Weizengras-Pulver

Weizengras-Pulver wird aus gewöhnlichem Weizen gewonnen. Er gehört zu den Süßgräsern und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen, die die Menschheit kennt. Hervorgegangen ist sie unter anderem aus Wildgräsern, die wahrscheinlich bereits vor der Sesshaftwerdung genutzt wurden. Bis heute nehmen sehr viele Menschen Produkte aus Weizenmehl täglich zu sich. Das Mehl aber wird aus reifen Samenkörnern des ausgewachsenen Weizens gewonnen. Beim Weizengras-Pulver jedoch geht es um die jungen Keimlinge des Weizens. Sie können innen in einer künstlichen Umgebung oder außen angebaut werden. Wenn sie etwa eine Woche bis 12 Tage alt und auf eine Höhe von bis zu 15 Zentimetern angewachsen sind, werden sie zur Verwendung als Weizengras geerntet. Jetzt ist das Gras saftig, grün und hat die höchste Konzentration an Wirkstoffen. Das Weizengras kann zwar klein geschnitten und in geringen Mengen beispielsweise Salaten beigegeben werden. Darüber hinaus jedoch ist die unverarbeitete Einnahme nicht empfehlenswert. Damit wäre das Verdauungssystem überfordert. Eine Möglichkeit, die wertvollen Inhaltsstoffe für den Menschen verfügbar zu machen, ist die Verarbeitung zu Weizengras-Pulver.

Dazu können die Gräser bei niedrigen Temperaturen in einer Trockenzentrifuge getrocknet werden. Eine andere Methode besteht darin, das Weizengras in Dörrautomaten bei unter 42 °C zu trocknen. Prinzipiell ist das auch zu Hause mit selbst gezogenem Weizengras möglich. Allerdings können die Dörrzeiten bei diesem schonenden Trocknen 20 Stunden und mehr betragen. Im nächsten Schritt wird das trockene Weizengras zu einem feinen Pulver gemahlen oder in mehreren Stufen gehäckselt und gemahlen. Auch hier ist es wichtig, schonend vorzugehen, damit beim Zerkleinern so wenig Reibungswärme wie möglich entsteht. Vor allem Inhaltsstoffe wie Chlorophyll und einige der enthaltenen Aminosäuren und Enzyme sind nicht hitzebeständig.

Welche sensorischen Merkmale hat Weizengraspulver?

Die meisten Weizengras-Pulver sind von einer sanft-grünen Farbe, die Mintgrün oder Pastellgrün am nächsten kommt. Je nach Qualität kann es auch etwas dunkler sein. Oft sind die Pulver so fein gemahlen, dass beim Öffnen der Tüte eine kleine Staubwolke entweicht. Der Geruch erinnert etwas an Heuboden, beinhaltet aber auch kräutrige Elemente.

Geschmacklich überwiegen beim Weizengraspulver naheliegender Weise grasig schmeckende Aromen. Gleichzeitig fällt es durch eine gewisse Süße auf. Obwohl die enthaltene Menge an Kochsalz verschwindend gering ist, kann Weizengras-Pulver zudem einen leicht salzigen Eindruck hinterlassen.

Was steckt in Weizengraspulver?

Verlässliche Angaben zum Gehalt an Wirkstoffen in Weizengras-Pulver sind aus mehreren Gründen problematisch. Zum einen ist das Pulver aktuell in den einschlägigen Nährstoffdatenbanken nicht gelistet und zum anderen kann die Wirkstoffzusammensetzung aufgrund unterschiedlicher Anbaubedingungen sowie Verarbeitungsmethoden stark schwanken. Vorsicht allerdings ist geboten, wenn beispielsweise angegeben wird, dass Weizengras-Pulver 60-mal mehr Vitamin C enthält als Orangen. Da Letztere pro 100 g etwa 54 mg Vitamin C aufweisen, müssten es beim Weizengraspulver rund 3,240 mg sein. Tatsächlich schwankt der Gehalt an Vitamin C in Einzelanalysen und Produktangaben meist zwischen rund 90 und knapp 200 mg je 100 g.

Verallgemeinernde Mengenangaben zu einzelnen Wirkstoffen sind daher nur wenig sinnvoll, da sie von Produkt zu Produkt erheblich abweichen können. Zu den Hauptwirkstoffen im Weizengraspulver gehören die sekundären Pflanzenstoffe Chlorophyll sowie das Carotinoid Lutein. Dazu kommen Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Zink und Eisen. Zu den enthaltenen Vitaminen gehören die Vitamine A, C, D, E und K sowie einige Vitamine des B-Komplexes unter anderem Vitamin B12. Außerdem sind Enzyme wie Peroxidasen und Superoxiddismutasen (SOD) enthalten.

Die Nährwerte von Weizengraspulver

Auch bei den Nährwerten gibt es starke Schwankungen bei den Angaben zu einzelnen Produkten. So kann der physiologische Brennwert bei 256 kcal (1056 kJ) je 100 g liegen, aber auch bei 375 kcal (1569 kJ). Der Fettgehalt liegt häufig bei etwa 3,6 %, die zum weit überwiegenden Teil aus einfach und mehrfach gesättigten Fettsäuren bestehen. Die Kohlenhydrate kommen oft auf insgesamt um die 12 %. Allein der Anteil an Zucker macht rund 5 % aus. Dazu kommen 18 % Protein, das sich aus 19 Aminosäuren zusammensetzt, wovon 9 essentiell sind. Gut 50 % des Weizengras-Pulvers schließlich besteht aus Ballaststoffen.

Gibt es besondere Schadstoff-Risiken bei Weizengraspulver?

Anbau und Verarbeitung von Weizengras-Pulver finden aktuell weitgehend unreguliert statt. Es können also sehr unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen, die möglicherweise mit dem Risiko verbunden sind, dass Schadstoffe in das Pulver gelangen. Bei Produkten, die aus Ländern außerhalb der EU stammen, besteht sogar völlige Unklarheit darüber, wie sie angebaut oder verarbeitet wurden. Daher verwundert es nicht, dass immer wieder stark belastete Weizengras-Pulver entdeckt werden. In ihrem Jahrbuch 2017 beispielsweise hat die Zeitschrift Öko-Test Ergebnisse veröffentlicht, wonach selbst Bio-Weizengraspulver mit Pestiziden, Schwermetallen, Mineralöl, Kohlenwasserstoffen und Keimen belastet sein kann. Zwei Drittel der Kandidaten in diesem Test erhielten daher die Bewertung „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“.

Zu einer möglichen Kontamination von Weizengras-Pulver mit Keimen meldet sich auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu Wort. Es stellt fest, dass bei der schonenden Trocknung von Weizengras humanpathogene Bakterien grundsätzlich überleben können. Treffen sie später auf ein geeignetes Umfeld (Smoothie!), können sie sich schnell vermehren. Das tatsächliche Risiko, aufgrund dessen an einer Salmonellose oder einer enterohämorrhagische Escherichia coli- beziehungsweise EHEC-Infektion zu erkranken, kann das BfR jedoch nicht einschätzen (1).

Können im Weizengraspulver Zusatzstoffe sein?

Herstellungsbedingt ist es möglich, dass Weizengras-Pulver unter anderem Spuren verschiedener Getreide- oder Nusssorten enthält. Das kann dann der Fall sein, wenn Produktionsanlagen für unterschiedliche Produkte genutzt werden. Trifft das zu, sollte diese Möglichkeit deklariert sein.

Zusatzstoffe jedoch sollten keinesfalls enthalten sein. Wichtig sind also Hinweise darauf, dass weder Geschmacks-, Farb-, Füll- noch Konservierungsstoffe eingesetzt werden. Auch sollten keine gentechnisch veränderten Stoffe in das Weizengraspulver kommen.

Was ist über mögliche Wirkungen von Weizengras-Pulver bekannt?

Es gibt sehr viele Vermutungen zu möglichen Wirkungen von Weizengraspulver. Die Studienlage ist allerdings noch sehr dünn. Viele vorhandene Untersuchungen beschäftigen sich nicht explizit mit Weizengras-Pulver, sondern mit Weizengras-Saft, -Extrakten oder -Tabletten. Inwieweit die Ergebnisse übertragbar sind, ist unbekannt. Zudem leidet die Aussagekraft der Studien häufig an ihrem Aufbau oder geringen Umfang.

Antioxidatives Potential

Studien bescheinigen Weizengraspulver ein hohes antioxidatives Potential. Sie führen das im Wesentlichen auf enthaltene Enzyme wie Peroxidasen und Superoxiddismutasen, aber auch auf Chromoproteine wie Cytochrome zurück (2).

Entzündungshemmende Effekte

Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass Weizengras entzündungshemmend wirken kann. So wurde in randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien durch die Vergabe von Weizengras eine Verbesserung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa festgestellt (3). Ob dieser Effekt auch für Weizengras-Pulver zutrifft, müssen weitere Untersuchungen klären.

Mögliche Wirkung gegen Blutarmut

Weizengras-Präparate konnten erfolgreich bei einer Thalassämie major eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine sehr schwere Form der auch als Mittelmeeranämie bekannten Erkrankungen der roten Blutkörperchen. In Studien sank mit der Vergabe von Weizengras-Tabletten der Bedarf an Bluttransfusionen signifikant (4). Es fehlen jedoch Untersuchungen, die diese mögliche Wirkung auch bei Weizengraspulver belegen.

Kann Weizengras-Pulver den Cholesterinspiegel regulieren?

Indische Wissenschaftler fanden heraus, dass Weizengras im Tiermodell den Gesamtcholesterin- und Triglycerid-Spiegel senken sowie LDL-Cholesterinwerte verbessern kann (5). Eine Bestätigung dieser Effekte für Weizengraspulver steht jedoch aus.

Hemmt Weizengras-Pulver Krebszellen?

Einige Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass Weizengras-Extrakte das Wachstum von Krebszellen hemmen kann. In Laboruntersuchungen wurden unter anderem Erfolge beim oralen Plattenepithelkarzinom erzielt (6).

Kann es zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen?

Über mögliche Wechselwirkungen von Weizengraspulver mit bestimmten Medikamenten ist nur sehr wenig bekannt. Deswegen sollten Menschen, die auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen sind, im Gespräch mit dem Arzt immer auf ihren bestehenden oder beabsichtigten Konsum von Weizengras-Pulver hinweisen. Insbesondere, wenn Blutverdünner mit dem Wirkstoff Warfarin eingenommen werden, sollte der Arzt vom Weizengraspulver wissen, da es höhere Mengen an Vitamin K enthalten kann, das die Wirkung von Warfarin beeinträchtigen kann.

Gibt es Wechselbeziehungen mit Alkohol oder Cannabis?

Zu möglichen Wechselwirkungen von Weizengras-Pulver und Alkohol oder Cannabis ist nichts bekannt.

Was ist zu Nebenwirkungen bekannt?

Im Falle einer Unverträglichkeit oder Allergie gegen Stoffe, die im Weizengraspulver enthalten sind, ist es möglich, dass es zu Krämpfen, Schwellungen im Rachenbereich oder typischen Reaktionen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen kommt.

Liegt jedoch weder eine Allergie noch eine Unverträglichkeit vor, sind Nebenwirkungen bei der Einnahme von Weizengras-Pulver äußerst selten. In seltenen Fällen ist es möglich, dass Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten (7). In der Regel passiert das aber nur dann, wenn über die persönliche Verträglichkeitsgrenze hinaus Weizengraspulver eingenommen wird. Dann sollte die Dosis reduziert werden. Jedoch selbst bei einer Einnahme geringer Mengen Weizengras-Pulver kann es vorkommen, dass sich die Zähne etwas verfärben. Diese können allerdings durch gründliches Zähneputzen zuverlässig gereinigt werden. Zu möglichen Nebenwirkungen bei einer deutlichen Überdosierung von Weizengraspulver liegen keine Informationen vor. Vorstellbar sind ähnliche Reaktionen wie bei einer Unverträglichkeit.

Kann Weizengras-Pulver längerfristig eingenommen werden?

Bisher wurden keine Risikoeinschätzungen zu einer langfristigen Einnahme von Weizengraspulver veröffentlicht. Weizengras-Pulver enthält jedoch ausschließlich Inhaltsstoffe, die auch in anderen vegetarischen Nahrungsmitteln vorkommen, welche bei Vielen täglich auf dem Speiseplan stehen.

Wie wird Weizengraspulver dosiert und angewendet?

Zur Dosierung von Weizengras-Pulver gibt es derzeit noch keine Empfehlungen von offiziellen Organisationen. Daher weichen die Angaben auf den einzelnen Produkten oft erheblich voneinander ab. Als sinnvoll hat sich erwiesen, es am Anfang bei einer kleinen Portionsgröße von etwa 3 g oder einem gehäuften Teelöffel pro Tag zu belassen. Diese Menge kann langsam auf 3 bis 4 Teelöffel beziehungsweise insgesamt 9 bis 12 g über den Tag verteilt gesteigert werden.

Am häufigsten wird das Pulver in einer Flüssigkeit aufgelöst. Auf nüchternen Magen vor dem Frühstück bietet sich dazu ein Glas Wasser an. Geschmacklich attraktiver ist es gewiss, das Weizengraspulver in ein Milchmix-Getränk beziehungsweise in einen Smoothie oder auch in einen Gemüsesaft zu rühren. Alternativ kann es über ein Müsli gestreut werden. Obwohl mögliche Gesundheitseffekte dabei wohl verloren gehen, kann das Pulver überdies so manchen alkoholischen Cocktail durch interessante farbliche und geschmackliche Nuancen aufwerten.

Allerdings sollte darauf verzichtet werden, Weizengras-Pulver in Speisen oder Getränken zu verwenden, die erhitzt werden, da dabei sehr viele Wirkstoffe verloren gehen.

Wann kann eine Wirkung einsetzen?

Weizengraspulver kann keine sicher nachweisbare Wirkung zugeschrieben werden, die über diejenige der einzelnen enthaltenen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineral- und Pflanzenstoffe hinausgeht. Effekte treten also allenfalls im Zusammenspiel mit einer allgemein gesunden und ausgewogenen Ernährung in Verbindung mit einem angemessenen Bewegungsprogramm und seelischem Gleichgewicht auf. Hier kann Weizengras-Pulver langfristig seinen Teil zur Versorgung mit wichtigen Nährstoffen beitragen. Dieser Anteil darf jedoch aufgrund der geringen Mengen, in denen Weizengraspulver eingenommen werden sollte, nicht überschätzt werden.

Wer sollte sich vor der Einnahme von Weizengras-Pulver zunächst an den Arzt wenden?

Personen, die allgemein an einer Allergie, insbesondere einer Allergie gegen verschiedene Pflanzenpollen beziehungsweise Heuschnupfen leiden, sollten sich vom Arzt über mögliche Folgen beraten lassen, bevor sie Weizengraspulver einnehmen.

Auch, wenn eine Glutenunverträglichkeit vorliegt, ist es besser, vor der Verwendung von Weizengras-Pulver mit dem Arzt zu sprechen. Zwar haben die Keimlinge noch kein Gluten. Dennoch kann es im Produktionsprozess in Betrieben, die Weizen verarbeiten, in das Weizengraspulver gelangen.

Dazu kommt, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung Schwangeren sowie Menschen mit verminderten Abwehrkräften dazu rät, den Verzehr von Weizengras-Pulver nur nach Rücksprache mit dem Arzt in Erwägung zu ziehen (1).

Wer darf kein Weizengraspulver zu sich nehmen?

Menschen, die eine Gras- oder Weizenallergie haben, sollten ganz auf Weizengras-Pulver verzichten. Betroffene sollten sogar die Nähe zu Weizengraspulver meiden, da schon das Einatmen von Stäuben die allergische Reaktion auslösen kann.

Die Zufuhr von Weizengras-Pulver muss darüber hinaus sofort gestoppt werden, wenn sie eine bisher unentdeckte Allergie auslöst. Dann ist überdies zeitnah ein Arzt aufzusuchen. Je nach Heftigkeit der allergischen Reaktion muss das sogar schnellstmöglich passieren.

Kann auch Kindern und Jugendlichen Weizengraspulver gegeben werden?

Kinder und Jugendliche können durchaus Weizengras-Pulver einnehmen. Dazu angehalten oder gar gedrängt werden sollten sie jedoch nicht. Nehmen sie es aber bereitwillig an, kann Weizengraspulver auch für Kinder und Jugendliche ein Baustein zur Versorgung mit wichtigen Nährstoffen sein. Zudem kann das Pulver mit seinen kräuterig-grasigen Aromen einen Beitrag leisten, schon Kinder für diese Geschmacksrichtungen zu sensibilisieren und entsprechende Ernährungsvorlieben zu entwickeln. Allerdings sollten ihnen zu Beginn nur sehr kleine Mengen an Weizengraspulver gegeben werden, um die Verträglichkeit zu überprüfen.

Treten unerwünschte Begleiterscheinungen wie Unwohlsein oder Übelkeit auf, sollte das Pulver wieder aus dem Ernährungsplan verschwinden. Sofort abgesetzt werden muss es, wenn der Verdacht auf eine allergische Reaktion besteht. Bei leichten Symptomen sollte bei Gelegenheit ein Allergietest stattfinden, bei schwereren ist sofort ärztliche Hilfe nötig.

Ist Weizengraspulver eine geeignete Ergänzung für Tiere?

Weizengras-Pulver wird auch als Nahrungsergänzungsmittel für Tiere angeboten. Das kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein. Halter von Katzen oder Hunden beispielsweise, die ihre Tiere nach der BARF-Methode nur mit naturbelassenem Futter wie rohem Fleisch und Innereien ernähren, müssen sehr darauf achten, dass alle benötigten Nährstoffe enthalten sind. In der Natur geschieht das dadurch, dass Katzen und Hunde ihre meist vegetarisch lebenden Beutetiere komplett inklusive Mageninhalt verschlingen. Außerdem knabbern sie gelegentlich an Gräsern. So kommen sie ebenfalls an pflanzliche Nährstoffe. Bei der BARF-Ernährung müssen diese Bestandteile inform von Obst, Gemüse und anderem zugesetzt werden. Dazu kann auch Weizengraspulver gehören.

Darüber hinaus wird das Pulver als Ergänzung für Pferde eingesetzt. Dazu kommt, dass Weizengraspulver in der Aquaristik eine Rolle spielt. Hier dient es als Futter für Garnelen. Für sie sollte allerdings ein spezielles Weizengras-Pulver, das besonders fein gemahlen ist, gewählt werden.

Welche Bezugsquellen für Weizengraspulver gibt es?

Die typischen Verkaufsstellen für Weizengras-Pulver sind Drogerien, Reformhäuser, Apotheken sowie Geschäfte, in denen auch andere Nahrungsergänzungsmittel erhältlich sind. Außerdem kann es in Bioläden sowie in Supermärkten angeboten werden. Dazu kommen Zoohandlungen, die häufig Weizengraspulver speziell für Tiere führen. Ganz bestimmt aber ist Weizengras-Pulver im Internet erhältlich. Zahlreiche Onlineshops haben es im Angebot und stellen überdies häufig ein umfangreiches Hintergrundwissen zu den einzelnen Produkten bereit.

Mit welchen Kosten ist Weizengraspulver verbunden?

Oft wird Weizengras-Pulver zu Preisen von rund 2,50 bis 4,50 Euro das 100-g-Tütchen angeboten. Wer größere Packungseinheiten kauft, kann bei Kilopreisen zwischen 20,00 und 40,00 Euro etwas sparen. Es kann sich dabei um Pulver aus konventionellem Anbau, aber auch um Bio-Weizengras-Pulver handeln. Nur gibt es in dieser Preisregion viele Angebote, die aus Gebieten außerhalb der EU stammen. Hinweise wie „verpackt in Deutschland“ oder ähnliches ändern daran nichts. Ebenfalls mit dabei sind Weizengraspulver, die ohne konkrete Länderbezeichnung aus EU-Landwirtschaft stammen.

Für Weizengras-Pulver in Bio-Qualität aus Deutschland oder Österreich liegen die Preise mit 5,00 bis 8,00 Euro für ein 100-g-Päckchen meistens etwas höher. Auch hier können größere Gebinde im Verhältnis zum Preis pro Kilogramm etwas günstiger sein.

Worauf ist beim Kauf von Weizengraspulver zu achten?

Aufgrund der häufig nachgewiesenen Schadstoffbelastung, sollte beim Kauf von Weizengras-Pulver verstärkt darauf geachtet werden, dass es sich um ein Bio-Produkt mit Angabe einer Codenummer der zuständigen Kontrollstelle sowie Herkunftsangabe handelt.

Wichtig ist, dass eine deutsche Kontrollstelle wie DE-ÖKO-001 aufgeführt ist und dass eine Herkunft aus EU-Landwirtschaft angegeben ist. Idealerweise ist in der Produktbeschreibung im Detail aufgeschlüsselt, wo das Weizengraspulver genau herkommt und ob es im Freien oder in einer künstlichen Umgebung angebaut wurde. Optimal ist es ferner, wenn eine ausführliche Laboranalyse mit mikrobiologischer Analytik beiliegt.

Welche Alternativen zum Weizengras-Pulver kommen infrage?

Die Hauptalternative zu Weizengras ist Gerstengras. Beide sind auch als Pulver erhältlich und bieten ähnliche Inhaltsstoffe. Geschmacklich kann das Gerstengras etwas herber oder bitterer ausfallen.

Des Weiteren ist es möglich, Weizengras in anderen Formen als einem Pulver zu sich zu nehmen. Eine wichtige Rolle spielt hier Weizengrassaft. Sein größter Vorteil ist, dass in ihm im Vergleich zum Pulver viele Wirkstoffe in einer deutlich höheren Konzentration vorliegen. Nachteil jedoch ist, dass es am besten frisch gepresst eingenommen wird. Das heißt: Wer Weizengrassaft genießen will, wird kaum umhinkommen, das Weizengras selber anzubauen. Im Handel ist es nämlich so gut wie nicht erhältlich. Allerdings gibt es einige fertig abgefüllte Weizengrassäfte zu kaufen, die jedoch mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Eine weitere Möglichkeit, sich mit Weizengras zu versorgen, besteht darin, auf Presslinge oder Tabletten zurückzugreifen. Für diejenigen, die nicht beabsichtigen, das Weizengras als Zutat für Smoothies oder ähnliches zu verwenden, kann das eine Alternative sein. Allerdings muss dafür etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden.

Die in vielerlei Hinsicht empfehlenswerteste Alternative zu Weizengraspulver jedoch ist frisches Gemüse der Saison. Brokkoli, Spinat, Blumenkohl, Karroten, Paprikas, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten und Co. sind voller gesunder Inhaltsstoffe. Eine gut zusammengestellte Portion wird dem Körper ein Vielfaches von dem zur Verfügung stellen, was in Weizengras-Pulver steckt. Nur ist die Zubereitung mit etwas Arbeit verbunden.

Lagerung und Haltbarkeit von Weizengraspulver

In der Regel ist Weizengras-Pulver bei idealer Lagerung mindestens 12 Monate ab Herstellungsdatum haltbar. Manchmal ist auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum von 24 Monaten angegeben.

Die Lagerung muss jedoch sehr sorgfältig erfolgen. Weizengraspulver ist nämlich nicht nur nährstoffreich, sondern weist auch einen pH-Wert auf, der oft bei 5,5 bis 6,5 liegt. In diesem leicht sauren bis neutralen Milieu fühlen sich unter anderem Schimmelpilze besonders wohl. Daher ist es im Falle von Weizengras-Pulver äußerst wichtig, dass es an einem sauberen, dunklen, trockenen und kühlen Ort aufbewahrt wird.

Findet das Weizengraspulver optimale Lagerbedingungen vor, kann es auch nach dem Ablauf der Mindesthaltbarkeit noch genießbar sein. Sobald sich aber Schimmel und sei es in geringsten Mengen bildet, muss das ganze Päckchen entsorgt werden. Selbst bei einer geringfügigen Geruchsveränderung, die häufig eintritt, bevor die ersten Schimmelsporen sichtbar sind, ist es besser, das Weizengras-Pulver nicht mehr zu nutzen.

Weizengraspulver – ein kurzes Resümee

Weizengras-Pulver liegt zweifellos im Trend. Es wird als Superfood hoch gehandelt. Tatsächlich sind viele Vitamine, Mineralstoffe, Enzyme und pflanzliche Sekundärstoffe enthalten. Für die meisten Menschen dürfte der Konsum vertretbarer Mengen überdies risikofrei sein. Ferner besteht zumindest die Möglichkeit, dass einige gesundheitliche Vorteile mit der Einnahme verbunden sein können.

Allerdings gibt es keine gesichert vorhandene Gesundheitswirkung von Weizengraspulver. Auch sollten Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeiten oder Allergien Weizengras-Pulver sogar räumlich meiden. Zudem gehen bei der Herstellung des Pulvers zahlreiche Wirkstoffe verloren. Dafür jedoch besteht das Risiko, dass Schadstoffe vorhanden sind. Dazu kommt, dass das Pulver in hoher Qualität seinen Preis hat.

Quellen:

(1) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Gras- und Blattprodukte zum Verzehr können mit krankmachenden Bakterien verunreinigt sein, Stellungnahme Nr. 013/2017 vom 10. Juli 2017
(2) Parit, Santosh B., et al., Nutritional Quality and Antioxidant Activity of Wheatgrass (Triticum aestivum) Unwrap by Proteome Profiling and DPPH and FRAP assays, Journal of Food Science 83(8), 2018 S. 2127 – 39
(3) Ben-Arye. E., et al., Wheat grass juice in the treatment of active distal ulcerative colitis: a randomized double-blind placebo-controlled trial, Scandinavian Journal of Gastroenterology 37(4), 2002, S. 444 – 49
(4) Singh, Karnail, et al., Effect of wheat grass tablets on the frequency of blood transfusions in Thalassemia Major, Indian Journal of Pediatrics 77(1), 2010, S. 90 – 91
(5) Kothari, Saroj, et al., Hypolipidemic effect of fresh Triticum aestivum (wheat) grass juice in hypercholesterolemic rats, Acta Poloniae Pharmaceutica 68(2), 2011 S. 291 – 94
(6) Gore, Rucha Diwakar, et al., Wheatgrass: Green Blood can Help to Fight Cancer, Journal of Clinical and Diagnostic Research 11(6), 2017, S. ZC40 – ZC42
(7) Singhal, Vipin Kumar, et al., Multifunctional role of green blood therapy to cure for many diseases, Chronicles of Young Scientists 3(1), 2012