Erbsenprotein Pulver

Bevor es um die Herstellung von Erbsenproteinpulver geht, lohnt sich ein Blick auf die Erbse selbst. Bei den kleinen grünen Hülsenfrüchten handelt es sich um ein äußerst wertvolles Lebensmittel, das reich an Magnesium, Kalzium, Vitamin C und anderen Inhaltsstoffen ist. Zudem haben Erbsen einen hohen Anteil an Ballaststoffen. Erbsenproteinpulver jedoch sollte weitgehend aus Protein bestehen. Die Ballaststoffe werden nicht benötigt und der Eiweißgehalt der Erbsen von rund 5 % ist etwas niedrig für eine effiziente Herstellung von Erbsenprotein-Pulver.

Also wird das Pulver nicht aus den grünen Erbsen gewonnen, sondern meist aus voll ausgereiften, gelben Schälererbsen. Dabei handelt es sich um keine besondere Erbsenart. Vielmehr wird bei ihnen die ballaststoffreiche Erbsenschale vor dem Trocknen entfernt. Der Proteingehalt von Schälererbsen liegt daher bereits vor der Verarbeitung oft bei gut über 20 %.

Die Herstellung von Erbsenprotein-Konzentrat

Die getrockneten Schälererbsen werden auf eine Temperatur gebracht, die günstig zur Verarbeitung in einem Membranadsorber ist. Dort werden die Eiweißbestandteile von den Kohlenhydraten und Fetten abgespalten. Nach einer weiteren Trocknung erfolgt die Pulverisierung. Der Proteingehalt dieses Erbsenprotein-Konzentrates kann je nach Verwendungszweck unterschiedlich sein. Erbsenprotein für Anwendungen in der Küche beispielsweise als Fleischersatz haben einen Eiweißgehalt ab 55 %. Im sportlichen Bereich, insbesondere zum Muskelaufbau, können die Konzentrate über 80 % Protein aufweisen.

Weitere Veredelungsstufe: Erbsenprotein-Isolat

Ähnlich wie bei anderen Proteinpulvern gibt es auch beim Erbsenprotein neben dem Konzentrat ein Isolat. Seine Herstellung ist durch die Einbindung zusätzlicher Microfiltrations-Prozesse erheblich aufwändiger. Dafür kann der Proteingehalt im Erbsenprotein-Isolat über 90 % betragen.

Wie sieht es mit Zusatzstoffen in Erbsenproteinpulver aus?

Es versteht sich von selbst, dass das Erbsenprotein-Pulver möglichst rein sein sollte. Besonders vermieden werden sollten mögliche Zusatzstoffe wie Magnesiumsalze, Füllstoffe, Konservierungsstoffe, künstliche Farbstoffe oder zugesetzte Kohlenhydrate wie Zucker. Auch sollte das Pulver GMO- beziehungsweise GVO-frei sein, also keine gentechnisch modifizierten/veränderten Organismen enthalten. Eine Bestätigung, dass das Erbsenproteinpulver vegan ist und weder Soja, Gluten noch Milchprodukte zu den Inhaltsstoffen zählen, ist ebenfalls wichtig.

Auf der anderen Seite gibt es viele Produkte, die als Erbsenprotein-Pulver angeboten werden, aber bereits mit anderen Proteinen wie Reisprotein gemischt sind. Das kann im Sinne der biologischen Wertigkeit sinnvoll sein (siehe unten). Wer jedoch 100 % Erbsenproteinpulver will, sollte auf die Liste der Zutaten schauen.

Erbsenprotein-Pulver gibt es nicht aromatisiert oder mit Aroma- und manchmal auch Süßstoffen versetzt. Trifft letzteres zu, muss sichergestellt sein, dass die Frucht-, Mokka-, Schoko- oder anderen Aromen sowie die Süßungsmittel unbedenklich sind und das Nährstoffprofil nicht ungünstig beeinflussen.

Was ist drin im Erbsenproteinpulver?

Der Hauptbestandteil von Erbsenprotein-Pulver ist Protein. Auch wenn das eine oder andere hochwertige Pulver etwas weniger enthalten kann, sollten es mindestens 80 % oder 80 g auf 100 g sein. Den Rest machen Kohlenhydrate, Fett, Ballaststoffe und um die 2 g Salz aus. Die Mineralstoffe und Vitamine der Erbse sind kaum noch vorhanden. Lediglich Eisen kann in relevanten Mengen enthalten sein.

Der Proteingehalt im Erbsenprotein-Pulver muss genauer aufgeschlüsselt werden. Protein ist nämlich kein einheitlicher Stoff. Es setzt sich vielmehr aus sogenannten proteinogenen Aminosäuren zusammen. In der Regel werden darunter insgesamt 20 kanonische Aminosäuren zusammengefasst. Sie müssen nicht alle in jedem Protein vorkommen. Auch kann die Zusammensetzung der einzelnen Aminosäuren stark variieren. Dazu kommt, dass der menschliche Organismus viele Aminosäuren in den meisten Lebensphasen selber bilden kann. Bei anderen ist er teilweise oder vollständig auf die Versorgung von außen angewiesen. Das ist bei den semi-essentiellen beziehungsweise essentiellen Aminosäuren, auch EAA genannt der Fall. Unter den essentiellen Aminosäuren nehmen drei Vertreter eine Sonderrolle ein. Das sind die verzweigtkettigen Aminosäuren oder branched-chain amino acids (BCAA). Zu ihnen gehören L-Isoleucin, L-Leucin und L-Valin. Ihre Verstoffwechselung erfolgt nicht hauptsächlich in der Leber, sondern unter anderem direkt im Muskelgewebe. Daher sind sie für den Muskelaufbau besonders interessant.

Erbsenproteinpulver enthält fast alle kanonischen Aminosäuren. Die essentiellen Aminosäuren sind komplett vorhanden. Vor allem die BCAA liegen in einer sehr günstigen Konzentration vor. Es ergibt sich folgendes Aminosäure-Profil:

nicht-essentielle Aminosäuren je 100 g:

  • L-Alanin, 4,30 g
  • L-Asparaginsäure, 11,50 g
  • L-Cysteine, 1,00 g
  • L-Glutaminsäure, 16,80 g
  • L-Glycin, 4,10 g
  • L-Prolin, 4,50 g
  • L-Serin, 5,30 g
  • L-Tyrosin, 3,80 g

semi-essentielle Aminosäuren je 100 g:

  • L-Arginin, 8,70 g
  • L-Histidin, 2,50 g

essentielle Aminosäuren je 100 g:

  • L-Isoleucin, 4,50 g
  • L-Leucin, 8,40 g
  • L-Lysin, 7,20 g
  • L-Methionin, 1,10 g
  • L-Phenylalanin, 5,50 g
  • L-Threonin, 3,90 g
  • L-Tryptophan, 1,00 g
  • L-Valin, 5,00 g

Bitte beachten: Je nach Produkt kann die konkrete Zusammensetzung etwas abweichen.

Bringt die Einnahme von Erbsenproteinpulver Vorteile mit sich?

Unsere Nahrung besteht aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen, den drei Makronährstoffen. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten die Kohlenhydrate einen Anteil von etwa 55 % ausmachen, die Fette rund 30 % und die Proteine ca. 15 %. Andere Empfehlungen insbesondere für Sportler nennen bei den Kohlenhydraten einen geringeren Wert und bei den Proteinen einen deutlich höheren, der bis zu 25 % reichen kann. Das hat seinen Grund: Proteine spielen eine entscheidende Rolle beim Muskelaufbau. Zudem haben sie einen günstigen Einfluss auf den Stoffwechsel, vor allem die Fettverbrennung. Erbsenproteinpulver kann eine proteinreiche Ernährung unterstützen. Zahlreiche Studien beschäftigen sich damit, mit welchen Effekten das verbunden sein kann.

Erbsenproteinpulver und Muskelaufbau

Dass Proteinergänzungen generell zur Verbesserung der Muskelkraft sowie zum Aufbau von Muskelmasse beitragen können, zeigen zahlreiche Untersuchungen. Eine systematische Überprüfung am US Army Research Institute of Environmental Medicine (USARIEM) in Massachusetts, USA, kommt zu dem Ergebnis, dass diese Wirkung eintritt, wenn bestimmte Anforderungen an Häufigkeit, Dauer sowie Intensität des Trainings erfüllt sind (2).

Oft wird in diesem Zusammenhang die Auffassung vertreten, dass Proteine aus tierischen Quellen effektiver seien als pflanzliche Produkte wie Erbsenprotein-Pulver. Forscher der Lipscomb-University in Nashville, Tennessee, USA, widersprechen dem jedoch (1). In ihrer Untersuchung zeigten tierisches Molken- und pflanzliches Erbsenprotein in etwa die gleiche unterstützende Wirkung auf Muskelaufbau sowie Kraftsteigerung. Bestätigt wird dieses Resultat durch eine Studie von Wissenschaftlern, die unter anderem mit dem französischen Institut national de la santé et de la recherche médicale (INSERM) verbunden sind (3). Für sie wurden insgesamt 161 männliche Erwachsene in drei Gruppen aufgeteilt. Begleitend zu einem 12-wöchigen Krafttraining erhielten sie entweder Molke- beziehungsweise Whey-Protein, Erbsenprotein oder ein Placebo. Am Ende des Beobachtungszeitraums konnte in der Molke- und der Erbsenprotein-Gruppe eine signifikant stärkere Bizeps-Vergrößerung festgestellt werden als in der Placebo-Gruppe. Daraus schlossen die Forscher, dass Erbsenprotein als Ersatz für Ergänzungen aus tierischem Eiweiß dienen kann.

Die biologische Wertigkeit von Erbsenproteinpulver

Erwähnt werden muss hierbei jedoch, dass Erbsenprotein-Pulver eine geringere biologische Wertigkeit hat als beispielsweise Whey-Protein. Die biologische Wertigkeit bemisst sich nach der Schnelligkeit und Vollständigkeit, mit der ein zugeführtes Protein zu einem körpereigenen umgebaut werden kann. Das Hühnerei kann hier als Referenzwert einen Wert von 100 vorweisen. Beim Molkenprotein liegt er sogar bei 104. Erbsenprotein kommt nur auf eine biologische Wertigkeit von 65.

Allerdings lässt sich diese Wertigkeit verbessern, indem Proteine, welche sich ergänzen, kombiniert werden. Im Falle von Erbsenprotein, das reich an Lysin ist, aber ärmer an Methionin, bietet sich unter anderem Reisprotein an. Ihm fehlt Lysin, dafür bietet es umso mehr Methionin.

Einfluss von Erbsenproteinpulver auf Cholesterinspiegel und Blutdruck

Weitere Effekte, die das Erbsenprotein-Pulver interessant machen, sind seine möglichen Wirkungen auf den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck. Die Untersuchungen, welche darauf hinweisen, beruhen jedoch bisher im Wesentlichen auf Tiermodellen (4, 5). In ihrer Aussagekraft auf den Menschen bezogen sind sie daher noch eingeschränkt. Weitere Studien müssen hier mehr Klarheit schaffen.

Kann Erbsenprotein den Blutzuckerspiegel verbessern?

Anders sieht es bei der Rolle aus, die Erbsenprotein zur Regulierung des Blutzuckerspiegels spielen kann. Zu diesem Thema wurde an der Universität von Toronto eine Studie an jungen männlichen Probanden durchgeführt, welche die günstigen Auswirkungen von Erbsenprotein auf den Blutzuckerspiegel bestätigte (6). Die Wissenschaftler empfehlen sogar, Erbsen-Bestandteile in Lebensmitteln mit niedrigem glykämischen Index zu verwenden, die zur Kontrolle von Diabetes geeignet sind.

Ist Erbsenprotein zur Unterstützung einer Abnehmdiät geeignet?

Die Forscher aus Toronto weisen ebenfalls darauf hin, dass die Einnahme von Erbsenprotein in ihrer Untersuchung mit einer Reduzierung des Appetits der 20 bis 30 Jahre alten Studienteilnehmer verbunden war (6). Getestet wurde dies an einer Pizza-Mahlzeit. Bei einer vorherigen Einnahme von 20 g Erbsenprotein ging der Pizza-Hunger so weit zurück, dass statt 1.346 Kilokalorien wie in der Kontrollgruppe nur 1.180 aufgenommen wurden. Das ist eine Zügelung des Appetits um gut 12 %. Eine ganze Reihe weiterer Studien kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Eine davon wurde an der Universität Maastricht in den Niederlanden durchgeführt (7). In ihr wurden die Auswirkungen von Erbsenprotein und Molkenprotein auf das Sättigungsgefühl verglichen. Lediglich die Probanden, welche alleine Erbsenprotein eingenommen hatten, zeigten weniger Hunger und Durst sowie ein geringeres Verlangen, etwas zu essen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Während eine proteinreiche Ernährung vorteilhaft sein kann, ist ein zu hoher Eiweißkonsum mit einigen Risiken verbunden. Zu den unangenehmen Begleiterscheinungen gehört ein übler Mundgeruch. Auch kann die Nieren- und Leberfunktion beeinträchtigt werden und der Flüssigkeitsbedarf steigen. Dazu kommt, dass eine überreiche Versorgung mit Protein eine Gewichtszunahme und eine Schädigung der Knochen zur Folge haben kann. Bei Männern ist ferner eine ungünstige Beeinflussung des Testosteronspiegels und der Zeugungsfähigkeit möglich.

Dabei festzuhalten ist jedoch, dass es sich bei Protein um einen Nährstoff und nicht um eine medizinische Droge handelt. Von Nebenwirkungen im eigentlichen Sinne kann man hier nicht sprechen. Bei Erbsenprotein-Pulver ist dennoch zu beachten, dass darin Purin enthalten ist. Purine wandeln sich im Organismus zu Harnsäure um. Harnsäure, die nicht ausgeschieden werden kann, nimmt eine kristalline Form an. Die Kristalle lagern sich ab und können unter anderem zu Gicht führen. Studien stellen zwar fest, dass sich das Gichtrisiko durch die Aufnahme von purinreichen Gemüsesorten nicht erhöht (8). Hülsenfrüchte sind davon jedoch ausgenommen. Sie können sehr wohl neben dem Konsum von tierischer Nahrung und anderen Einflussfaktoren zum Auftreten einer Gicht beitragen.

Kann die Einnahme von Erbsenprotein-Pulver auf Dauer schaden?

Erbsen gehören wie anderes Gemüse zur täglichen Ernährung. Vor allem im späten Winter sowie im Frühjahr sind heimische Gemüsesorten jedoch nur in begrenztem Maße verfügbar. Für diese Zeit bieten getrocknete Hülsenfrüchte eine gute Möglichkeit, sich mit wertvollen Inhaltsstoffen zu versorgen.

Auch Erbsenproteinpulver kann, falls kein medizinischer Grund dagegen spricht, dauerhaft eingenommen werden. Dabei gilt allerdings im Sinne von Paracelsus: Die Dosis macht das Gift. Es ist also wichtig, auf die Dosierung zu achten sowie darauf, dass ebenfalls andere Proteine zugeführt werden, sodass ein ausgewogenes Aminosäure-Profil entsteht.

Sind Wechselwirkungen mit Medikamenten, Alkohol oder bestimmten Lebensmitteln bekannt?

Ein weiterer Vorteil von Erbsenprotein-Pulver ist, dass bisher keine unerwünschten Wechselwirkungen mit Medikamenten aufgefallen sind. Auch Patienten, die auf Antibiotika, Osteoporose- oder Schilddrüsenmedikamente angewiesen sind, können Erbsenproteinpulver im Gegensatz zu Whey- oder Casein-Ergänzungen in der Regel verwenden. Ein Gespräch mit dem Arzt ist in diesen Fällen dennoch erforderlich.

Ferner sind keine Wechselwirkungen mit Alkohol oder Lebensmitteln bekannt. Anzumerken ist hierbei, dass bestimmte Substanzen wie Alkohol oder „leere“ Kohlenhydrate wie raffinierter Zucker generell meist einen ungünstigen Einfluss auf die Ernährung oder das Training haben und daher mögliche positive Wirkungen von Erbsenproteinpulver aufheben können.

Sind allergische Reaktionen möglich?

Die gute Nachricht hier ist, dass Erbsenproteinpulver zu den weniger allergieauslösenden Stoffen zählt. Oft wird es sogar als Hypoallergen bezeichnet. Dennoch ist es möglich, dass vor allem aufgrund bestehender Allergien Reaktionen auftreten. Das betrifft selbstverständlich zunächst einmal Menschen mit einer Erbsen-Allergie. Aber auch Personen, die gegen andere Hülsenfrüchte wie Erdnüsse oder Soja allergisch sind, sollten aufpassen. Allergische Kreuzreaktionen können sogar bei Menschen auftreten, die von einer Pollenallergie betroffen sind.

Was ist bei der Dosierung von Erbsenprotein-Pulver zu beachten?

Voraussetzung für eine richtige Dosierung des Erbsenproteinpulvers ist, den täglichen Eiweißbedarf zu ermitteln. Als Richtwerte gelten: Weniger sportlich Aktive benötigen laut DGE 0,8 g Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht und Tag, ältere Personen 1,0 g und bei Sportlern gehen Experten von 1,8 g und mehr aus. Im Kraftsport muss der Bedarf abhängig von der Trainingsphase individuell berechnet werden.

Ein Sportler mit einem Körpergewicht von 70 kg benötigt also etwa 126 g Protein am Tag. Ein Esslöffel Erbsenprotein-Pulver fasst rund 10 g. Bei einem Proteingehalt von 80 % sind 8 g oder 6,35 % des Tagesbedarfs enthalten.

Im Sportbereich wird das Erbsenproteinpulver meist zu einem Shake verarbeitet. Für eine Portion sollten je nach Anweisung 2 bis 3 Esslöffel verwendet und in 150 – 200 ml Flüssigkeit eingerührt werden. Kuhmilch oder vegetarische Milch sind hier sicher geschmacklich attraktiver. Ihre Nährwerte müssen jedoch in die Diät eingerechnet werden. Leichter kontrollierbar ist die Dosierung in Wasser.

Zur Frage, ob das Erbsenproteinpulver besser vor oder nach dem Training aufgenommen werden sollte, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Es mehren sich jedoch die Stimmen, die sagen, dass die Wirkung unabhängig vom Einnahmezeitpunkt eintritt, solange sich dieser in geringem Abstand zum Training befindet. Eine Studie von Wissenschaftlern mehrerer US-amerikanischer Universitäten hat den Teilnehmern einer Gruppe von Sportlern eine Proteinergänzung vor dem Training gegeben und einer anderen nach dem Training (9). Nach 10 Wochen Krafttraining zeigte die Proteinzufuhr unabhängig vom Zeitpunkt der Einnahme ähnliche Effekte.

Auf der anderen Seite kann nicht abgestritten werden, dass persönliche Erfahrungswerte für eine Zufuhr vor oder/und nach dem Training sprechen.

Für Anwendungen außerhalb des Sportbereichs ist es überdies möglich, das Erbsenprotein-Pulver in der Küche zu nutzen. Es kann vegetarischen Frikadellen, Soßen oder veganen Schokopuddings zugesetzt werden. Selbst in Eintöpfen oder als Quarkersatz in Porridge-Rezepten bietet sich eine Verwendung an.

FAQ

Ist es sinnvoll, vor der Einnahme von Erbsenproteinpulver einen Arzt um Rat zu fragen?

Die Einnahme von Erbsenproteinpulver ist, falls keine Einschränkungen vorliegen, sicher nicht mit hohen Risiken verbunden. Dennoch ist es empfehlenswert, vor der Zufuhr zur Unterstützung des Muskelaufbaus, als Hilfe beim Abnehmen oder aus anderen Gründen einen Arzt aufzusuchen.

In welchen Fällen kommt Erbsenproteinpulver nicht infrage?

Im Falle einer Unverträglichkeit gegen Erbsen oder andere Hülsenfrüchte sowie bei einem erhöhten Harnsäurespiegel sollte auf Erbsenprotein-Pulver lieber verzichtet werden.

Wann ist Erbsenproteinpulver besonders empfehlenswert?

Für Sportler ist Erbsenprotein-Pulver eine wertvolle Proteinergänzung. Es kann insbesondere in Kombination mit beispielsweise Reisprotein vergleichbar effektiv sein wie Molkenprotein. Des Weiteren ist es auch für Veganer geeignet. Selbst Menschen mit einer Unverträglichkeit gegen Laktose oder Gluten können Erbsenproteinpulver verwenden. Sein hoher Gehalt an Lysin kann ferner für Personen günstig sein, die ihre Ernährung auf vegetarische Lebensmittel umstellen. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bieten sich in Absprache mit dem Arzt im Rahmen einer Reduktionsdiät zur Gewichtsabnahme oder zur Verminderung der Glykämischen Last an.

Ist Erbsenproteinpulver auch etwas für Kinder und Jugendliche?

Bei Kindern und Jugendlichen ist ganz besonders auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Ihr Organismus befindet sich im Wachstum und benötigt in besonderem Maße wertvolle Nährstoffe. Gerade Proteine sind für sie wichtig. Auf der anderen Seite neigen Kinder und Jugendliche zu einer Vorliebe für Kohlenhydrate aus Weißmehl und Zucker. Es ist keineswegs zielführend, ihnen dieses Bedürfnis immer zu verwehren. Folge kann sonst sein, dass ihr Verlangen umso größer wird. Sinnvoll ist aber, ihnen zum Ausgleich leckere, proteinreiche Mahlzeiten unter anderem mit Erbsenprotein-Pulver beispielsweise in einem Veggi-Burger oder Smoothie anzubieten. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass auch weitere proteinhaltige Nahrungsmittel enthalten sind, die ihnen gemeinsam alle Aminosäuren liefern, welche ihr junger Körper benötigt. Auch für Kinder und Jugendliche, die sportlich aktiv sind, kann Erbsenproteinpulver infrage kommen. Hier empfiehlt es sich jedoch, den Rat eines Sportmediziners oder Kinderarztes hinzuzuziehen.

Wer bietet Erbsenprotein-Pulver an?

Erbsenprotein-Pulver gibt es in vielen Fitnessstudios sowie in Fitness-Geschäften und Shops, die sich auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert haben. Zudem ist es in zahlreichen Bioläden, Reformhäusern und Drogerien zu finden. Selbst in so manchem Supermarkt steht Erbsenproteinpulver in den Regalen. Besonders umfangreich ist das Angebot natürlich im Internet. Einige der Onlineshops haben nahezu die gesamte Bandbreite gängiger Erbsenproteinpulver in der Auswahl.

Wie teuer ist Erbsenprotein in der Regel?

Die Preisspanne beim Erbsenprotein-Pulver reicht etwa von 15 bis 40 Euro pro Kilogramm. Selbst sehr preiswerte Produkte können bereits das Bio-Siegel tragen und einen Eiweißgehalt von über 80 % aufweisen.

Kriterien zum Kauf von Erbsenproteinpulver

Grundsätzlich gilt es beim Kauf von Erbsenprotein-Pulver zu entscheiden, ob es ausschließlich aus Erbsenprotein bestehen soll oder zur Erhöhung der biologischen Wertigkeit auch andere Proteine enthalten soll. Im nächsten Schritt stehen nicht aromatisierte Angebote und Produkte in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen zur Wahl. Wer das Erbsenproteinpulver auch für Soßen und ähnliches verwenden will, nimmt natürlich einen neutral schmeckenden Artikel.

Wichtig ist ferner, dass das ausgewählte Erbsenprotein-Pulver das Kriterium der Bio-Qualität erfüllt. Nur so kann gewährleistet werden, dass keine genveränderten Inhaltsstoffe vorhanden sind und Belastungen durch Schadstoffe nicht oder nur minimal vorliegen. Bestätigt wird die Bio-Qualität durch das Bio-Siegel nach der EG-Öko-Verordnung inklusive der Nummer der Kontrollstelle. Alternativ kann ein Naturland-, Bioland-, Biokreis- oder Demeter-Siegel vorhanden sein.

Lagerung und Haltbarkeit von Erbsenproteinpulver

Erbsenprotein-Pulver sollte grundsätzlich kühl und trocken gelagert werden. Wurde es in einem geeigneten Behälter geliefert, bleibt es am besten darin. Erbsenprotein-Pulver, das in Tüten verpackt ist, wird idealerweise in eine gut verschließbare Dose umgefüllt.

In der Regel ist Erbsenprotein-Pulver bei optimaler Lagerung über ein Jahr haltbar. Das angegebene Mindesthaltbarkeitsdatum sollte also ab dem Kauf erst nach mindestens 12 Monaten überschritten sein.

Nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden die eventuell vorhandenen Aromastoffe mehr oder weniger schnell verfliegen. Solange es aber pulverförmig bleibt und keinen unangenehmen Geruch oder Geschmack annimmt und auch nicht zu Verdauungsbeschwerden führt, kann es meist noch eine gewisse Zeit verwendet werden. Zur Beurteilung kommt es auf den visuellen und sensorischen Test an. Wer sich da jedoch unsicher ist, sollte das Erbsenprotein-Pulver im Zweifel lieber entsorgen.

Wird das Erbsenprotein jedoch unsachgemäß gelagert, kann es selbst frisch schnell verderben. Sobald das Pulver klumpt oder von Schädlingen beziehungsweise Schimmel befallen ist, muss es entsorgt werden.

Welche Alternativen zum Erbsenprotein-Pulver stehen zur Auswahl?

Zum Erbsenproteinpulver sind eine ganze Reihe an Alternativen erhältlich. Soja-Protein zum Beispiel hat eine etwas höhere biologische Wertigkeit von 85. Allerdings ist es ähnlich arm an Methionin wie Erbsenprotein-Pulver und bietet sich daher nicht zur Kombination an. Außerdem enthält es östrogenähnliche Stoffe. Lupinenprotein hat ein ähnliches Aminosäure-Profil wie Soja-Protein, ist dazu aber reich an Mineralstoffen. Als Alternative sowie als Ergänzung zum Erbsenprotein-Pulver mit am besten eignet sich Reisprotein. Hanfprotein ist zwar ein guter Kombinationspartner für Erbsenproteinpulver, mit einer biologischen Wertigkeit von nur 61 indes eine weniger gute Alternative.

Auf Seiten der tierischen Eiweiße sind Whey-Protein sowie Casein die beliebtesten Alternativmöglichkeiten. Weniger verbreitet sind Eiprotein und Milch-Protein-Isolate.

Vor- und Nachteile von Erbsenproteinpulver

Erbsenprotein-Pulver ist gewiss eine interessante Proteinergänzung. Es kann sich in seiner Effektivität mit Molkenprotein messen und enthält fast alle proteinbildenden Aminosäuren. Essentielle Aminosäure sind sogar komplett vorhanden. Zudem kann es in Studien durch günstige Einflüsse auf den Blutzucker- und Cholesterinspiegel überzeugen. Auch seine möglichen appetitzügelnden Eigenschaften können von Vorteil sein. Außerdem ist es vegan, wird häufig in Bio-Qualität angeboten und ist für Menschen mit Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit geeignet.

Leider jedoch enthält es Purin, was für manche Personen problematisch sein kann. Das gilt ebenfalls für Viele, die insbesondere gegen Hülsenfrüchte allergisch sind. Unter anderem aufgrund des niedrigen Methionin-Gehaltes sollte es zudem vorzugsweise mit einem weiteren Protein kombiniert werden.

Quellen:

  • (1) Banaszek, Amy, et al., The Effects of Whey vs. Pea Protein on Physical Adaptations Following 8-Weeks of High-Intensity Functional Training (HIFT): A Pilot Study, Sports 7(1), 2019, S. 12
  • (2) Pasiakos, Stefan M., et al., The effects of protein supplements on muscle mass, strength, and aerobic and anaerobic power in healthy adults: a systematic review, Sports Medicine (Auckland, New Zealand) 45(1), 2015, S. 111 – 31
  • (3) Babault, Nicolas, et al., Pea proteins oral supplementation promotes muscle thickness gains during resistance training: a double-blind, randomized, Placebo-controlled clinical trial vs. Whey protein, Journal of the International Society of Sports Nutrition 12 (1), 2015, S. 3
  • (4) Li, Huan, et al., Blood pressure lowering effect of a pea protein hydrolysate in hypertensive rats and humans, Journal of agricultural and food chemistry 59(18), 2011, S. 9854 – 60
  • (5) Rigamonti, Elena, et al., Hypolipidemic effect of dietary pea proteins: Impact on genes regulating hepatic lipid metabolism, Molecular nutrition & food research 54(1), 2010, S. 24 – 30
  • (6) Smith, Christopher E., et al., The effect of yellow pea protein and fibre on short-term food intake, subjective appetite and glycaemic response in healthy young men, British journal of nutrition 108(S1), 2012, S. 74 – 80
  • (7) Diepvens, K., et al., Different proteins and biopeptides differently affect satiety and anorexigenic/orexigenic hormones in healthy humans, International journal of obesity 32(3), 2008, S. 510 – 18
  • (8) Aihemaitijiang, Sumiya, et al., The Association between Purine-Rich Food Intake and Hyperuricemia: A Cross-Sectional Study in Chinese Adult Residents, Nutrients 12(12), 2020, S. 3835
  • (9) Schoenfeld, Brad Jon, et al., Pre- versus post-exercise protein intake has similar effects on muscular adaptations, PeerJ 5, 2017, S. 2825