Gerstengraspulver

Glänzendes Haar, reine Haut, ein starkes Immunsystem: Die Versprechen über die Wirkungen von Gerstengraspulver sind zahlreich. In den letzten Jahren ist der Markt für Produkte aus Getreidegras stark gewachsen, zahlreiche Käufer schwören auf seine heilenden und stärkenden Eigenschaften. Dennoch besteht wie bei jedem neuen Superfood eine gewisse Skepsis. Wozu ist Gerstengras-Pulver wirklich in der Lage und worauf sollte bei der Einnahme geachtet werden?

Gerstengraspulver

Was ist Gerstengraspulver?

Die Gerste ist den Menschen bereits seit Jahrtausenden bekannt. Schon in der Bibel und im Koran wird die Getreidepflanze erwähnt, im alten Rom galt sie als beliebtes Nahrungsmittel für Gladiatoren. Diese wurden sogar nach der Gerste benannt – in zeitgenössischen Berichten findet sich das Wort „hordearii“, was wortwörtlich als „Gerstenfresser“ übersetzt werden kann.

Im 21. Jahrhundert steigt die Beliebtheit des Gerstengrases als Naturheilmittel an. Dabei handelt es sich um die ersten zarten Grashalme, die aus den Keimlingen der Gerste entstehen. Sie werden nach nur zwei Wochen und damit lang vor dem Sprießen der Ähren geerntet und anschließend zu Gerstengraspulver gemahlen. Dieses hat eine natürliche, hellgrüne Farbe. Es ist laktosefrei, vegan und bei richtiger Herstellung glutenfrei.

Wie wird Gerstengras-Pulver hergestellt?

Gerstengras wird in der frühen Wachstumsphase der Gerstenpflanze gewonnen, etwa zwei Wochen nach dem Sprießen der ersten Halme. Zu dieser Zeit haben sich noch keine Samen entwickelt, weswegen die Pflanze die höchstmögliche Anzahl an Nährstoffen enthält. Auch die Ähren bilden sich erst deutlich später heraus, weswegen Gerstengras kaum etwas mit dem eigentlichen Getreide zu tun hat.

Nach der Ernte des Gerstengrases werden die jungen Grashalme gereinigt und sortiert. Es wird ein schonendes Luft- oder Gefriertrocknungsverfahren eingesetzt, bei welchem streng auf eine Erhitzung der Pflanzen verzichtet wird. Diese würde zahlreiche Inhaltsstoffe zerstören. Im Anschluss an die Trocknung wird das Gerstengras in Spezialmühlen gemahlen, wobei das feine grüne Pulver entsteht.

Wie schmeckt Gerstengraspulver?

Gerstengraspulver zeichnet sich durch einen milden, aber dennoch gewöhnungsbedürftigen Eigengeschmack aus. Viele Menschen fühlen sich an grünen Tee erinnert, einige auch an Spinat. Sollte der Geschmack beim Auflösen des Pulvers in Wasser zu unangenehm sein, kann es stattdessen in Säften oder Smoothies verarbeitet werden.

Welche Inhalts- und Wirkstoffe sind in Gerstengras-Pulver enthalten?

Die genaue mengenmäßige Zusammensetzung von Gerstengras-Pulver hängt maßgeblich von Anbaubedingungen wie beispielsweise der Bodenbeschaffenheit ab. Gerstengras enthält jedoch stets zahlreiche Vitamine wie C, E und K sowie wichtige Spurenelemente wie Kalium, Calcium, Zink, Eisen und Magnesium. Hinzu kommen essentielle Aminosäuren, Enzyme und Antioxidantien. Gerstengraspulver enthält weiterhin den Pflanzenfarbstoff Chlorophyll, der ihm seine grüne Farbe verleiht, auf den menschlichen Körper jedoch keinerlei Wirkung hat.

Einige Hersteller bewerben den angeblichen Vitamin-B12-Gehalt des Gerstengraspulvers. Fakt ist jedoch, dass Pflanzen grundsätzlich kein Vitamin B12 herstellen. Werden dennoch geringe Mengen in Gerstengras-Pulver nachgewiesen, ist dies vermutlich durch die Synthetisierung durch Mikroorganismen zu begründen, welche die Pflanze über den Boden aufnehmen konnte. Vegetarier und Veganer können Gerstengraspulver daher nicht nutzen, um eine Versorgung mit Vitamin B12 zu gewährleisten.

Enthält Gerstengras-Pulver Zusatzstoffe?

Minderwertige Gerstengras-Produkte werden in vielen Fällen mit anderen Kräutern und Gräsern oder sogar mit Zucker, Konservierungsmitteln und Farbstoffen gestreckt. Es sollte deshalb ein Vollfruchtpulver erworben werden, dessen Zutatenliste ausschließlich Gerstengras benennt.

Wie wirkt Gerstengras-Pulver?

Die dem Gerstengraspulver zugeschriebenen Wirkungen lassen sich auf die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe zurückführen. So unterstützt beispielsweise Vitamin C das Immunsystem, reguliert die Hormonproduktion und sorgt für den Abbau von Müdigkeit und Erschöpfung. Vitamin E hingegen wirkt antioxidativ, es schützt den Körper also vor freien Radikalen, die durch den Konsum von Alkohol oder Nikotin entstehen können.

Das enthaltene Kalium spielt im menschlichen Körper eine wichtige Rolle bei der Übertragung von Nervenimpulsen und der Neutralisierung des Säure-Basen-Haushalts. Magnesium und Calcium tragen zum Aufbau von Knochen und Zähnen bei, Magnesium kann zusätzlich Nierensteinen vorbeugen. Eisen und Zink sind von großer Bedeutung für das Zellwachstum und die Stärkung des Immunsystems.

Kann ich mich auf die positiven Effekte von Gerstengraspulver verlassen?

Die positiven Wirkungen, die Gerstengraspulver zugeschrieben werden, kommen in erster Linie durch die enthaltenen Spurenelemente und Vitamine zusammen. Dass das Pulver Krankheitsbildern wie Haarausfall, Neurodermitis oder gar Krebs entgegenwirkt, kann daraus nicht abgeleitet werden. Chinesische und japanische Studien konnten positive Effekte von Gerstengras auf die Cholesterinwerte und auf die Beschwerden von Rheumapatienten nachweisen. Sie arbeiteten jedoch mit speziellen Extrakten und nicht mit herkömmlichem Gerstengras-Pulver.

Das Bundesministerium für Ernährung erklärt auf seiner Website, Gerstengras enthalte zwar wertvolle Inhaltsstoffe, es seien jedoch nicht mehr als in Obst und Gemüse. Daher wird Gerstengraspulver als Superfood eingestuft, welches positive Wirkungen erzielen kann, laut Heilmittelgesetz jedoch nicht als gesundheitsfördernd beschrieben werden darf.

Wie schnell wirkt Gerstengras-Pulver?

Gerstengras ist ein Naturprodukt und sollte ausschließlich als Nahrungsergänzungsmittel betrachtet werden. Anders als bei Medikamenten kann es daher einige Zeit dauern, bis eine spürbare Wirkung eintritt. Diese Zeitspanne variiert individuell. Manche Menschen bemerken bereits nach der ersten Einnahme positive Effekte, andere beschreiben einen Wirkungseintritt nach wenigen Wochen oder Monaten.

Die zu erwartende Dauer hängt außerdem von der gewünschten Wirkung ab, da bestimmte Prozesse im Körper mehr Zeit benötigen als andere. So wird beispielsweise eine regenerative Wirkung auf Haut und Haare später eintreten als eine infektvorbeugende Wirkung auf das Immunsystem.

Gerstengras-Pulver wirkt nicht: Mögliche Gründe

Nahrungsergänzungsmittel müssen regelmäßig eingenommen werden, damit sich eine Wirkung zeigen kann. Im Falle von Gerstengraspulver raten die meisten Hersteller zum täglichen Verzehr. Zusätzlich muss der Lebensstil stimmen: Nahrungsergänzungsmittel wirken am besten in Verbindung mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährungsweise und können diese nicht ersetzen.

Bleibt die Wirkung von Gerstengras-Pulver trotz einer regelmäßigen Einnahme aus, kann dies auch am Produkt selbst liegen. Herstellungsprozesse von geringer Qualität haben oftmals unzureichende Wirkstoffkonzentrationen oder eine zu grobe Körnung des Pulvers zur Folge. Die Inhaltsstoffe können dann nicht ausreichend absorbiert werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Gerstengraspulver gilt als gut verträgliches Nahrungsergänzungsmittel. Dennoch wurde bei zu hohen Dosierungen von Durchfällen und Übelkeit berichtet. Aus diesem Grund sollten Konsumenten zunächst mit einer kleinen Dosis beginnen und die Verträglichkeit prüfen, bevor die eingenommene Menge langsam gesteigert wird.

Menschen, deren Speiseplan größtenteils aus industriell verarbeiteten Lebensmitteln besteht, haben oftmals Probleme, ballaststoffreiche Nahrung zu vertragen. Dazu zählt auch Gerstengras-Pulver, weswegen verschiedene Symptome wie Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen auftreten können. Wer diese Nebenwirkungen bei sich bemerkt, kann sie als Hinweis auf eine nicht ausgewogene Ernährung betrachten und versuchen, diese langsam umzustellen.

Was passiert, wenn man zu viel Gerstengraspulver einnimmt?

„Viel hilft viel“ trifft auf Nahrungsergänzungsmittel nicht zu, weswegen Konsumenten stets auf die richtige Dosis achten sollten. Gesundheitliche Schäden durch eine Überdosierung sind jedoch unwahrscheinlich, da es sich bei Gerstengraspulver um ein Nahrungsmittel und nicht um ein Medikament handelt.

Stattdessen wird der Körper das Zuviel an Gerstengraspulver einfach wieder ausscheiden. In diesem Zuge kann es zu einem verflüssigten Stuhlgang kommen. Auch die oben genannten Nebenwirkungen werden bei einer höheren Dosis wahrscheinlicher.

Minderwertiges Gerstengraspulver kann gesundheitsschädlich sein

Es ist durchaus möglich, dass Gerstengras-Pulver in speziellen Fällen der Gesundheit schadet. Das ist jedoch nicht auf das Gerstengras an sich zurückzuführen, sondern auf eine Verunreinigung des jeweiligen Produktes.

Aufgrund der hohen Nachfrage finden sich mittlerweile viele unseriöse Firmen auf dem Markt für Nahrungsergänzungsmittel, die keinen Wert auf die Gesundheit ihrer Kunden legen. Bei minderwertiger Herstellung wurde deshalb bereits von Verunreinigungen durch Schwermetalle, Mineralöle oder gar E.coli-Bakterien berichtet. Kunden sollten beim Kauf von Gerstengras-Pulver stets auf die Reinheit und Hochwertigkeit des Produktes achten.

Die richtige Anwendung von Gerstengraspulver

Es gibt keine einheitlichen Vorgaben zur richtigen Dosierung von Gerstengras-Pulver. Die meisten Hersteller halten die Einnahme von bis zu drei Teelöffeln am Tag für angebracht. Diese werden im Idealfall über den Tag verteilt. Wer sich körperlich oder geistig stark anstrengen muss, kann die Dosis verdoppeln, um sie an die Bedürfnisse des Körpers anzupassen.

Wie kann ich Gerstengras-Pulver einnehmen?

Essentiell für die Einnahme von Gerstengraspulver ist die Zugabe von Flüssigkeit. Am besten wird ein Teelöffel des Pulvers in einem Glas stillem Wasser aufgelöst. Sollte der Geschmack zu unangenehm sein, gibt es einen einfachen Startertrick: Das Pulver wird statt in Wasser einfach in naturtrüben Apfelsaft eingerührt, um den Geschmack zu neutralisieren.

Gerstengras-Pulver kann weiterhin als Zutat für Smoothies, Dips, Gemüseaufstriche oder Salatvinaigrettes verwendet werden. Dabei sollten Hobbyköche beachten, dass das Pulver stets kalt bleiben muss. Es sollte beispielsweise nicht in einer Suppe mitgekocht oder in eine Tasse Tee gegeben werden, da die Wärme die Inhaltsstoffe zerstören würde.

Was muss ich bei der Einnahme beachten?

Die meisten Hersteller von Gerstengrasprodukten empfehlen, diese auf nüchternen Magen einzunehmen. Häufig wird dazu geraten, das Pulver entweder zwanzig Minuten vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit zu verzehren. Wer drei Mahlzeiten am Tag isst, kann einen in Wasser aufgelösten Teelöffel Gerstengras-Pulver pro Mahlzeit zu sich nehmen. Es gibt jedoch auch Personen, die es bevorzugen, das Gerstengraspulver nach dem Sport einzunehmen.

Wer sich entscheidet, das Gerstengras-Pulver in Flüssigkeit aufzulösen, sollte diese innerhalb von fünfzehn Minuten trinken. Nach Ablauf dieses Zeitpunktes setzt der oxidative Prozess ein, wodurch Enzyme und Antioxidantien verlorengehen. Aus diesem Grund ist auch davon abzuraten, Gerstengraspulver auf Vorrat anzurühren.

Wie lang darf ich Gerstengraspulver anwenden?

Viele Nahrungsergänzungsmittel werden kurweise während einer bestimmten Zeitspanne eingenommen. Gerstengras-Pulver zählt nicht dazu und kann über einen unbegrenzten Zeitraum täglich verzehrt werden. Wie für alle Lebensmittel gilt jedoch: Wer das Gefühl hat, Gerstengraspulver nicht zu vertragen, sollte es nicht weiter einnehmen.

Gerstengraspulver und Diabetes

Diabetiker müssen stets darauf achten, dass ihre Blutzuckerwerte stabil bleiben. Der Konsum von Gerstengraspulver kann diesen Spiegel unter Umständen so weit absenken, dass es zu einer Unterzuckerung kommt. Wer dennoch Gerstengras-Pulver einnehmen möchte, sollte nach dem Verzehr seinen Blutzuckerwert kontrollieren und gegebenenfalls Rücksprache mit einem Arzt halten.

Gerstengras-Pulver und Allergien

Gerstengraspulver ist für die meisten Menschen gut verträglich. Wer jedoch allergisch gegen Gräser ist, sollte aufpassen, denn Gerstengras gehört zur Familie der Süßgräser. Bei Betroffenen können dementsprechend allergische Symptome wie Hautausschläge oder Juckreiz und Brennen im Rachenraum auftreten. Allergiker, die Gerstengraspulver konsumieren möchten, sollten mit einer kleinen Menge beginnen, um zu überprüfen, ob sie es vertragen.

Vorsicht ist auch bei einer Glutenunverträglichkeit geboten. Zwar enthält das Gerstengras zum Zeitpunkt der Ernte noch kein Gluten und ist somit auch bei Zöliakie verträglich. Das Pulver kann jedoch aufgrund des Herstellungsprozesses Spuren von Gluten enthalten. Betroffene sollten darauf achten, dass das Produkt explizit als glutenfrei gekennzeichnet ist und im Herstellerbetrieb keine glutenhaltigen Produkte verarbeitet werden.

Können Kinder und Jugendliche Gerstengras-Pulver einnehmen?

Grundsätzlich können bereits Babys Gerstengraspulver einnehmen. Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollte das Pulver trotzdem außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Kleinkinder ab drei Jahren können zwei leicht bedeckte Teelöffel am Tag einnehmen, für Kinder und Jugendliche von fünf bis fünfzehn Jahren werden zwei Teelöffel täglich empfohlen.

Es ist sogar möglich, Neugeborenen einmal täglich einen leicht bedeckten Teelöffel in die Milch zu rühren. Dabei sollten keine negativen Konsequenzen auftreten. Kinderärzte raten jedoch davon ab, da das Baby alle wichtigen Nährstoffe bereits mit der Muttermilch aufnimmt.

Gerstengraspulver als Nahrungsergänzungsmittel für Haustiere

Von der Katze bis zum Pferd können grundsätzlich alle Tiere Gerstengras verzehren. Wenn Besitzer ihren Tieren das Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung stellen möchten, sollte dieses jedoch auf das Körpergewicht des Tieres angepasst werden. Eine Überdosierung zeigt sich beispielsweise durch weichen oder flüssigen Stuhlgang. Im Zweifelsfall kann individuell mit einem Tierarzt oder dem Hersteller des Pulvers abgesprochen werden, ob es sich für das Tier eignet.

Gerstengras-Pulver als Alternative zu Katzengras

Viele Katzenbesitzer stellen ihren Haustieren Katzengras zur Verfügung. Dieses sorgt dafür, dass die Katze im Magen zusammengeballte Haare erbricht. Bei regelmäßiger Gabe kann Katzengras auch dazu führen, dass das Tier die Haare über den Darm ausscheiden kann. Wenn eine Katze kein Katzengras fressen möchte oder verträgt, kann Gerstengras eine Alternative darstellen.

Da das fein gemahlene Gerstengras-Pulver einfach ins Nassfutter gemischt werden kann und nicht extra verabreicht werden muss, tolerieren viele Katzen es besser als Katzengras. Auffällig ist das für das Tier nicht, denn Gerstengras ist für Katzen recht geschmacksneutral und zudem fast geruchslos.

Gerstengras-Pulver kaufen: Was Sie darüber wissen müssen

Wo kann ich Gerstengras-Pulver kaufen?

Durch die steigende Beliebtheit des Gerstengraspulvers wird das Nahrungsergänzungsmittel inzwischen nicht mehr nur im Internet und in Reformhäusern verkauft. Auch Drogerien, Biomärkte und sogar Discounter wie Rewe oder Kaufland bieten das Produkt an. Vertrauenswürdige Hersteller dürften jedoch in erster Linie online zu finden sein.

Wie teuer ist Gerstengraspulver?

Die Preise für Gerstengras-Pulver schwanken je nach Qualität und Anbieter enorm. Ein Kilogramm kann für zwanzig, aber auch für fünfzig Euro erhältlich sein. Hierbei ist es wichtig zu bedenken, dass das teuerste Produkt nicht immer das beste sein muss. Statt auf den Preis sollte vielmehr auf die Qualität des Pulvers geachtet werden.

Kriterien zum Kauf von Gerstengras-Pulver

Das wichtigste Kriterium beim Kauf von Gerstengraspulver ist selbstverständlich die Qualität. Diese ist nicht in erster Linie am Preis erkennbar, sondern unter anderem am Mahlgrad, dem Herstellungsprozess und der Herkunft der Gerste.

Je transparenter diese Angaben vom Hersteller gemacht werden, desto höher dürfte auch die Qualität ausfallen. Fehlen bestimmte Angaben vollständig oder sind nicht nachvollziehbar, handelt es sich vermutlich um einen unseriösen Anbieter.

Körnung

Gerstengras-Pulver sollte niemals grob und sandig erscheinen. Es enthält dann Fasern, die der Körper nicht verwerten kann, was wiederum zu Magenbeschwerden führen kann. Glücklicherweise ist eine zu grobe Körnung heutzutage eine Seltenheit, die sich nur noch bei sehr günstigen Produkten findet. Zu fein gemahlenes Pulver ist jedoch auch ein Ausschlusskriterium: Hier besteht das Risiko, das bei der starken Vermahlung Nährstoffe verloren gingen.

Herstellungsprozess

Käufer sollten außerdem Wert auf einen nachvollziehbaren, schonenden Herstellungsprozess legen. Das Gerstengras-Pulver sollte beispielsweise in Rohkostqualität vorliegen. Das bedeutet, dass weder beim Mahlen noch beim Trocknen Temperaturen von über 42 °C erreicht wurden. Höhere Temperaturen würden die Inhaltsstoffe des Pulvers so weit zerstören, dass positive Wirkungen unmöglich gemacht werden.

Herkunft

Woher das Gerstengras für das Pulver stammt, sollte klar auf der Verpackung angegeben sein. Im besten Falle handelt es sich um Gerste aus Deutschland, denn hier sind die Bio- und Ökologiekriterien sehr streng. Das bedeutet, Kunden können sich sicher sein, dass sie ein unbelastetes, sicheres Produkt kaufen. Die Definition des Wortes „biologischer Anbau“ unterscheidet sich von Land zu Land. So kann es bei außerhalb von Deutschland erzeugten Produkten durchaus vorkommen, dass der Boden mit Schwermetallen belastet war oder das Gras mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde.

Gerstengraspulver: Lagerung und Haltbarkeit

Gerstengraspulver sollte dunkel, trocken und kühl in einem luftdicht verschlossenen Behältnis gelagert werden. Von einer Aufbewahrung im Kühlschrank ist wie bei allen pulverförmigen Nahrungsmitteln abzuraten, denn dort kann sich Kondenswasser bilden.

Die Haltbarkeit ist maßgeblich abhängig vom Behältnis und der richtigen Lagerung. Meist beträgt sie zwischen einem und drei Jahren. Die meisten Nahrungsergänzungsmittel können auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch ohne Bedenken verzehrt werden und werden nicht schlecht.

Vom Saft bis zur Kapsel: Weitere Produkte aus Gerstengras

Neben dem Gerstengras-Pulver gibt es zahlreiche weitere Darreichungsformen für Gerstengras. Diese unterscheiden sich kaum in der Qualität, dafür jedoch in ihren Einnahmemöglichkeiten und der Wirkstoffabsorption. Welche Darreichungsform sich am besten eignet, sollte jeder Konsument von seinen persönlichen Bedürfnissen abhängig machen.

Kapseln, Tabletten und Presslinge

Gerstengras-Kapseln enthalten gewöhnliches Gerstengraspulver, das jedoch von einer festen, essbaren Hülle umschlossen ist. Sie eignen sich gut für Reisen oder um dem Eigengeschmack des Pulvers aus dem Weg zu gehen. In seltenen Fällen findet sich anstelle des Pulvers getrockneter Gerstensaft in den Kapseln.

Gerstengraspulver kann außerdem in Tabletten gepresst werden. Dafür verwenden Hersteller zumeist eine höhere Konzentration. Bei Presslingen handelt es sich ebenfalls um in Form gepresstes Gerstengraspulver. Es unterscheidet sich von den Tabletten dadurch, dass Presslinge über keine Beschichtung verfügen. Viele Konsumenten bevorzugen Presslinge gegenüber Tabletten als natürlichste Darreichungsform von Nahrungsergänzungsmitteln.

Die Vorteile und Nachteile von Kapseln und Co

Gerstengraskapseln sind gut geeignet für die Einnahme unterwegs oder für Menschen, die nicht genügend Zeit haben, um das Pulver zu verarbeiten. Zudem sind Kapseln, Tabletten und Presslinge geschmacksneutral. Sie stellen daher eine gute Alternative für Personen dar, die sich nicht an den Eigengeschmack von Gerstengras-Pulver gewöhnen können.

Ein wichtiger Nachteil der Kapseln und Presslinge besteht darin, dass sie erst nach dem Schlucken im Magen aufgespalten werden. Dadurch kann ein Teil der Nährstoffe verloren gehen, die bei der Einnahme von Pulver bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen würden. Kapseln sind zudem ungeeignet für eine vegane Lebensweise, denn ihre Hülle besteht häufig aus tierischer Gelatine.

In Form von Kapseln und Tabletten ist das Nahrungsergänzungsmittel bereits vordosiert, was zu einer besonders einfachen Einnahme führt. Das kann jedoch auch zum Nachteil werden: Wer sich langsam an Gerstengras herantasten oder allergische Reaktionen ausschließen möchte, hat diese Möglichkeit mit Kapseln nicht. Es sollte dann auf Gerstengras-Pulver zurückgegriffen werden, welches je nach Bedarf dosiert werden kann.

Gerstengrassaft und -saftpulver

Bei Gerstengrassaft handelt es sich um das flüssige Äquivalent zum Pulver, das einen leicht süßlichen Geschmack mitbringt. Es ist außerdem Gerstengrassaftpulver erhältlich, das im Vergleich zu reinem Gerstengraspulver über einen wichtigen Zwischenschritt in der Herstellung verfügt. Nach der Ernte wird das Gerstengras ausgepresst, dann erst wird der entstandene Saft zu Pulver verarbeitet. So soll eine höhere Nährstoffkonzentration erreicht werden. Gleichzeitig geht jedoch auch die antioxidative Wirkung des Gerstengrases verloren, da beim Auspressen der oxidative Prozess einsetzt.

Viele Menschen entscheiden sich gegen den Kauf von Gerstengrassaft, da dieser nur sehr begrenzt haltbar ist. Gerstengrassaftpulver hat jedoch einen wichtigen Vorteil für Menschen, die Ballaststoffe nicht vertragen, da diese bei der Entsaftung größtenteils entfernt werden. Das Saftpulver kann somit eine Alternative für Menschen darstellen, die auf reines Gerstengras-Pulver empfindlich reagieren.

Fazit

Gerstengraspulver ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das aus den jungen Blättern der Gerstenpflanze gewonnen wird, bevor diese Ähren ausbildet. Es enthält zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, weswegen der Einnahme von Gerstengraspulver viele positive Effekte auf das Immunsystem, die Haut und die Vorbeugung chronischer Krankheiten zugesprochen werden. Da hierzu kaum Studien existieren, bewerten offizielle Organisationen das Produkt kritisch.

Täglich können zwei bis drei Teelöffel Gerstengraspulver in Wasser, Säften oder Smoothies aufgelöst und eingenommen werden. Das Nahrungsergänzungsmittel ist auch für Kinder, Jugendliche und Schwangere gut verträglich. Diabetiker und Allergiker sollten jedoch Rücksprache mit einem Arzt halten. Nebenwirkungen wie Durchfall oder Übelkeit können auftreten, wenn Konsumenten nicht an eine ballaststoffreiche Ernährung gewöhnt sind oder das Pulver überdosieren.

Gerstengras-Pulver ist in Reformhäusern, Biomärkten, Drogerien und dem Internet erhältlich. Die Preise schwanken stark und geben keinen Aufschluss über die Qualität des Produkts. Stattdessen sollte beim Kauf auf die Herkunft, den Mahlgrad und den Herstellungsprozess geachtet werden, da minderwertiges Pulver verunreinigt sein kann. Falls sich das Pulver als nicht verträglich erweist, wird Gerstengras auch in Form von Kapseln, Tabletten oder Presslingen verkauft. Diese können zwar schlechter dosiert werden und enthalten oftmals weniger Nährstoffe, sind jedoch geschmacksneutral und können auch unterwegs eingenommen werden.