Matcha-Tee

Matcha wird in den Medien gelegentlich als Super Food bezeichnet, als Nahrung, die sich so positiv auf den Körper auswirkt, dass ein Verzicht praktisch nicht in Frage kommt. In diesem Ratgeber gehen wir auf Inhalt und Wirkung ebenso ein wie eine korrekte Zubereitung. Wir klären, welcher Tee im Handel sein Geld wert ist, worauf es beim Kauf ankommt und welche Personengruppen für den Genuss des Tees vielleicht nicht in Frage kommen.

Matcha: Was ist das eigentlich?

Matcha ist ein grüner Tee, der heute vorrangig in Japan produziert wird, aber ursprünglich aus China stammt. Unter den Tees ist das Getränk, das als Pulver aufbereitet wird, eine der Sorten mit dem höchsten Koffeingehalt. Daher wird es gerne als Substitut für Kaffee genutzt, obwohl es teilweise gravierende Unterschiede hinsichtlich der Art des Koffeins gibt (dazu später mehr).

Die Geschichte des Tees verliert sich irgendwo im alten China, wo er langsam in Vergessenheit geriet. Im 12. Jahrhundert fand die Pflanze ihren Weg nach Japan, wo die Zucht und die Zubereitung übernommen und verfeinert wurden. Heute ist der Matcha-Tee dort wichtiger Bestandteil der Teezeremonie.

Wie wird Matcha hergestellt?

Dieser Prozess ist in zwei Phasen unterteilt. Der Anbau unterscheidet sich bereits drastisch von vielen anderen Tees und Pflanzen im Allgemeinen. Bevor die Pflanze geerntet wird, überspannen die Teemeister vor Ort die Felder mit Netzen, durch die kein Licht dringen kann. Durch das Ausbleiben von direktem Sonnenlicht bildet sich sehr viel Chlorophyll, die nahrhaften Inhaltsstoffe sammeln sich vorrangig in den Blättern. Dies führt zu einer leuchtenden, intensiv grünen Farbe, für die diese Teesorte bekannt ist. Außerdem führt dies zu einem milden Geschmack, wodurch Matcha-Tee auch für „Tee-Einsteiger“ geeignet ist. Der Tee liegt leicht auf der Zunge und kann auch in größeren Zügen ohne Problem getrunken werden.

Die zweite Phase betrifft die Behandlung der Teeblätter:

1. Die geernteten Blätter werden schnell gedämpft und dadurch getrocknet, bis der Großteil der Feuchtigkeit entzogen ist. Etwaige Stängel an den Blättern werden aussortiert. Auf diese Weise bleibt Tencha zurück: Blätter, die als Basis für den Tee dienen.

2. Diese Blätter werden nun durch Steinmühlen zu einem sehr feinen Pulver verarbeitet. Durch dieses Prozess bleiben die Inhaltsstoffe komplett im Tee enthalten.

3. Das Pulver kann anschließend direkt genutzt werden, um daraus Tee herzustellen.

Dieser Prozess ist sehr zeitaufwendig, was den hohen Preis für Matcha-Tee erklärt, wenn er auf traditionelle Weise gewonnen wird. Geerntet wird nur ein einziges Mal im Jahr. Um nur 30 Gramm dieses Tees zu erhalten, muss eine Steinmühle eine Ladung Tencha für etwa eine Stunde bearbeiten. Zwar wird die Geduld durch den intensiven und gleichzeitig milden Geschmack und die wertvollen Inhaltsstoffe belohnt. Dennoch stellt dieser Prozess hohe Anforderungen an die Produzenten des Tees.

Das fertige Pulver beinhaltet einen gewissen Anteil Restfeuchtigkeit. Dieses kann sehr schnell an Frische verlieren, was dem Geschmack nicht zuträglich wäre. Aus diesem Grund werden die trockenen Blätter gelagert, bis die Weiterverarbeitung in Pulver durch einen schnellen Verkauf sinnvoll ist. Die längerfristige Aufbewahrung von fertigem Matcha-Pulver ist unüblich.

Schmeckt der Tee überall gleich?

Teilweise existieren große Unterschiede je nach Region und Anbauverfahren. Die traditionelle Gewinnung von Matcha-Pulver ist ein Prozess mit vielen Variablen. Die Qualität der Erde kann sich unterscheiden, die Nährstoffe im Boden, die Menge der Sonneneinstrahlung oder auch die Länge des Abdunklungsprozesses. Soll eine Ernte aus wirtschaftlichen Gründen vorgezogen werden, kann es beispielsweise sein, dass die Abdunklung statt vier Wochen nur zwei Wochen dauert. Dies wirkt sich auf die Qualität des Tees aus, die Inhaltsstoffe habe weniger Zeit, sich in den Blättern zu sammeln.

Was ist in Matcha-Tee enthalten?

Zahlreiche Nährstoffe bilden die Grundlage von Matcha:

  • Catechine sind Bitterstoffe, die während des Wachstums der Pflanze Schädlinge fernhalten. Sie können bei Menschen Magen-Darm-Erkrankungen und Erkältungen bekämpfen.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe und Flavonoide bewahren Menschen vor Entzündungen, Gerbstoffe senken das Cholesterin. Durch die Bekämpfung von freien Radikalen kann eine Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Folge sein.
  • Vitamine C, E, A sowie B1, B2 und B6 und Vitamin K sind gut für die Augen, Nerven und das Immunsystem generell.
  • Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Calcium sind wichtige Stoffe für den Körper. Sie kümmern sich unter anderem um das Zellwachstum, den Blutdruck und den Blutsauerstoffgehalt.
  • L-Theanin als Aminosäure führt zu einem Gefühl der Entspannung, sodass zunehmender Stress abgeschwächt wird. Koffein hingegen hilft, Müdigkeit einzudämmen oder komplett aufzuheben (je nach Grad der Erschöpfung).
  • Matcha kann wie grüner Tee abnehmen etwas beschleunigen weil der Stoffwechsel angeregt wird. Eine Tasse Tee am Tag kann jedoch Sport und eine allgemein gesündere Ernährung nicht ersetzen.

Ungesundes ist in dem Matcha-Pulver nicht enthalten. Es kann jedoch sein, dass eine Überempfindlichkeit oder Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe vorliegen. Dann hilft ein Gespräch mit dem Arzt.

Zusatzstoffe im Matcha-Tee

Der beste Matcha-Tee ist der, der komplett ohne Zusatzstoffe auskommt. Diese verbessern die Qualität des Tees niemals, sondern werden meist während der Produktion eingesetzt, um das Wachstum zu beschleunigen oder ähnliche vorteilhafte Effekte hervorzurufen. Auf die Qualität des Tees wirken sie sich jedoch nicht positiv aus. Der beste Tee im Handel ist daher derjenige, der ohne jegliche Zusatzstoffe verkauft wird: nur reines Matcha-Pulver, das sofort verarbeitet werden kann.

Wie wird Matcha-Tee korrekt zubereitet?

Die Zubereitung auf klassische, traditionelle Art benötigt einige Utensilien. Dazu gehört neben dem Matcha-Pulver ein kleiner Besen aus Bambus sowie ein kleiner Spatel. Außerdem ist noch eine Matcha-Schale notwendig. Der Spatel lässt sich durch einen normalen Teelöffel und die Schale durch ein einfaches, kleines Schälchen ersetzen. Wer es ganz genau nehmen will, benutzt außerdem ein Tee-Thermometer. Mit steigender Erfahrung verliert dies jedoch an Bedeutung.

1. Trotz der feinen Konsistenz sollte das Matcha-Pulver noch einmal gesiebt werden. Dies vermeidet die Bildung von Klümpchen, die sich negativ auf das Geschmackserlebnis auswirken könnten.

2. Ein Teelöffel oder zwei Portionen mit dem Bambusspatel landen nun in der Teeschale. Wird mehr Wasser im nächsten Schritt hinzugegeben, sollte auch die Menge an Matcha steigen.

3. Das Pulver sollte mit etwa 100 Millilitern heißem Wasser aufgebrüht werden. Die ideale Temperatur sind 75° Celsius, das Wasser wird ohne weitere Zugabe von Energie jedoch recht schnell Wärme verlieren. Kochendes Wasser ist zu heiß und verbrüht den Tee.

4. Mit dem feuchten Bambusbesen sollte nun das Pulver in dem Wasser verteilt werden. Dabei gilt es, so lang hin und her zu schlagen, bis eine leicht cremige Konsistenz entsteht.

Der Tee ist nun bereit zum Verzehr. Dies ist eine sehr traditionelle Weise, um den Tee herzustellen. Durch die Zugabe von Milch beispielsweise wird der Geschmack etwas verändert und es entsteht ein „Matcha Latte“. Kommt es weniger auf den zeremoniellen Charakter an, ist es völlig in Ordnung, das Pulver in eine Tasse zu geben und ihn es mit heißem Wasser zu übergießen und anschließend mit einem Löffel zu verrühren. Dies ist die schnellere Methode, die vielleicht an einem hektischen Morgen eher geeignet ist. Falls die Zelebrierung des Tees im Vordergrund steht, ist die traditionelle Methode jedoch besser geeignet.

Wann tritt die Wirkung von Matcha ein?

Die wachmachende Wirkung von Matcha-Tee geht auf Koffein zurück. Es wirkt sanfter als in Kaffee vorhandenes Koffein, da es gebunden und nicht isoliert wird. An der Zeitdauer bis zum Einsetzen dieser Wirkung ändert dies jedoch nichts. Wer eine solche Tasse zu sich nimmt, kann einen Effekt nach 15 bis 30 Minuten erwarten. Gehört eine Tasse Matcha-Tee zum morgendlichen Ritual dazu, sollte somit nicht mehr als eine halbe Stunde vergehen, bis der Körper auf das Koffein mit einer Ausschüttung von Adrenalin reagiert.

Wie lang dies genau dauert, unterscheidet sich von Person zu Person – und auch bei Geschlechtern gibt es große Unterschiede:

Frauen neigen dazu, die wachmachende Wirkung von Koffein länger zu spüren, da der Körper länger benötigt, um es wieder abzubauen. Eine Tasse Matcha-Tee kann somit etwa doppelt so lang wirken wie bei Männern.

Bei Männern tritt der Effekt nach dem Verzehr dafür schneller ein und wirkt sich stärker aus. Der Körper verarbeitet das Koffein schneller, die elektrisierende Wirkung ist sofort spürbar.

Warum kann die Wirkung ausbleiben?

In einigen Fällen merken Teetrinker nichts von dem Effekt, den Matcha-Tee hervorrufen soll. Dies hängt in der Regel mit einer Resistenz gegen das enthaltene Koffein zusammen. Jahre- oder jahrzehntelange Kaffeetrinker, die Matcha-Pulver als Ersatz ausprobieren, haben ihren Körper an die hohe Dosierung von Koffein im Laufe der Zeit gewöhnt. Da in Matcha pro Gramm weniger Koffein enthalten ist, bekommt der Körper somit durch eine Tasse Tee weniger dieses Inhaltsstoffes als erwartet. Dies kann dazu führen, dass die wachmachende Wirkung ausbleibt.

Eine Lösung kann darin bestehen, den Körper zunächst von Koffein zu „entgiften“, indem es komplett vermieden wird. Darauf kann der Körper jedoch mit Entzugserscheinungen antworten. Langfristig ist dies dennoch der richtige Weg, um die Wirkung des Tees zu spüren, ohne gleichzeitig die Dosierung im Pulver zu erhöhen.

Soll es eine kurzfristige Lösung sein, kann es helfen, mehr Matcha-Pulver in den Tee zu geben. Wird dieser „Trick“ gelegentlich genutzt, drohen keine Gefahren. Bei einer dauerhaften Überdosierung entstehen jedoch erneut Probleme. Mehr dazu verrät der Abschnitt „Drohen gesundheitliche Folgen durch langfristigen Genuss?“.

Wechselwirkungen mit Medikamenten, Alkohol & Co.

Grüner Tee wie Matcha kann dafür verantwortlich sein, die Wirkung von bestimmten Betablockern abzuschwächen oder vollständig zu unterdrücken. Medikamente wie Nadolol werden beispielsweise genutzt, um Bluthochdruck und Migräne zu therapieren. In der Studie lag der Nadololspiegel im Blut der Testprobanden etwa 85 % unter dem Vergleichswert – ein sehr hoher Wert. Dies kann gravierende, teilweise gefährliche Auswirkungen bei der Einnahme bestimmter Medikamente haben.

Wechselwirkungen mit Alkohol oder Cannabis sind im Zusammenhang mit Matcha-Tee jedoch nicht bekannt. Enthalten sind ausschließlich pflanzliche Nährstoffe und Vitamine. Koffein kann die Auswirkungen von Alkohol verringern: Zwar bleibt der Blutalkoholspiegel identisch, doch der Rausch wird entweder nicht mehr oder nur noch abgeschwächt wahrgenommen. Dies kann sehr gefährlich sein: Durch Koffein entsteht der Eindruck, dass der Alkohol keine Wirkung mehr hat. Lässt das Koffein nach, tritt der Rausch wieder ein. In den falschen Momenten – etwa bei einer Autofahrt – kann dies schlimme Folgen haben.

Aufgrund der Wechselwirkungen mit Medikamenten ist es ratsam, bei der häufigen Einnahme von Medikamenten (etwa aufgrund chronischer Krankheiten) einen Arzt zu konsultieren, falls der Genuss von Matcha-Tee in Erwägung gezogen wird.

Matcha: Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Handelt es sich um qualitativ hochwertigen Matcha-Tee, ist der Anteil an fremden Schadstoffen im Getränkt begrenzt. Das hat zur Folge, dass die Nebenwirkungen ebenfalls nicht stark ausgeprägt sind. Vor allem drei potenzielle Probleme sind bekannt:

1. Matcha-Tee trägt seinen Ruf als Wachmacher unter anderem, weil eine große Menge Koffein enthalten ist. Dies kann zu Problemen führen – entweder durch das Koffein direkt oder durch Entzugserscheinungen, falls der Genuss des Tees eingestellt wird. Typische Anzeichen von Überdosierungen enthalten unter anderem Kopfschmerzen und Schwindel, während im Magen-Darm-Bereich Sodbrennen und Durchfall drohen. Langfristig kann durch eine Koffeinabhängigkeit eine leichtere Reizbarkeit aufgrund von Koffeinentzug eintreten.

2. In Matcha-Tee befindet sich eine hohe Konzentration aus Oxalsäure. Diese kann in zu hohen Dosierungen dazu führen, dass der Darm wertvolle Stoffe wie Eisen, Magnesium oder Kalzium nicht mehr aufnehmen kann. Damit der Darm diese Stoffe aus der Nahrung extrahieren kann, sollte daher etwa eine Stunde nach einer Mahlzeit vergehen, bevor der Tee getrunken wird. Dann sind die Nährstoffe bereits im Organismus angekommen. Ein weiterer Nebeneffekt von Oxalsäure ist, dass sie Nierensteine begünstigen kann. Personen mit bestehenden chronischen Darmerkrankungen sind in höherem Maß betroffen.

3. Bei Genuss auf leerem Magen können Probleme durch eine erhöhte Produktion von Magensäure vorliegen. Dies wird ausgelöst, da in grünem Tee generell viele Gerbsäuren enthalten sind. Die Folge können Verstopfung, Übelkeit und Magenprobleme im Allgemeinen sein. Ausgelöst wird dies durch die erhöhte Säureproduktion, die bei leerem Magen dazu führt, dass sich der Körper praktisch selbst angreift und nicht die Nahrung auflöst.

Diese Nebenwirkungen greifen immer dann, wenn der Tee in zu hohen Mengen oder auf leeren Magen getrunken wird. Von den Inhaltsstoffen in Matcha selbst geht bei einem umsichtigen Genuss keine Gefahr aus (es sei denn, es liegen Allergien vor).

Matcha-Empfehlungen in der Schwangerschaft

Da Ärzte von Koffein während der Schwangerschaft generell abraten, sollten Schwangere auch den Konsum von grünem Tee zurückfahren. Mehr als eine Tasse Matcha-Tee kommt daher nicht in Frage, um Risiken auszuschließen. Catechine, die in dem Tee ebenfalls enthalten sind, sollten ebenfalls nicht grenzenlos zu sich genommen werden. Dies gilt nicht nur bei schwangeren Frauen, sondern auch in der Stillzeit (Quelle: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/4630769/full.pdf).

Matcha-Tee und Abhängigkeiten

Generell kann jedes Getränk, in dem Koffein enthalten ist, zu Abhängigkeiten führen. Die Folgen sind bei Entzug unter anderem das Auftreten von Depressionen, Reizbarkeit, Erschöpfung, Schlaflosigkeit und ähnliche Symptome. Gleichzeitig hat die Zunahme von Koffein in diesem Moment zuerst positiv empfundene Auswirkungen. Durch Koffein im Kaffee etwa wird Adrenalin ausgeschüttet, wodurch sich die Muskeln anspannen und Puls sowie Atmung beschleunigt werden. Der Blutzuckerspiegel steigt, kurzfristig steht wesentlich mehr Leistung zur Verfügung. Daher wird der Kaffee am Morgen gerne als Wachmacher genutzt.

Wie bei jedem Stimulans folgt jedoch ein Absturz: Sobald der Adrenalinspiegel sinkt, folgen Müdigkeit und Erschöpfung. Die Energie, die vorher als solche empfunden wurde, ging schließlich nie vom Körper selbst aus, sondern wurde durch Koffein künstlich beigeführt.

Matcha begegnet diesem Problem auf folgende Weise:

Eine Tasse Matcha enthält ungefähr so viel Koffein wie ein Espresso. Dies klingt nach einer hohen Dosierung. Das Koffein in Matcha ist jedoch an die Gerbstoffe im Tee gebunden, während es im Kaffee isoliert ist. Daher ist Matchakoffein wesentlich besser verträglich und ruft nicht die Probleme hervor, die Kaffee bei manchen Menschen produziert.

In Matcha ist sehr viel L-Theanin enthalten. Dies ist eine Aminosäure, die beruhigend wirkt und den drastischen Effekt von Koffein abmildert. Das „High“ durch das Koffein bleibt also durchaus erhalten, aber es läuft in ruhigeren Bahnen ab und vermeidet daher auch den anschließenden Crash.

Als positiver Nebeneffekt sorgt die mildere Wirkung dafür, dass eine Abhängigkeit längst nicht so leicht erreicht wird wie bei Koffein. Jeder kennt Sprüche von Kaffeetrinkern wie „Morgens brauche ich meinen Kaffee, sonst funktioniere ich nicht“. Dies wird meist mit einem Augenzwinkern gesagt, aber in der Tat steckt darin auch viel Wahrheit, die die Abhängigkeit von Kaffee und dem darin enthaltenen Koffein unterstreicht.

Drohen gesundheitliche Folgen durch langfristigen Genuss?

Generell drohen dieselben Folgen, wie bei allen koffeinhaltigen Getränken. Matcha ist davon nicht ausgenommen, aber auch nicht in höherem Maße schädlich – eher umgekehrt, wie der vorherige Abschnitt gezeigt hat.

Allerdings kommt es stark auf die Qualität des Tees an. Matcha-Pulver kann aus diversen unterschiedlichen Regionen stammen und muss nicht zwangsläufig mit hoher Qualität einhergehen. Eine explizit gesundheitsfördernde Wirkung für diesen Tee ist zum Beispiel nicht nachgewiesen. Bei minderwertiger Qualität kann es allerdings passieren, dass die Grünpflanze während des Wachstumsprozesses Aluminium aufnimmt. Dies hängt von der Region ab, in dem die Pflanze gezüchtet und dann zu Matcha-Pulver verarbeitet wird.

In höheren Mengen kann Aluminium langfristig zu Schäden am Nervensystem und den Knochen führen. Dieses Problem wird verschärft, da der Tee nicht filtriert, sondern als Matcha-Pulver direkt verrührt wird. Daher bleiben potenziell gefährliche Stoffe in höherer Konzentration im trinkfertigen Tee. Zwei Ratschläge können Abhilfe schaffen:

  1. Matcha-Trinkende sollten explizit auf die Qualität des Tees achten. Je hochwertiger (und damit meist teurer) der Tee, desto risikoloser ist der Genuss.
  2. Verbraucherschützer raten dazu, nicht mehr als drei Tassen pro Tag zu verzehren. Außerdem sollte nicht mehr als ein Gramm Matcha-Pulver pro Tasse eingerührt werden.

Es kann weiterhin helfen, in regelmäßigen Abständen die Marken zu wechseln, wenn deren Herkunft nicht zu 100 % frei von Schadstoffen ist. Dies vermeidet eine einseitige Belastung.

Matcha-Tee: kein rechtlicher Schutz

Leider ist der Begriff Matcha in Deutschland nicht geschützt. Der Begriff allein muss also nicht zwangsläufig bedeuten, dass der Tee auf traditionelle, aufwendige und damit teure Art direkt in Japan hergestellt wird. Es kann sein, dass die Produktion stattdessen mit technischen Tricks direkt in regionaler Nähe abläuft, womit Matcha im Prinzip nur ein ganz normaler grüner Tee ist. Inwiefern sich ein hier gekaufter Matcha-Tee daher von anderen grünen Tees unterscheidet, bleibt oft unklar.

Teegenießer sollten sich daher nicht allein auf den Begriff Matcha verlassen, denn im Zweifelsfall bedeutet er nicht viel. Sinnvoller ist es, bei einer in Frage kommenden Marke genau zu erforschen, woher das Matcha-Pulver stammt, wie es gewonnen wird und welche Schadstoffe während des Produktionsprozesses eventuell in den Tee gelangen.

Wie sollte Matcha-Tee gelagert werden

Matcha-Pulver ist sehr fein, wodurch sich die Gesamtoberfläche im Vergleich zu anderen, gröberen Teesorten erhöht. Das heißt, dass Licht und Sauerstoff leichter an jedes Pulverbestandteil herangelangen. Dies entzieht dem Tee jedoch Geschmack und Wirkung. Sauerstoff und Licht führen zu einer Oxidation einzelner Bestandteile sowie zu einem Abbau an Vitaminen. Der Geschmack leidet und das strahlende Grün verliert durch Licht langsam an Kraft.

Am besten gelingt die Aufbewahrung daher sowohl kühl als auch lichtgeschützt. Ein Kühlschrank ist ein guter Ort, sofern das Behältnis luftdicht ist. In dunklen, kühlen Arealen von Häusern und Wohnungen ist eine Lagerung auch im Regal möglich. Dies bremst den biochemischen Prozess, der durch Sauerstoff und Licht angestoßen wird. Eine Lagerung in kompletter Dunkelheit rund um die Uhr und ohne jeglichen Sauerstoffeinfall ist jedoch privat sehr schwierig umsetzbar.

Ist Matcha-Pulver irgendwann nicht mehr genießbar?

Matcha kann nicht schimmeln, sauer werden oder anderweitig ungenießbar werden. Der Tee bleibt praktisch für immer genießbar. Allerdings wird er im Laufe des Jahres immer mehr Farbe (durch Abnahme von Chlorophyll) und Geschmack (durch Entzug von Nährstoffen) verlieren. Würde das Pulver hell und warm gelagert werden, wäre es irgendwann schlicht farb- und geschmacklos. Giftig ist es nach wie vor nicht, nur würde das Pulver dem Tee keinerlei Geschmack (und keine Nährstoffe) hinzufügen.

Um herauszufinden, ob der Tee noch genießbar ist, sollte daher einfach ein Blick auf das Pulver erfolgen. Hat es viel Farbe verloren, ist es im Prinzip wertlos. Es sind nur noch getrocknete Pflanzenbestandteile ohne Nutzen – genießbar, aber ohne Wert.

Wer sollte keinen Matcha-Tee trinken?

Generell ist der Tee unbedenklich. Vorsicht ist geboten, wenn Empfindlichkeiten gegen Koffein vorliegen. In dem Pulver sind außerdem zahlreiche Aminosäuren, Antioxidantien und Vitamine enthalten. Konkret sind dies die Vitamine C, E, A sowie B1, B2 und B6 sowie Vitamin K. Calcium, Zink, Kalium und Eisen sind ebenfalls enthalten. Catechin ist enthalten, dies schützt Zellen vor schädlichen Einflüssen.

Generell ist daher immer dann Vorsicht geboten, wenn Personen empfindlich auf einen dieser Inhaltsstoffe reagieren oder sogar Allergien vorliegen. In diesem Fall sollte vor dem Verzehr ein Arzt aufgesucht werden. Denn: Da die Konzentration meist recht gering ist (ein Gramm Pulver reicht für eine Tasse Tee aus), kann es sein, dass der Genuss trotz Überempfindlichkeit unbedenklich ist. Wir können an dieser Stelle aber keine pauschale Empfehlung aussprechen. Im Zweifelsfall sollte vor dem Genuss ein Arzt konsultiert werden – vor allem bei vorherigen Problemen und/oder Abhängigkeiten von Koffein.

Ist der Tee für Kinder geeignet?

Für Kleinkinder und Kinder ist Matcha-Tee weniger geeignet (aufgrund des enthaltenen Koffeins). Gleichzeitig ist der Tee aber nicht generell ungesund. Wer es auf einen Versuch ankommen lassen möchte, sollte die Dosierung entsprechend abschwächen. Für Jugendliche ist das Pulver unbedenklicher – ebenso wie einige Jugendliche recht früh damit beginnen, Kaffee zu trinken. Langfristig wäre es für diese Personen in jedem Fall gesünder, den grünen Tee als Wachmacher zu betrachten und nicht auf Kaffee zu setzen.

Den Tee bereits Kindern als „Aufputschmittel“ zu präsentieren, ist jedoch die falsche Wahl. Zudem kann der in diesem Alter oft noch empfindliche Schlafrhythmus deutlich gestört werden, da das Koffein und damit Adrenalin eine stärkere Wirkung entfalten kann.

Auch hier gilt daher: Ein Kinderarzt kann fachlich versierte Antworten auf diese Fragen geben. Stillende Mütter sollten Matcha-Tee ebenfalls nur in Maßen konsumieren, damit die Inhaltsstoffe nicht durch die Milch an Kinder weitergegeben werden.

Wo kann Matcha gekauft werden?

Der Tee ist in praktisch jeder gut sortierten Teehandlung zu erwerben. Je nach Ausrichtung steht er auch in den Regalen von Supermärkten zum Kauf bereit – eventuell seltener beim Discounter, aber häufiger in besser sortierten Geschäften. Falls es auf Qualität ankommt, raten wir zum Einkauf in einem Teefachgeschäft. Dort können Mitarbeiter in der Regel auch besser Auskunft über die Herkunft und die Herstellung geben – im Austausch für einen meist höheren Preis.

Eine zweite Anlaufstelle ist das Internet. Zahlreiche Onlineshops verkaufen den grünen Tee, der blick- und luftdicht verschlossen wird. Falls die Qualität stimmt, gibt es keinen messbaren Unterschied zum Tee direkt aus dem Fachgeschäft. Gut geeignet für alle, die keine entsprechenden Läden in der Nähe finden können.

Wie teuer ist der grüne Tee?

Beim Einkauf ergeben sich teilweise gewaltige Preisunterschiede. In manchen Shops gibt es den Tee für 50 Euro pro 100 Gramm, andere verkaufen ihn für mehr als 100 Euro für dieselbe Menge – und wieder andere Produkte gibt es zu Discountpreisen von nur 20 Euro für 100 Gramm. Die große Diskrepanz ergibt sich durch den bereits erwähnten Umstand, dass Matcha-Tee in Deutschland kein rechtlich geschützter Begriff ist. Hersteller, die eher auf Quantität als Qualität achten, können also günstiger verkaufen – und umgekehrt. Das heißt nicht, dass günstigerer Tee automatisch schlechter ist. Schließlich sind die groben Vorteile immer noch identisch mit höherwertigem Tee.

Allerdings ist zu erwarten, dass höherwertiger Tee besser schmeckt und einen intensiveren Effekt hervorruft. Ratsam für Genießer ist es daher, den möglichst hochwertigsten Tee zu kaufen, sofern dieser ins Budget passt.

Was für Matcha-Tee sollte ich kaufen?

Wer sich dem Genuss des Tees verschrieben hat, sollte entsprechend hochwertig einkaufen. Eine gute Hilfe im Handel sind dafür Bio-Siegel. Im Bereich der Matchaproduktion gibt es dafür zwei wichtige Varianten:

1. Das Bio-Siegel ist leicht am grünen Symbol zu erkennen. In der Fachsprache bedeutet dies, dass sich das Produkt eine Zertifizierung nach DE-ÖKO-006 verdient hat. Damit der Matcha-Tee dieses Siegel tragen darf, müssen einige Vorschriften von Seiten der EU erfüllt werden. Dazu gehören ökologischer Landbau, eine lückenlose Buchführung und das Bestehen von unregelmäßigen Kontrollen auf den Betrieben, die zufällig durchgeführt werden. All das sagt zwar nicht zwingend etwas über die Qualität des Tees aus, aber Konsumenten können sich dadurch sicher sein, dass das Produkt klimatechnisch unbedenklich produziert wird.

2. Ein weiteres Prüfsiegel, das auf einigen Teepackungen zu finden ist, nennt sich JAS organic. Dies ist ein Siegel, das praktisch analog zum deutschen Bio-Siegel in Japan geführt wird. Auch bei JAS organic gelten ähnliche Vorschriften, die zum Beispiel die Bodenqualität, die verwendeten Düngemittel, die Biodiversität vor Ort (aufgrund der Schädlichkeit von Monokulturen) und ähnliche Qualitätskriterien untersuchen. JAS organic und das Bio-Siegel im Doppelverbund stellen somit sicher, dass dieser Tee höchsten Ansprüchen gerecht werden sollte.

Was genau ein „ökologischer Landbau“ ist, den das Bio-Siegel zertifiziert, ist genau festgelegt. Dies verbietet beispielsweise die Nutzung von Gentechnik und Chemikalien, Zusatzstoffe werden eingeschränkt, eine Bestrahlung (um etwa Wachstumsprozesse zu beschleunigen) ist nicht gestattet. Der Vorschriftenkatalog ist so umfangreich, dass er an dieser Stelle nicht komplett aufgeführt werden kann. Eine Suche nach DE-ÖKO-006 im Internet fördert alle relevanten Richtlinien zutage.

Wer beim Kauf auf beide Siegel zugleich achtet, stellt eine hohe Qualität sicher. Da dies den Anbau der Pflanzen verkompliziert und die Gutachter ebenfalls bezahlt werden müssen, steigt dadurch auch der Preis für diesen Tee.

Welche Alternativen zu Matcha-Tee gibt es?

Die Alternativen sind rar gesät, da es die Kombination aus Koffein, mildem und intensivem Geschmack und Antioxidantien so kaum in einem anderen Paket gibt. In Frage kommen unter anderem:

  • Schwarzer Tee allgemein erreicht eine hohe Koffeindosierung, die die von Matcha um etwa 100 % übersteigt. Geht es um einen wachmachenden, belebenden Effekt, sind schwarze Teesorten gut geeignet. Auch Pu-Erh Tee oder der Chinesische Oolong Tee können eine gute Alternative sein.
  • Kamillentee ist eine heimische Teevariante, die beruhigend wirkt – ähnlich wie L-Theanin in Matcha. Falls vor allem der beruhigende Effekt des Tees im Vordergrund steht, ist dieser Tee eine gute Alternative. Auch andere grüne Teesorten wie zum Beispiel Jasmintee oder auch der sehr Edle Gyokuro Tee kommen dafür in Frage.
  • Hagebuttentee und Löwenzahn können für die Verdauung anregend wirken. Dies kann eine gute Idee sein, falls der Genuss von zu viel Matcha-Tee zu Verstopfung geführt hat.

In seiner Wirkungs- und Geschmackskombination ist das Matcha-Pulver aber recht einzigartig. Alternativen, die den Tee komplett ersetzen können, gibt es daher nicht.

Fazit: gesunder, natürlicher Wachmacher mit angenehmem Geschmack

Matcha-Tee ist eine etwas schwächere, leichter verträgliche Alternative zu Kaffee. Das Matcha-Pulver sorgt nach einer kurzen Zeit für einen aktivierenden Effekt, der ohne die Nebenwirkungen von Koffein in einem Kaffee einhergeht. Zusätzlich schmeckt der grüne Tee angenehm mild, aber trotzdem prägnant und ist daher bei Teetrinkern beliebt. Matcha lässt sich darüber hinaus gut weiterverarbeiten, um etwa in Smoothies getrunken zu werden. Die Zubereitung auf traditionelle Weise ist recht aufwendig, aber interessant und Teil der Zeremonie.

Nebenwirkungen sind kaum bekannt, die Vorteile für den Körper durch Vitamine und Nährstoffe hingegen unbestritten. Allein Kinder und Schwangere sollten keine oder nur abgeschwächte Dosierungen zu sich nehmen. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt konsultiert werden, bevor der Genuss von Matcha-Tee unbedenklich erfolgen kann. Ein Nachteil sind die recht hohen Kosten: Matcha-Tee wird aufwendig hergestellt, die Qualitätskontrollen sind streng. Dies treibt den Preis in die Höhe.