CBD-Kapseln und CBD-Tabletten

Der Trend zu CBD-Produkten hat Deutschland schon vor längerer Zeit erreicht. Immer mehr Menschen greifen zu dem vermeintlichen Cannabis-Ersatz, um die schwammige Rechtslage in der Bundesrepublik zu umgehen. Doch ein Rauschmittel CBD Kapseln keinesfalls. Auch verfolgen CBD-Kapseln eine gänzlich andere Wirkung. Welche das sein kann und wie legal diese Darreichungsformen sind, erläutert dieser Beitrag.

CBD Kapseln

Wofür steht das Kürzel „CBD“?

Die Buchstaben-Kombination „CBD“ bezeichnet den Wirkstoff Cannabidiol. Er ist eins der vielen Cannabinoide, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Im Gegensatz zu dem ebenfalls enthaltenen Tetrahydrocannabinol (THC) hat das CBD in Tabletten, Kapseln oder anderen CBD-Produkten jedoch keine berauschende Wirkung.

Was macht CBD so besonders?

CBD wirkt direkt auf das Cannabidoid-System des Körpers – insbesondere auf die CB1- und CB2-Rezeptoren. Mit ihrer Hilfe kann der menschliche Organismus sogenannte Endocannabidoide herstellen, körpereigene Reizverstärker. Die Rezeptoren kommen zwar in fast allen Organen vor; sind im Gehirn jedoch am stärksten vertreten. Hier regeln sie die Weiterleitung von Sinneseindrücken und die Kontraktion der Muskeln. Da CBD den körpereigenen Endocannabinoiden sehr ähnlich ist, wird es vom Organismus besonders gut aufgenommen und ohne Gegenreaktion „akzeptiert“.

Darüber hinaus enthält es eine Vielzahl sogenannter Vitalstoffe, die verschiedene Körperfunktionen unterstützen, fördern oder überhaupt erst möglich machen:

  • Carotinoide, die antioxidativ wirken und das Sehvermögen fördern
  • Chlorophyll, das die Zellatmung verbessert und dadurch auch das Immunsystem stärkt
  • Eisen, das den Sauerstofftransport im Blut gewährleistet
  • Gamma-Linolensäure, die die Hautbarriere stärkt und als bestes Mittel gegen Neurodermitis gilt
  • Kalium, das den Wasserhaushalt reguliert und damit nahezu alle Funktionen des Körpers unterstützt
  • Calcium, das Knochen und Zähne stabilisiert
  • Kupfer, das das Immunsystem stärkt und die Schilddrüsenfunktion stabilisiert
  • Magnesium, das den Blutdruck reguliert
  • Mangan, das Knorpel- und Bindegewebe stärkt
  • Natrium, das die Weitergabe von Nervenimpulsen gewährleistet
  • Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren, die Entzündungen abklingen lassen und die Regeneration der Zellen unterstützen
  • Phosphor, der den Aufbau von Zellen ermöglicht
  • Terpene, die stimmungsaufhellend wirken und die Cannabinoid-Rezeptoren stimulieren
  • Vitamin B1, das den Fluss von Elektrolyten fördert und den Serotoninspiegel reguliert
  • Vitamin B2, das Kohlenhydrate aus der Nahrung umwandelt und damit die Energieversorgung des Körpers gewährleistet
  • Zink, das Haare und Nägel festigt und die Haut widerstandsfähiger macht

Wie viel CBD enthalten die Kapseln oder Tabletten?

Wie das populäre CBD Öl sind auch Kapseln oder Tabletten in unterschiedlich hoher Konzentration erhältlich. Aufschluss über ihren tatsächlichen CBD-Gehalt liefert die Angabe „Prozent“ oder „Milligramm“. Für gewöhnlich enthalten die Produkte zwischen 6,4 und 16 mg CBD pro Einheit. Um die geeignete Dosierung zu finden, sind genaue Kenntnisse über die Wirkung und Verträglichkeit der CBD-Kapseln oder -Tabletten nötig.

Allein die Tatsache, dass CBD-Öl, -Tabletten und -Kapseln in jeder Drogerie ausliegen, scheint diese Frage zu beantworten. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn die Rechtslage ist äußerst komplex. Dabei müssen Händler*innen andere Kriterien beachten als Konsument*innen.

Grundsätzlich ist CBD legal; d.h. es ist keine verbotene Droge. Wegen der fehlenden Rauschwirkung fällt es nicht unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Diese Auffassung vertritt auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) und hat sie mit seinem Urteil vom 19.11.2020 untermauert.

Das gilt jedoch nur dann, wenn die CBD-haltigen Pflanzenteile bereits verarbeitet worden sind und der THC-Gehalt unter 0,2% liegt. Ein „Missbrauch durch Berauschung“ muss ausgeschlossen sein. Mit anderen Worten: So lange das CBD in einem Kosmetik- oder Genussmittel steckt, ist es legal. Damit sind Öle und Salben, aber auch Kaugummis und Gummibärchen sowie CBD-Kapseln und -Tabletten zum Handel freigegeben.

Warum sind CBD-Produkte so teuer?

Aus den Bedingungen zum Handel mit CBD-Produkten ergibt sich der Preis für die Erzeugnisse. Nur wenige Hanfsorten weisen einen so geringen THC-Gehalt auf, dass sie in Ländern der EU angebaut werden dürfen. Um in Frage kommende Pflanzen nutzen zu dürfen, müssen Hanf-Bauern hohe Lizenzgebühren zahlen.

Zudem ist Cannabis-Anbau zeit- und pflegeintensiv. Ehe aus den Samen ein verwertbares Gewächs entsteht, vergehen mehrere Monate, in denen der Hanf zahlreichen Risikofaktoren ausgesetzt ist. Auch die CBD-Gewinnung selbst verursacht hohe Kosten, denn der begehrte Pflanzenstoff wird mittels verschiedener Verfahren aufwändig extrahiert.

Die an- bzw. abschließende Weiterverarbeitung zu Kosmetika oder CBD-Kapseln und -Tabletten stellt ebenfalls einen finanziellen Aufwand dar. Alles zusammen schlägt sich im Preis für die It-Produkte nieder. Verdeutlicht wird das durch die Tatsache, dass ein Kilogramm Hanf gerade einen Milliliter Öl ergibt.

Was gilt es beim Kauf von CBD-Kapseln & Co. zu beachten?

Umso größer ist der Reiz, durch preiswerte Angebote zu sparen. Doch hier lauern Gefahren – denn wie oben bereits erläutert, haben die hohen Kosten von CBD-Kapseln, -Tabletten & Co. Ihren Grund. Um das Potenzial des Hauptrohstoffs voll ausschöpfen zu können, sollten die Produkte bestimmte Qualitätsmerkmale erfüllen. Dazu gehören

  • detaillierte Angaben zur Wertigkeit und Dosierung der Inhaltsstoffe
  • der Einsatz von hochwertigem Nutzhanf in Bioqualität
  • professionelle Verarbeitungs-Verfahren

Der Zusatz von natürlichem Hanfsamenöl fördert die Bioverfügbarkeit des CBDs. Andere Beigaben wie Vitamine sind weder nötig noch förderlich. Im Gegenteil: Sie können den prozentualen Anteil der Wirkstoffe ungünstig verändern.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, CBD-Produkte bei spezialisierten Händlern zu erwerben. Sie sind in zertifizierten Online-Shops oder in Apotheken und Reformhäusern erhältlich. Für Personen mit veganem Lebensstil stehen gelatinefreie CBD-Kapseln zur Verfügung.

Welche Vorteile bieten CBD Kapseln?

Gerade in schnelllebigen Zeiten wie jetzt hat die kompakte Darreichung des Wirkstoffs viele Vorteile: CBD-Kapseln oder -Tabletten passen in jede Tasche und können ebenso schnell wie diskret eingenommen werden. Auch die Dosierung ist in dieser Form keine Frage – denn jedes Exemplar einer Packung enthält exakt die gleiche Menge CBD.

Da der Wirkstoff buchstäblich eingeschlossen ist, entfaltet er keine verräterischen Aromen. Bei bedarfsgerechter Konzentration versprechen die praktischen Kapseln oder Tabletten eine gute Verträglichkeit und effektive Wirkung. Erst recht, wenn das CBD ausgewogen kombiniert und harmonisch angereichert wurde. Zusammengefasst stellen sich die Vorzüge von CBD-Tabletten oder -Kapseln wie folgt dar:

  • konstant und sicher zu dosieren
  • einfach und diskret einzunehmen
  • geruchlos
  • geschmacksneutral
  • gut verträglich
  • rein und schadstofffrei
  • gesetzeskonform durch Kontrolle des THC-Gehalts

Welche Wirkungen haben CBD-Tabletten?

Dem Pflanzenstoff Cannabidiol werden vielfältige Effekte zugesprochen. Verschiedene Studien belegen, dass er

  • angstlösend
  • beruhigend
  • entkrampfend
  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • stimmungsaufhellend

wirkt. Mit diesen Eigenschaften sollen CBD-Produkte gegen Schlafprobleme, Unruhe oder Stress sowie Migräne und dermatologische Beschwerden helfen. Zudem wird ihnen ein positiver Einfluss auf bestimmte Formen der Epilepsie, schizophrene Psychosen und Depressionen nachgesagt.

Weitere mögliche Anwendungsgebiete findet CBD im Kampf gegen Krebs. Hier wird es vor allem als therapiebegleitendes Mittel eingesetzt, um Schmerzen und Ängste zu lindern oder den Appetit anzuregen. Darüber hinaus wird angenommen, dass CBD auch gegen das Wachstum und die Streuung von Krebszellen wirkt. Dieser prophylaktische Nutzen ist aber noch nicht endgültig erforscht.

Ihr derzeit größtes Einsatzgebiet finden CBD-Präparate bei leichten bis mittleren Kopf-, Regel- und Magenschmerzen. Des Weiteren dienen sie zur Entspannung bei Stress oder (Prüfungs-)Angst bzw. zur Regeneration nach dem Sport. Damit erweist sich der Hanf-Wirkstoff als wahrer Allrounder bei Alltagsproblemen und leistet einen wertvollen Beitrag zum persönlichen Wohlbefinden. Die häufig geäußerte Meinung, dass es sich um einen reinen Placebo-Effekt handelt, schließen Wissenschaftler*innen derzeit aus.

Machen CBD-haltige Produkte abhängig?

Die Bilder und Vitae drogenabhängiger Menschen haben Hanf zu einem denkbar schlechten Ruf verholfen. Doch die jahrtausendealte Nutzpflanze erfährt eine zunehmende Rehabilitierung. Auch der Effekt ihrer Inhaltsstoffe wird immer besser erforscht.

Schon 2018 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen umfassenden Bericht, der Cannabidiol als ungefährlich einstuft. Dieser wegweisenden Meinung schließen sich zahlreiche weitere Experten und Forschungsergebnisse an.

Hat die Einnahme von CBD-Kapseln Nebenwirkungen?

Wissenschaftler*innen benennen fünf prinzipiell mögliche Nebenwirkungen – die allerdings nur so lange zu spüren sind, wie das CBD im Organismus „kreist“. Die Big Five der unerwünschten Effekte sind

  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Müdigkeit
  • niedriger Blutdruck
  • trockener Mund

Was bewirkt eine Überdosis CBD?

Sowohl Studien als auch Anwender-Berichte bescheinigen CBD-Produkten eine gute Verträglichkeit und hohe Sicherheit. Bei kontrollierter Einnahme bzw. Verabreichung ist eine Überdosierung nahezu ausgeschlossen. Werden zu viele und/oder zu hoch konzentrierte CBD-Kapseln bzw. -Tabletten geschluckt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die oben genannten Nebenwirkungen bemerkbar machen oder verstärken.

Tritt CBD in Wechselwirkung mit Medikamenten oder anderen Wirkstoffen?

Entsprechend der Wirkung, die CBD-Produkten nachgesagt wird, können sie den Effekt anderer Präparate beeinflussen. Darauf abzielende Studien haben gezeigt, dass

  • Antibiotika
  • Beruhigungs- und Schlafmittel
  • Blutverdünner
  • entzündungshemmende Schmerzmittel
  • Neuroleptika

in Wechselwirkung mit dem Cannabidiol aus CBD-Kapseln oder -Tabletten treten können.

Wer sollte bei der Anwendung von CBD-Produkten besonders achtsam sein?

Daraus folgt, dass CBD-Tabletten oder -Kapseln nicht für alle Menschen gleichermaßen geeignet sind. Insbesondere Patienten*innen, die unter Epilepsie leiden oder regelmäßig blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten vor der Einnahme mit ihrem Arzt darüber reden.

Auch Personen mit Leberschäden gelten als gefährdet, da das CBD bei ihnen toxisch wirken kann. Allerdings stützen sich diesbezügliche Studien auf Versuche an Mäusen. Nach Aussage vieler Forscher*innen lassen sich die daraus gewonnenen Erkenntnisse nur bedingt auf menschliche Organismen übertragen.

Was ist über die langfristigen Folgen der CBD-Anwendung bekannt?

Ähnlich unklar ist die langfristige Wirkung von CBD-Produkten. In der Regel werden ein Öl oder eine Salbe über größere Zeiträume hinweg angewandt – und auch die Einnahme von Tropfen, Kapseln oder Tabletten folgt dieser Empfehlung. Ob Cannabidiol nach Monaten oder Jahren Langzeitschäden verursacht, kann derzeit nicht seriös beantwortet werden.

Welche Dosierung ist die richtige?

Die Frage nach der richtigen Dosierung lässt sich nicht pauschal beantworten. Neben der gewünschten Wirkung sind die körperliche Verfassung und die Erfahrung mit CBD ausschlaggebend.

Im Allgemeinen gilt, dass Einsteiger*innen zu niedrig dosierten Kapseln greifen sollten, um die Konzentration bei Bedarf schrittweise zu steigern.

Auch die Häufigkeit der Einnahme ist vom Produkt abhängig. Die meisten Präparate werden 1-3 mal täglich empfohlen. Entscheidend ist jedoch, welche Gesamtmenge an Cannabidiol dabei zusammenkommt.

Über die Dauer der Einnahme bestimmt das Ziel der Behandlung. Während Unruhe und Schlaflosigkeit schon mit einer Dosis bekämpft werden können, macht sich bei chronischen Schmerzen und existenziellen Erkrankungen eine langfristige bis dauerhafte Einnahme nötig.

Wann setzt die Wirkung ein?

Zwischen der oralen Aufnahme und den ersten Effekten einer Kapsel oder Tablette vergehen im Durchschnitt 30 Minuten. Bei manchen Personen oder unter bestimmten Umständen kann es auch doppelt so lange dauern, ehe eine Wirkung spürbar wird. Das liegt zum einen an den Produkten selbst; zum anderen

  • an Körperbau und -verfassung
  • am Füllstand des Magens
  • am Fettgehalt der zuvor/parallel aufgenommenen Nahrung

Generell gilt, dass sich CBD-Kapseln besser und schneller auflösen als CBD-Tabletten, da sie weniger festgefügt sind. Es macht jedoch einen Unterschied, ob die Hülle aus tierischer Gelatine oder aus anderen Stoffen besteht.

Wird die Kapsel mit fett- oder ölhaltigen Speisen eingenommen, zerfällt sie ebenfalls schneller. In einem leeren Magen kann sich die sogenannte Latenzzeit dagegen verlängern, weil das Organ in diesem Zustand nicht allzu effizient arbeitet.

Woran kann es liegen, wenn CBD-Kapseln nicht wirken?

Bei manchen Anwender*innen bleibt der gewünschte Effekt aus. Das liegt meist daran, dass die Dosierung zu niedrig gewählt wurde. Aber auch die Darreichungsform oder die Qualität des Produkts können die Wirkung beeinflussen. In solchen Fällen verschafft eine andere CBD-Zubereitung Abhilfe – etwa in Gestalt von Spray, Gel, CBD Kaugummi oder Öl.

Weitere Gründe für eine ausbleibende Wirkung sind eine zu kurze Anwendungsdauer, eine zu hohe Erwartungshaltung oder ein erhöhter Fettzellen-Anteil im Körper. Nicht zuletzt spielt auch der Gewöhnungs-Effekt eine Rolle.

Fazit zu CBD-Kapseln

Die Wirkung von CBD-haltigen Tabletten oder Kapseln ist ebenso vielfältig wie der Effet anderer CBD-Produkte. Bei richtiger Dosierung und zielführender Anwendung können sie das Wohlbefinden und damit einhergehende Leistungsfähigkeit genauso steigern wie weitere bekannte Darreichungsformen.

Durch ihr handliches Format sind sie besonders diskret und vor allem im Alltag oder auf Reisen geeignet. Da CBD-Kapseln und Tabletten die Magen-Darm-Schranke passieren müssen, setzt ihre Wirkung leicht verzögert ein. Verschiedene Aspekte können dazu beitragen, dass sich die Latenzzeit verlängert.

Sollte die Einnahme keine Wirkung zeigen, lohnt es sich, die Dosierung und/oder Darreichungsform zu prüfen bzw. zu ändern. Unabhängig davon können jedoch auch individuelle körperliche Faktoren zu ausbleibenden Reaktionen führen.