zumindest verlangsamen. Umgangssprachlich sind sie auch als Radikalfänger bekannt. Sie schützen also die Zellen des Körpers vor oxidativem Stress. Im Guayusa-Tee enthalten ist u.a. Catechin. Dieser Stoff kann z.B. bestimmte Bakterien abtöten, die Neigung für Zahnkaries mindern oder die Wahrscheinlichkeit von Virusinfektionen senken. Zum Vergleich: Guayusa-Tees haben eine rund doppelt so hohe Konzentration an Antioxidantien wie grüner Tee.

Koffein

Das enthaltenen Koffein ist für den belebenden und wach machenden Effekt des Tees aus der Guayusa-Pflanze verantwortlich. [1] Besonders potente Tees enthalten bis zu 7,6 Prozent Koffein. Damit liegt der Koffeinanteil über dem Koffeingehalt besonders koffein- bzw. teeinhaltiger Tees von ca. 6 Prozent. Durchschnittlich enthalten Guayusa-Tees zwischen 2 Prozent und 3 Prozent Koffein. Die Wirkung des Koffeins ist ähnlich wie bei Matetee eher langanhaltenden und mild. Bei Kaffee dagegen setzt die Wirkung vergleichsweise schnell ein, ebbt aber genauso schnell wieder ab.

Vitamin C

Das wohl bekannteste Vitamin ist auch in Guayusa-Tees in nennenswerten Konzentrationen enthalten. Ganz allgemein trägt Vitamin C zu einer erhöhten Eisenaufnahmen, der Verringerung von Müdigkeit, einer normalen Funktion des Immunsystems sowie einer normalen Kollagenbildung für gesunde Nägel, Haut und Zähne bei. Auch Infekten kann eine ausreichende Zufuhr vorbeugen. [2]

Vitamin D

Das ebenfalls in Guayusa-Tee enthaltene Vitamin D übernimmt im Körper zahlreiche Funktionen im Bereich des Botenstoff- und Hormonstoffwechsels. Vitamin D ist unter anderem für den Knochenstoffwechsel essenziell, da es die Aufnahme von Knochenbaustoffen wie Calcium und Phosphat zur Knochenmineralisierung fördert. Auch ist es an der Steuerung zahlreicher Gene sowie an der Regulierung des Glückshormonspiegels beteiligt. Auch für ein starkes Immunsystem ist Vitamin D wichtig, was durch einen Zusammenhang mit der Verringerung der Infektanfälligkeit belegt wird. [3]

Calcium

Calcium ist ein entscheidender Baustein für den Aufbau eines starken Knochenskeletts. Calciumverbindungen sind daher nicht umsonst die bedeutendsten anorganischen Baustoffe für die Knochensubstanz. Das Gleiche gilt im Übrigen auch für den Aufbau unserer Zähne. Darüber hinaus trägt Calcium in seiner Funktion als Elektrolyt zur normalen Muskelkontraktion sowie zur Reizweiterleitung im Nervensystem bei. Auch greift es regulierend in den Säure-Basen-Haushalt ein und hilft dabei, diesen im Gleichgewicht zu halten. [4]

Magnesium

Wie auch Calcium ist Magnesium essenziell für die Reizweiterleitung im Nervensystem, insbesondere zwischen den Nerven und Muskelzellen. Aber auch für den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel sowie für den Aufbau von Zähnen und Knochen ist Magnesium unverzichtbar, was die zusätzliche Zufuhr über Guayusa-Tee interessant macht. [5]

L-Theanin

Bei L-Theanin handelt es sich um eine nicht-proteinogene (also nicht proteinbildende) Aminosäure. Diese auch in klassischen Teepflanzen enthaltene Aminosäure ist in der Wissenschaft dafür bekannt, stresslösend und belebend zu wirken. [6] Parallel zur Erzeugung einer angenehmen Wachheit kann der Stoff dabei helfen, die Stressresistenz zu erhöhen. [7] Insbesondere in Kombination mit dem ebenfalls in Guayusa-Tees enthaltenen Koffein kann das L-Theanin seine Wirkung entfalten.

Theophyllin

In der Medizin wird Theophyllin bereits seit langer Zeit gegen Bronchialasthma und weitere Erkrankungen im Bereich der Bronchien eingesetzt. Zudem weist Theophyllin eine stimulierende Wirkung auf, die vor allem das Zentrale Nervensystem (ZNS) sowie das Atemzentrum betrifft. Hinzu kommt eine potenziell durchblutungssteigernde Wirkung der Nieren. [8]

Theobromin

Das Theobromin ist ein idealer Begleiter für Koffein, immerhin besitzt es durch seine Strukturverwandtheit eine ähnliche Wirkung auf die Körperzellen. Anders als Koffein, wirkt Theobromin jedoch deutlich sanfter, wobei die belebende und potenziell stimmungsaufhellende Wirkung länger und gleichmäßiger anhält. [9]

Zink

Der Mikronährstoff Zink wirkt nicht nur antioxidativ, sondern ist auch für die Wundheilung sowie für anderweitige körperliche Regenerationsprozesse unverzichtbar. [10] Gleichzeitig ist er essenziell für das normale Funktionieren des Immunsystems. Bei Männern ist Zink darüber hinaus ein entscheidender Faktor für die Regulierung des Testosteronspiegels.

Sie sehen, Guayusa-Tee ist ein wahres Sammelsurium an interessanten und wertvollen Inhaltsstoffen, die in unserem Körper Positives bewirken und zur normalen Funktion beitragen können. Allerdings war dies lediglich ein kurzer Abriss der wichtigsten Inhaltsstoffe. Über all die enthaltenen Flavonoide, Spurenelemente und Co. ließe sich ein halbes Buch verfassen.

Sind in Guayusa Tee Schadstoffe oder Zusatzstoffe enthalten?


Wenn es um Agrarprodukte geht, liegt die Frage nach enthaltenen Schad- und Zusatzstoffen auf der Hand. Das gilt gerade dann, wenn es sich um ein (zumindest noch) weitgehend unbekanntes Produkt aus einem fernen Land handelt. Wer weiß schon wirklich, wie dort der Anbau betrieben wird? Was den Guayusa-Tee angeht, können wir weitgehend Entwarnung geben

Durch das über Jahrtausende bewährte Anbauverfahren in Waldgärten müssen weder künstlicher Dünger noch synthetische Pestizide eingesetzt werden. Damit können diese Stoffe, anders als bei vielen Pflanzen, die in Monokulturen angebaut werden, auch gar nicht erst ins Endprodukt gelangen. Idealerweise ist ein Guayusa-Tee also frei von Schadstoffen.

Auch Zusatzstoffe sind eher die absolute Ausnahme als die Regel, sofern Sie das fertige Produkt als losen Tee kaufen. Von Guayusa-Tees in Beuteln raten wir dagegen eher ab. Nicht etwa, weil dort Schadstoffe enthalten wären. Vielmehr weil dort ebenso wie bei anderen Teesorten von Schwarztee bis Früchtetee oftmals minderwertige Blüten und Blattbestandteile verwendet werden.

Guayusa-Tee Wirkung

Wie die große Anzahl an enthaltenen Stoffen zeigt, hat Guayusa-Tee ein breites Wirkungsspektrum. Grundsätzlich wirkt der Tee ebenso wie Kaffee anregend. Interessant ist dabei gerade im Vergleich zum Kaffee der langsamere Aufbau und Abbau des wachmachenden Effekts. Die anregende Wirkung des Koffeins kann zudem die körperliche und kognitive Leistungsfähigkeit steigern.

Geht es nach den Bräuchen der Ureinwohner Südamerika hat der Tee sogar den Ruf, luzide Träume zu begünstigen. Dabei handelt es sich um Klarträume, bei denen sich die träumende Person ihres Traums bewusst ist und diesen sogar steuern kann. Insbesondere diese Wirkung ist medizinisch und wissenschaftlich allerdings noch nicht nachgewiesen.

Gibt es bei Guayusa-Tee Risiken und Nebenwirkungen?

Jeder Stoff wirkt auf unterschiedliche Weise auf unseren Körper ein. Das gilt etwa auch für das meistkonsumierte Getränk der Deutschen, den Kaffee. Das enthaltene Koffein wirkt bei den meisten Menschen einerseits positiv belebend. Bei anderen Menschen führt der Kaffee jedoch zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Sodbrennen, Unkonzentriertheit, Herzrasen und Nervosität. [11]

Die Frage nach potenziellen Nebenwirkungen beim Konsum von Guayusa-Tee ist daher nur berechtigt. Grundsätzlich gilt der Konsum von Tees aus der Guayusa-Pflanze nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand als unbedenklich. Dabei stellen Wissenschaftler den Tee auf eine Stufe mit Matetee und Grüntee.

Da die Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um die kombinierte Wirkung der verschiedenen Inhaltsstoffe bis ins Detail zu erforschen. Anders als bei Kaffee punktet der Tee aus der Guayusa-Pflanze allerdings mit seiner Wirkstoffkombination, die u.a. die Wirkung des Koffeins abmildert. Nichtsdestotrotz kann es bei einem zu hohen Konsum zu ähnlichen Nebenwirkungen wie beim Kaffeekonsum kommen.

Die Folge sind auch hier Sodbrennen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Nervosität und Einschlafstörungen. Wie bei Kaffee auch, bieten unterschiedliche Tees mit verschiedenen Koffeingehalten jedoch für jeden Genießer die passende Auswahl. Gerade, wer empfindlich auf Koffein reagiert, sollte es auch beim Umstieg auf Guayusa-Tees langsam angehen lassen, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Achtung: Die enthaltenen Polyphenole sind zwar gesund und gelten als wertvolle Antioxidantien. Allerdings können sie in zu hohen Dosen auch die Aufnahme von Eisen behindern, was zu absinkenden Eisenwerten führen kann. [12]

Guayusa-Tee Zubereitung und Dosierung

Guayusa-Tee mag exotisch sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass er auf eine besonders komplizierte Art zubereitet wird. Hier unterscheidet sich die Zubereitung nicht von klassischen losen Tees. Für den perfekten Tee entnehmen Sie einfach eine entsprechende Menge Tee in eine Glaskanne.

Pro Viertelliter Tee können Sie grob zwei leicht gehäufte Teelöffel einplanen. Übergießen Sie das Ganze im Anschluss mit kochendem Wasser und lassen Sie den Sud ca. 7 bis 12 Minuten durchziehen, um so möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe aus den Guayusa-Blättern zu lösen.

Alternativ ist auch der Kaltaufguss nach dem „Cold Brew“-Verfahren möglich. Hier geben Sie die Blätter für acht bis zehn Stunden in kaltes Wasser und lassen die Mischung gut durchziehen. Ganz gleich, ob heiß oder kalt aufgesetzt, vor dem Genuss seien Sie den Tee durch ein feines Teesieb ab. So landen die Blätter nicht mit in der Tasse.


Tipp: Guayusa-Tee als erfrischenden Eistee zubereiten
Besonders erfrischend ist Guayusa-Tee als Eistee, wobei der Tee seine Stärken als gesunder und erfrischender Energydrink für den Sommer entfaltet. Hierzu benötigen Sie lediglich 500 Milliliter abgekühlten Guayusa-Tee, einige Zitronenscheiben, einige Limetten, Minzblätter sowie etwas Stevia als kalorienarmes Süßungsmittel. Süßen Sie den Guayusa-Eistee nach Belieben und geben Sie zum Schluss einige Eiswürfel hinzu. Fertig ist der natürliche Energy-Drink ganz ohne künstliches Gummibärchenaroma.


Wo kann ich Guayusa-Tee kaufen und was kostet er?

Während es Schwarztee, Grüntee und Co. längst in jedem Supermarkt zu kaufen gibt, sind Guayusa-Tees in der Breite noch kaum vertreten. Das gilt sowohl für lose Tees als auch für Beuteltee. Dennoch führen mittlerweile bereits einige Drogerien verschiedene Tees aus der Guayusa-Pflanze. Beim Einkaufen einmal einen genaueren Blick ins Regal zu werfen, kann sich also lohnen. Deutlich besser sind die Chancen zumindest derzeit noch in spezialisierten Teegeschäften sowie in Reformhäusern.

Gerade das Internet bietet jedoch die beste Option, um an hochwertigen Guayusa-Tee zu kommen. Ein großer Pluspunkt viele Anbieter setzen auf die Zusammenarbeit mit einem oder nur wenigen Lieferanten. Diese Lieferanten werden auf der Homepage der Händler oftmals nicht nur explizit genannt, sondern auch vorgestellt.

Das betrifft neben der Herkunft z.B. auch die Anbaumethoden sowie die Umstände, unter denen das Produkt hergestellt wird. Wer großen Wert auf Transparenz und Nachhaltigkeit legt, kann sich hier also parallel genau informieren. Kostentechnisch betrachtet, ist Guayusa-Tee etwas höher anzusiedeln als Schwarztee und andere verbreitete Teesorten. Kein Wunder, immerhin handelt es sich um ein Premium-Produkt aus Übersee.

Auch hängt der Preis von der Güte der Blätter sowie der Darreichungsform ab. Guayusa-Tees in vorportionierten Teebeuteln sind daher auf das Kilogramm gerechnet deutlich teurer als loser Tee. Für ein Gebinde losen Guayusa-Tee mit 100 Gramm Inhalt können Sie grob mit einer Kostenspanne von 6 bis 15 Euro rechnen. Beuteltees dagegen beginnen in der Regel ab etwa 7,50 Euro gerechnet auf 100 Gramm.

Worauf muss ich beim Kauf von Guayusa-Tee achten?

Der Tee aus den Blättern der Guayusa-Pflanze hat trotz aller ernährungstechnischen Vorzüge wie viele andere Superfoods leider ein Problem. Auf der ökologischen Ebene ist der Tee durch die langen Transportwege vom Regenwald Südamerikas bis nach Deutschland durchaus problematisch. Die Ökobilanz lässt sich jedoch dadurch etwas aufbessern, wenn der Tee nicht in Massen, sondern in Maßen genossen wird.

Ebenso wichtig sind die Anbaubedingungen sowie die Qualität des Tees. Beim Kauf sollten Sie daher idealerweise auf Produkte mit einer Bio- bzw. Fair-Trade-Zertifizierung zurückgreifen. So ist zumindest sichergestellt, dass mit jedem Euro faire Arbeitsbedingungen unterstützt werden. Zudem Verfügen viele bio-zertifizierte Produkte über kompostierbare Verpackungen sowie eine Lieferkette, die ebenfalls auf ihre Nachhaltigkeit überprüft ist.

Guayusa-Tee richtig lagern – So bleibt erlange frisch und aromatisch
Die richtige Lagerung ist entscheidend. Das gilt sowohl für den optimalen Teegenuss als auch für die Nutzbarkeit der darin enthaltenen Nährstoffe. Wird der Tee dagegen nicht optimal gelagert, verliert er sein Aroma.

Auch viele empfindliche Mikronährstoffe, die den Reiz des Guayusa-Tees ausmachen, können durch Einflüsse wie Licht, Temperatur oder Sauerstoff zerstört werden. Bei Guayusa-Tees verhält es sich in puncto Lagerung nicht anders als bei Schwarztee und Co. Achten Sie bei der Lagerung auf die folgenden Dinge, um Ihren Tee frisch und aromatisch zu halten:

  • Tee sollte niemals in der Nähe aromatischer Lebensmittel gelagert werden, da der Tee die Aromastoffe aufnehmen kann. Wer möchte schon, dass der Tee nach Gewürzen oder Knoblauch schmeckt?
  • Der Tee sollte immer kühl gelagert werden. Ideal ist ein nicht beheizter Vorrats- oder Kellerraum. In den Kühlschrank dagegen gehört Tee in keinem Fall.
  • In der Küche hat der empfindliche Tee nichts verloren. Hier sorgen das Kochen und Spülen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Im schlimmsten Fall fängt der Tee an zu verklumpen oder gar zu schimmeln.
  • Im Idealfall lagert Tee in einer blick- und luftdicht verschließbaren Teedose. So können weder der Lichteinfall noch eindringender Sauerstoff dem Aroma schaden.
  • Größere Teemengen sollten immer ideal gelagert werden. Für den direkten Konsum innerhalb weniger Tage können kleinere Mengen abgepackt und z.B. in einem trockenen Schrank in der Nähe der Küche gelagert werden.
  • Wird Guayusa-Tee trocken, kühl, dunkel und unter Luftverschluss gelagert, hält dieser bis zu zwei Jahre ohne großen Aromaverlust.

Die besten Alternativen zu Guayusa-Tee

Der Guayusa-Tee ist eine attraktive Alternative zum klassischen Kaffee oder Energydrink. Gerade, wer einen empfindlichen Magen hat oder die genannten Getränke nicht mag, profitiert enorm vom Guayusa-Tee. Aber auch zum Tee aus der Guayusa-Pflanze gibt es Alternativen, die aromatisch in eine ähnliche Richtung gehen.

Zu nennen ist hier an erster Stelle der ebenfalls aus Südamerika stammende Mate Tee oder auch Matcha Tee. Dieser ist auf der aromatischen Ebene allerdings deutlich kräftiger und damit ebenfalls nicht jedermanns Sache. Weitere, teils noch deutlich unbekanntere Alternativen sind Lapacho und Catuaba.

Fazit

Guayusa-Tee ist ein koffeinhaltiges Getränk, das besonders reich an wertvollen Mikronährstoffen ist. Als wachmachender und anregender Tee ist er für viele Menschen eine Alternative zu Kaffee und vor allem zu ungesunden Energydrinks. Die Besonderheit liegt darin, dass sich die anregende Wirkung sanfter aufbaut und länger anhält als bei einer Tasse Kaffee.

Damit kommt der Guayusa-Tee auch als Getränk für alle infrage, die Kaffee nicht mögen oder vertragen. Geschmacklich ähnelt der Aufguss dem Matetee, wobei Guayusa-Tees mit süßlich herben bis mild-fruchtigen Noten punkten. Durch das enthaltene Koffein kann es insbesondere beim Konsum größerer Mengen jedoch zu den gleichen Nebenwirkungen kommen wie bei Kaffee. Dazu zählen u.a. Schlaflosigkeit, Nervosität und ein beschleunigter Puls.

Ebenfalls beachtet werden sollte die problematische Ökobilanz durch den Transport von Übersee nach Europa. Durch bewussten Konsum und den Kauf von Bio-Produkten, die zudem ein Fairtrade-Siegel tragen, lässt sich dieses Problem allerdings abmildern. Damit steht dem bewussten Genuss des anregenden Power-Getränks aus dem Regenwald nichts mehr im Wege.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Guayusa-Tee

Welche Vorteile hat Guayusa-Tee?

Guayusa-Tee liefert wie Kaffee etliche wichtige Mikronährstoffe, die für den menschlichen Körper essenziell sind. Der Hauptvorteil liegt jedoch in dem wachmachenden und belebenden Effekt. Anders als Kaffee ist dieser Effekt deutlich sanfter und langanhaltender. Zudem gilt der Tee aus der Guayusa-Pflanze als besonders verträglich.

Welche Nachteile hat Guayusa-Tee?

Wie auch Kaffee kann Guayusa-Tee überdosiert werden. Die so aufgenommene Menge an stimulierenden Stoffen wie Koffein, führt zu den gleichen Symptomen wie der Konsum von zu viel Kaffee. Dazu zählen u.a. Herzrasen, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Auch das Aroma ist sicherlich Geschmackssache. Ein nicht von der Hand zu weisender Nachteil dagegen ist die Ökobilanz durch die langen Transportwege von Südamerika nach Europa.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung einsetzt?

Ebenso wie in Kaffee ist in Guayusa-Tee der Hauptwirkstoff Koffein. Dieser gelangt ähnlich schnell, dafür aber deutlich sanfter in die Blutbahn und darauf folgend zu den Rezeptoren des Nervensystems. Eine spürbare Wirkung stellt sich nach ca. 30 Minuten ein. Anders als bei Kaffee hält die Wirkung des in Guayusa-Tee enthaltenen Koffeins länger an und fällt sanfter aus.

Ist die längerfristige Einnahme gesundheitsschädlich?

Wer schon einmal mehrere Tage hintereinander zu viel Kaffee getrunken hat, kennt unangenehme Begleiterscheinungen wie Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit und Co. Grundsätzlich verhält es sich bei Tees aus der Guayusa-Pflanze nicht anders. Wer dauerhaft zu viel von dem belebenden Tee trinkt, muss mit solchen Erscheinungen leben. Gesund ist das natürlich nicht. Wer das Heißgetränk dagegen lediglich in Maßen genießt, muss sich auch über langfristige gesundheitliche Schäden keine großen Gedanken machen. Hier ist das Risiko auch nicht höher als bei regelmäßigem Kaffeegenuss.

Kann man durch den erhöhten Koffeingehalt abhängig werden?

Wie bei nahezu allen Stoffen, die einen Einfluss auf das Nervensystem haben, kommt es auch bei Koffein zu einem Gewöhnungseffekt. Das bedeutet, dass immer höhere Dosierungen notwendig sind, um den gewünschten, belebenden Effekt zu erzielen. Theoretisch kann es somit auch zu einer Abhängigkeit kommen. Diese ist auch als Coffeinismus bekannt. Mit dem erhöhten Koffeingehalt selbst hat dies allerdings nichts zu tun. Ebenso wie bei Kaffee, Schwarztee und Energydrinks kommt es allein auf das maßvolle Konsumverhalten an. Regelmäßige Pausen mit Tagen ohne Guayusa-Tee-Genuss sind hier beispielsweise eine probate Prophylaxe.

Gibt es unerwünschte Wechselwirkungen mit Medikamenten?

Mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten können bei Guayusa-Tee durch das enthaltene Koffein auftreten. Da Koffein anregend auf das Nervensystem wirkt, kann es der Wirkung einiger Medikamente entgegentreten. Dazu zählen etwa Barbiturate, die zur Sedierung bzw. Beruhigung eingenommen werden. Darüber hinaus kann das Koffein die Wirkung von Medikamenten, die den Sympathikus stimulieren weiter verstärken. Dadurch kann es etwa zu einem beschleunigten Herzschlag kommen.

Wie steht es um Wechselbeziehungen mit Alkohol und Cannabis?

Grundsätzlich haben Koffein und Cannabis für sich genommen gegensätzliche Auswirkungen auf unser Nervensystem. In Kombination kann es jedoch zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Eine Studie aus dem Jahr 2012 deutet etwa darauf hin, dass es insbesondere bei jungen Menschen zu Gedächtnisproblemen kommen kann. [13] Da beide Stoffe zudem den Pulsschlag erhöhen, steigt das Risiko für mögliche Herzprobleme bei einer gemeinsamen Einnahme an.

Können Kinder und Jugendliche Guayusa-Tee trinken?

Da Guayusa-Tee einen erhöhten Koffeingehalt hat, sollten Kinder generell keine Guayusa-Tees trinken. Bei Jugendlichen und Heranwachsenden sieht dies ein wenig anders aus. Hier sollte es so gehandhabt werden wie bei Kaffee und Schwarztee. Geringe Mengen sind in Ordnung. Regelmäßig größere Mengen zu trinken, sollt dagegen vermieden werden.

[1] https://www.cup.lmu.de/ac/rusan/site/assets/files/1032/kaffee_gesund.pdf
[2] https://www.karger.com/Article/Pdf/283713
[3] https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0035-1552694.pdf
[4] Tezal M, Wactawski-Wende J, Grossi SG, Ho AW, Dunford R, Genco RJ. The relationship between bone mineral density and periodontitis in postmenopausal women. J Periodontol. 2000 Sep;71(9):1492-8. doi: 10.1902/jop.2000.71.9.1492. PMID: 11022780.
[5] Yamanaka R, Tabata S, Shindo Y, Hotta K, Suzuki K, Soga T, Oka K. Mitochondrial Mg(2+) homeostasis decides cellular energy metabolism and vulnerability to stress. Sci Rep. 2016 Jul 26;6:30027. doi: 10.1038/srep30027. PMID: 27458051; PMCID: PMC4960558.
[6] Hidese S, Ota M, Wakabayashi C, Noda T, Ozawa H, Okubo T, Kunugi H. Effects of chronic l-theanine administration in patients with major depressive disorder: an open-label study. Acta Neuropsychiatr. 2017 Apr;29(2):72-79. doi: 10.1017/neu.2016.33. Epub 2016 Jul 11. PMID: 27396868.
[7] Lyon MR, Kapoor MP, Juneja LR. The effects of L-theanine (Suntheanine(R)) on objective sleep quality in boys with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD): a randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Altern Med Rev. 2011 Dec;16(4):348-54. PMID: 22214254.
[8] Duman, M., Vaquié, A., Nocera, G. et al. EEF1A1 deacetylation enables transcriptional activation of remyelination. Nat Commun 11, 3420 (2020).
[9] https://d-nb.info/990840255/34
[10] Lansdown AB, Mirastschijski U, Stubbs N, Scanlon E, Agren MS. Zinc in wound healing: theoretical, experimental, and clinical aspects. Wound Repair Regen. 2007 Jan-Feb;15(1):2-16. doi: 10.1111/j.1524-475X.2006.00179.x. PMID: 17244314.
[11] https://d-nb.info/983652228/34
[12] L. Mascitelli, M.R. Goldstein, Inhibition of iron absorption by polyphenols as an anti-cancer mechanism, QJM: An International Journal of Medicine, Volume 104, Issue 5, May 2011, Pages 459-461.