Mate-Tee

Mate-Tee ist ein Aufgussgetränk, das aus Südamerika kommt. Es ist in Europa schon seit längerem bekannt, erfreut sich aber erst seit einigen Jahren steigender Beliebtheit. Das liegt vielleicht auch daran, das Yerba-Mate-Tee viele Eigenschaften hat, die Tee- ebenso wie Kaffeetrinkern entgegenkommen.

Mate-Tee

Eigentlich bezeichnet der Ausdruck „Mate“ nicht den Tee selbst, sondern vielmehr das Gefäß, aus dem er traditionell getrunken wird. Es wird aus Flaschenkürbissen hergestellt, die zunächst ausgehöhlt und dann getrocknet werden. Diese sogenannten Kalebassen werden in den Quechua-Sprachen, die in Lateinamerika sehr verbreitet sind, „Mate“ genannt. Aus diesem Grund werden in Südamerika auch einige andere Tees als „Mate-Tee“ bezeichnet. In Europa allerdings bezieht sich Mate-Tee ausschließlich auf Tee vom Mate-Strauch oder Ilex paraguariensis.

Oft ist auch die Rede vom Yerba-Mate-Tee. Das liegt daran, dass dieser Name in spanischsprachigen Gebieten geläufig ist. Auch das trifft auf viele Herkunftsländer von Mate-Tee wie Paraguay oder Argentinien zu. „Yerba“ bedeutet auf Spanisch „Kraut“. Ilex paraguariensis kann jedoch bis zu knapp 20 m hoch werden und ist keineswegs ein Kraut, sondern gehört zur Gattung der Stechpalmen. Die im portugiesischsprachigen Brasilien üblichen Benennungen als „Erva Mate“ oder „Chimarrao“ werden hierzulande manchmal auch genutzt, sind aber weniger geläufig.

Geschichte der Kultivierung von Yerba-Mate-Tee

Zuerst wurde Yerba-Mate-Tee wahrscheinlich von den Angehörigen des Volkes der Guarani lange vor dem Eintreffen der Spanier getrunken. Die Tradition hat sich in Argentinien, Paraguay und Uruguay sowie Teilen Brasiliens, Chiles und Boliviens bis heute erhalten. In vielen dieser Gebiete gilt Yerba-Mate-Tee als allgegenwärtiges Nationalgetränk. Schon früh wurde Mate-Tee auch nach Europa exportiert.

Der Anbau von wilden Setzlingen erfolgte in Paraguay, zunächst kontrolliert von den Jesuiten bereits im 17. Jahrhundert. Dieser Umstand hat dem Yerba-Mate-Tee die alternative Bezeichnung Jesuiten-Tee eingebracht. Eine Kultivierung der Pflanze gibt es jedoch erst seit dem ausgehenden 19. beziehungsweise dem beginnenden 20. Jahrhundert. Dennoch stammt bis heute gut die Hälfte des Mate-Tees im Handel von wild wachsenden Matebäumen.

Die Mate-Ernte

Die Ernte von Mate erfolgt im Winter. Er wird in Südamerika eher als Regenzeit bezeichnet. Sie beginnt im Mai und endet im September beziehungsweise Oktober. Üblich ist, dass die Blätter mit Stengel oder con palo geerntet werden. Seltener ist Yerba-Mate-Tee sin palo, also ohne Stengel. Bevorzugt werden bei der Ernte von den immergrünen Bäumen die kräftigen Blätter des vorletzten Jahres.

Verschiedene Herstellungsverfahren

Damit aus den Blättern Yerba-Mate-Tee werden kann, müssen sie verarbeitet werden. Im Verlauf dieses Prozesses schrumpft das Rohmaterial um rund 70 %, bis nur noch eine Restfeuchte von etwa 5 bis 8 % vorhanden ist. Unterschieden werden können bei der Herstellung 4 verschiedenen Verfahren, die zu jeweils einer eigenen Stilrichtung führen:

Gerösteter Mate-Tee

Eine weit verbreitete Art der Herstellung von Yerba-Mate-Tee ist, die Blätter sowie, falls vorhanden, auch die Stiele und zuweilen einige kleinere Äste über dem offenen Feuer zu rösten. Diese Phase wird Sapecado genannt. Sie sollte innerhalb eines Tages nach der Ernte geschehen. Beim Rösten werden die Enzyme in den Blättern deaktiviert und eine weitere Fermentation verhindert. Außerdem karamellisieren die Zuckeranteile in den Blättern, was sich natürlich geschmacklich auswirkt. Traditionell findet das Rösten in einer Drahttrommel statt, die gleichmäßig über den Flammen gedreht wird. In der modernen Produktion kommen jedoch neben den Draht-Modellen immer häufiger Röster zum Einsatz, die ein kontrollierteres Rösten erlauben.

Von der Sapecado geht es zur Trocknungsphase. Sie findet in Heißluft-Räumen bei Temperaturen von 80 bis 110 °C statt und dauert zwischen etwa 2 und 24 Stunden. Danach müssen die Blätter einige Monate reifen, bis sie fein zerkleinert werden können. Es ist ein würziger Tee mit intensivem Geschmack entstanden, der durch rauchige Aromen sowie durch süßliche Noten auffällt. Freunde von schwarzem Tee oder Kaffee neigen häufig eher zu dieser Variante des Mate-Tees.

Gerösteter Mate-Tee wird manchmal auch „Real Mate“, „Chá Mate“ oder „Yerba Mate tostada“ genannt.

Taragin oder grüner Yerba-Mate-Tee

Eine andere Methode, Yerba-Mate-Tee zu gewinnen, besteht darin, die Rohware zu Beginn des Herstellungsprozesses zu zerkleinern und dann bei einer Temperatur zwischen etwa 50 und 60 °C rund 30 Tage lang langsam zu trocknen. Die nur moderate Wärmezufuhr sorgt dafür, dass die Fermentation während dieser Zeit ungehindert stattfinden kann. Sie wird durch ein ca. 60-sekündiges, starkes Erhitzen bei mindestens 400 °C beendet. Daran schließt sich eine weitere Trocknungszeit an, bis die gewünschte Restfeuchte erreicht ist. Auch hier folgen eine mehrmonatige Reifung sowie eine weitere Zerkleinerung auf die Trocknung.

Geschmacklich zeigt sich der Taragin genannte luftgetrocknete, grüne Mate-Tee herb, etwas erdig mit leicht bitteren Noten. Zudem fällt er oft durch säuerliche, floral wirkende Akzente auf. Er spricht oft Menschen an, die sonst grünen Tee bevorzugen.

Gereifter Mate-Tee

Gereifter Yerba-Mate-Tee kann mit länger ausgebautem Wein verglichen werden. Er wird aus geröstetem Mate ebenso hergestellt wie aus grünem Yerba-Mate-Tee. Die zusätzliche Reifung kann bis zu 24 Monate dauern. Sie findet bei präzise kontrollieren Licht-, Feuchtigkeits- sowie Temperaturbedingungen statt. Das gibt dem Yerba-Mate die Möglichkeit, sich ideal zu entwickeln. Häufig wird er danach nochmals zerkleinert. Gereifter Mate-Tee behält die typischen Eigenschaften, die geröstete oder grüne Sorten ausmachen, gewinnt aber ein volleres, noch harmonischeres Aroma.

Yerba-Mate-Tee raw

Yerba-Mate-Tee raw schließlich ist eine kleine Rarität. Er wird nach der Zerkleinerung gefriergetrocknet. Dabei wird den schockgefrorenen Mate-Blättern in einem Niedrigtemperatur-Verfahren bis zu 99 % ihrer Flüssigkeit entzogen. Vitamine und Mineralstoffe werden von diesem Prozess jedoch kaum berührt. Auch bleiben alle Aromastoffe in ihrer ganzen Intensität erhalten. Daher zeigt sich die Raw-Variante des Mate-Tees mit einem besonders frischen, natürlichen Geschmack, der fruchtige, florale, süßliche sowie leicht herbe Komponenten miteinander vereint.

Was steckt in Yerba-Mate-Tee?

Mate-Tee ist ebenso wie Tee von der Teepflanze Camellia sinensis reich an phenolischen Verbindungen, vor allem Flavonoide und Gerbstoffe. Zu den auffälligsten Unterschieden allerdings gehört, das Yerba-Mate-Tee keine Catechine beziehungsweise Theaflavine enthält. Dafür weist er, anders als grüner und schwarzer Tee, hohe Konzentrationen an Chlorogensäure auf. Außerdem enthält er wie Kaffee Chinasäure und Kaffeesäure. Weitere wichtige Polyphenole sind Kaempferol, Quercetin und Rutin.

Dazu kommen die die Purin-Alkaloide oder Xanthine Koffein und Theobromin. Das Koffein in Yerba-Mate-Tee wird übrigens gelegentlich analog zu Teein als Matein bezeichnet. Theophyllin ist anders als in Kaffee und Tee nur in Spuren vorhanden. An den Xanthinen lässt sich sehr schön darstellen, dass der konkrete Gehalt im Mate-Tee sehr stark von der Verarbeitungsmethode abhängt. Beim Rösten beispielsweise verlieren die Blätter ca. 30 % ihres Koffeingehaltes, der unbehandelt 0,5 bis 2 % ihres Trockengewichts ausmacht. Dennoch kann der trinkfertige Mate-Tee mehr Koffein enthalten als Yerba-Mate von eigentlich koffeinreicheren frischen Blättern. Das liegt wahrscheinlich daran, dass beim Rösten und Trocknen die Zellstruktur aufgebrochen wird. Das begünstigt eine erhöhte Extraktion von Inhaltsstoffen (1).

Ebenfalls enthalten sind Chlorophyll und Saponine. Letztere sind für den markant bitteren Geschmack von Mate-Tee verantwortlich sowie dafür, dass sich beim Aufgießen mit heißem Wasser etwas Schaum an der Oberfläche bildet.

Der Gehalt an Mineralstoffen ist abhängig vom Boden, auf dem der Matebaum gedeiht, aber auch von Faktoren, die durch den Erntezeitpunkt bestimmt werden. Nachgewiesen wurden Aluminium, Chrom, Eisen, Kalium, Calcium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Nickel, Phosphor, Selen und Zink sowie der Mineralbaustein Natrium.

Abgerundet wird das Profil der Inhaltsstoffe von Mate-Tee durch verschiedene essentielle Aminosäuren sowie die Vitamine A, C und E sowie die Vertreter der B-Vitamine B1, B2, B3 und B5.

Können in Mate-Tee Zusatzstoffe enthalten sein?

Yerba-Mate-Tee wird rein, aber auch mit zahlreichen Zusatzstoffen angeboten. In Argentinien beispielsweise werden gerne Mischungen unter anderem mit Melisse und Minze getrunken. Häufig sind auch Kombinationen aus Mate und Guarana im Angebot. Ferner sind Zusätze mit getrockneten Früchten oder Blüten beliebt. All das kann interessante Kompositionen vor allem für diejenigen ergeben, die Mate-Tee genießen wollen, aber den bitteren Geschmack pur nicht mögen. Selbstverständlich sollte in der Zutatenliste der Bestandteil „Aroma“ fehlen.

Ein gewisses Problem auch bei reinem Mate-Tee sind Fremdstoffe. Damit gemeint sind Bestandteile anderer Ilex-Arten. Bei der Ernte von wilden Bäumen im Urwald kann es versehentlich geschehen, dass Blätter unter anderem von Ilex brevicuspis, Ilex dumosa oder Ilex argentina mitgeerntet werden. Manchmal werden aber sie aber auch absichtlich als Füllstoff beigemengt.

Welche möglichen Wirkungen von Mate-Tee sind bekannt?

Im Vergleich mit der Forschungslage zu Tee von der Teepflanze Camellia sinensis und Kaffee, ist die Wissenschaft deutlich später auf Mate und seine möglichen Gesundheits-Wirkungen aufmerksam geworden. Die meisten Studien, die es inzwischen zu diesem Thema gibt, sind nach der Jahrtausendwende verfasst worden. Sie heben im Wesentlichen die antioxidativen und gefäßerweiternden Eigenschaften der Inhaltsstoffe in Yerba-Mate-Tee hervor. Dazu kommen anti-mutagene Wirkungen und günstige Einflüsse auf die Blutfettwerte sowie potentielle Vorteile, die der Genuss von Mate-Tee im Rahmen einer Reduktionsdiät haben kann (2). Nach derzeitigem Forschungsstand gibt es in allen diesen Bereichen nur Hinweise auf mögliche Wirkungen. Studien, deren Aussagekraft belastbar ist, fehlen bisher jedoch.

Die antioxidative Wirkung von Mate-Tee

Ein Forscherteam aus Argentinien sowie aus Australien hat sich näher mit den im Yerba-Mate-Tee enthaltenen Antioxidantien beschäftigt (3). Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei auf Chlorogensäure und ihre Derivate sowie auf Kaffeesäure, Quercetin, Rutin und Kaempferol. Ihre Schlussfolgerung lautet, dass die Antioxidantien im Mate-Tee durchaus das Potential haben, der Alterung von Körperzellen entgegenzuwirken. Ferner kommt für die Wissenschaftler ein Einsatz von Mate-Extrakten als natürliches Konservierungsmittel in Lebensmitteln und Medikamenten infrage.

Einfluss von Yerba-Mate-Tee auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit

Auf mögliche herzschützende Effekte weist eine Untersuchung hin, die an der argentinischen Universidad Nacional de La Plata durchgeführt wurde (4). Sie konnte nachweisen, dass Mate-Extrakte Reperfusionsschäden abmildern können. Dabei handelt es sich um Schäden, die auftreten können, wenn die Durchblutung eines minderdurchbluteten Herzens (Ischämie) wiederhergestellt wird. Auch hier spielt, so die Wissenschaftler, die Verminderung oxidativer Schäden eine zentrale Rolle.

Mate-Tee gegen Typ-2-Diabetes

Forscher aus Brasilien haben 29 Typ-2-Diabetes- und Prädiabetes-Patienten zu einer 60-tägigen Untersuchung eingeladen (5). Die Probanden wurden in 3 Gruppen aufgeteilt. In der ersten gab es als einzige Therapiemaßnahme 3-mal täglich jeweils 330 ml Yerba-Mate-Tee. In der zweiten fand lediglich eine diätetische Intervention inform einer Ernährungsberatung ohne Tee-Vergabe statt. In der dritten schließlich bekamen die Teilnehmer zuzüglich zur Ernährungsberatung auch Mate-Tee. Im Ergebnis kam es in der Tee-Gruppe zu einer signifikanten Verringerung der Nüchternglukose-, glykierten Hämoglobin- sowie LDL-Cholesterin-Werten. In der Ernährungsberatungs-Tee-Gruppe sanken zusätzlich die Triglycerid-Werte und es traten Änderungen im Ernährungsverhalten auf. Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass Yerba-Mate-Tee bei Typ-2-Diabetes- und Prädiabetes-Patienten das Lipidprofil verbessern sowie die glykämische Kontrolle unterstützen kann.

Kann Yerba-Mate-Tee gegen Krebs vorbeugen?

US-amerikanische Wissenschaftler haben mögliche Krebs-vorbeugende Effekte unterschiedlicher Tees miteinander verglichen (6). Dabei konnten sie insbesondere bei Mate-Tee Effekte feststellen, die zur Verminderung von Zell- und Gewebeschäden führten. Außerdem hemmte der Tee die Aktivität bestimmter Enzyme, die bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielen.

Mate-Tee als Abnehmhilfe

Die meisten Studien, die auf mögliche Wirkungen von Yerba-Mate-Tee gegen Übergewicht eingehen, setzen in ihren Untersuchungen Extrakte in Tablettenform ein, die neben Mate-Extrakten auch andere Auszüge beispielsweise von Guarana, grünem Tee, schwarzem Tee, Spargel oder Kidneybohnen enthalten. Darunter befinden sich auch sehr zuverlässige Studien nach dem sogenannten Goldstandard, also randomisierte, doppelblinde sowie Placebo-kontrollierte klinische Studien (7). Sie zeigen zwar, dass sich diese Ergänzungen günstig auf den Index zur Verbesserung der Körperzusammensetzung auswirken können. Welchen Anteil jedoch die Mate-Extrakte daran haben, lässt sich nicht feststellen.

Eine der wenigen Untersuchungen, die sich in diesem Zusammenhang mit der ausschließlichen Einnahme von Yerba-Mate-Tee beschäftigt, stammt von der Universität Freiburg in der Schweiz (8). Das interessante Ergebnis dieser Studie war, dass zum Abnehmen statt heißem besser kalter Mate-Tee getrunken werden sollte. Dieser war eher in der Lage, Stoffwechselprozesse in Gang zu bringen sowie die Fettoxidation zu erhöhen. Gut geeignet ist auch grüner Tee zum abnehmen.

Sind Nebenwirkungen von Mate-Tee bekannt?

Derzeit gibt es keine wissenschaftliche Studie, die Nebenwirkungen von Yerba-Mate-Tee feststellt. Vieles spricht also dafür, dass der Konsum von Mate-Tee innerhalb der Unbedenklichkeit-Grenzen seiner Inhaltsstoffe für die meisten Menschen sicher ist. Ein gewisses Risiko besteht dennoch im hohen Koffeingehalt. Von ihm ist bekannt, dass er zu einem Gefühl der Unruhe sowie selbst in geringen Mengen zu später Stunde genossen, den Schlaf stören kann. Mehrere aktuelle Übersichtsstudien relativieren diese Risiken jedoch (9, 10). Sie kommen zu dem Schluss, dass bei einem moderaten Konsum kaum offensichtliche Nebenwirkungen zu befürchten sind. Dabei ordnen sie jedoch Effekte wie eine Beeinträchtigung des Schlafs nicht den Nebenwirkungen zu. Schließlich handelt es sich hier um eine Wirkung, die zu einem anderen Zeitpunkt des Tages erwünscht ist.

Als Grenzwerte gelten die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vertretenen Unbedenklichkeits-Mengen (11). Sie betragen für Erwachsene 400 mg Koffein über den Tag verteilt, für Schwangere sowie stillende Frauen 200 mg sowie für Kinder und Jugendliche 3 mg je Kilogramm Körpergewicht.

Fragen und Antworten

Sind bei einer Überdosierung Nebenwirkungen zu befürchten?

Insbesondere bei Yerba-Mate-Tee kann es sehr leicht zu einer Überdosierung von Koffein kommen. Für die traditionelle Zubereitung wird sehr viel Tee verwendet. So kann es zu Konzentration von bis zu 500 mg Koffein in einer Kalebasse kommen. Diese Menge kann bei vielen Menschen schon Beschwerden wie innere Unruhe, Unwohlsein und sogar Angststörungen auslösen. Selbst Krämpfe, Durchfall und Erbrechen sind möglich.

Kann eine längerfristige Einnahme zu Gesundheitsrisiken führen?

Tatsächlich steht der regelmäßige Konsum von Mate-Tee im Verdacht, mit einem erhöhten Krebsrisiko vor allem in Blase, Lunge und Speiseröhre einherzugehen. Das trifft insbesondere auf Yerba-Mate-Tee zu, der über offenem Feuer geröstet wurde. Dabei kann es zu erhöhten Konzentrationen von krebserregenden PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen) kommen, zu denen auch Benzo(a)pyrenen zählen (12). Um dabei jedoch Grenzwerte zu überschreiten, müsste neben einem regelmäßigen auch ein sehr hoher Konsum erfolgen. Außerdem sind grüne Mate-Tees davon nicht betroffen.

Sind Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich?

Mögliche Wechselwirkungen von Yerba-Mate-Tee mit Medikamenten hängen im Wesentlichen mit dem Koffeingehalt sowie mit den Gerbstoff-Bestandteilen des Tees zusammen. Das Koffein kann unter anderem zu Wechselwirkungen mit Antidepressiva, Beruhigungsmitteln und anregenden Arzneimitteln sowie mit Blutgerinnungshemmern führen. Des Weiteren kann es die Wirkung von Antibiotika und verschiedener Antidepressiva, Neuroleptika sowie Antihistaminika beeinflussen. Die Gerbstoffe auf der anderen Seite können allgemein die Aufnahme von Arzneistoffen durch den Organismus hemmen. Daher sollten Medikamente grundsätzlich nicht gemeinsam mit dem Genuss von Mate-Tee eingenommen werden. Sollten Unsicherheiten bestehen, ist es in jedem Fall besser, den Arzt nach möglichen Wechselwirkungen zu befragen.

Gibt es Wechselbeziehungen mit Alkohol oder Cannabis?

Die Wirkung von Mate-Tee steht in einem gewissen Widerspruch zu der von Alkohol oder Cannabis. Das kann zur Folge haben, dass Rauschzustände unterschätzt und über die Verträglichkeitsgrenze hinaus Drogen zugeführt werden. Außerdem gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Alkoholkonsum und/oder Rauchen bei einem gemeinsamen Genuss von Yerba-Mate-Tee Krebsrisiken weiter steigern können.

Besteht durch den erhöhten Koffeingehalt im Yerba-Mate-Tee ein Abhängigkeitsrisiko?

Yerba-Mate-Tee zählt zu den Getränken mit einem besonders hohen Gehalt an Koffein. Der kann zwar je nach Sorte, Verarbeitung und Art der Zubereitung stark schwanken, liegt aber mit etwa 80 mg pro 150 ml normal aufgebrühtem Mate-Tee in einem ähnlichen Bereich, in dem sich auch die gleiche Menge an Filterkaffee befindet. Bei der traditionellen Zubereitung von Yerba-Mate-Tee in der Kalebasse können allerdings bedeutend höhere Konzentrationen von bis zu 500 mg Koffein zusammenkommen. Das liegt deutlich über den von der EFSA als unbedenklich eingestuften Mengen. Damit steigt auch das Risiko, dass sich bei einem regelmäßigen Konsum von Yerba-Mate-Tee aus der Kalebasse eine Coffeinismus genannte Abhängigkeit entwickelt. Schlaf-, Konzentrations- und Angststörungen, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen sowie ein dauerhaft erhöhter Blutdruck und Puls könnten darauf hinweisen. Des Weiteren können Entzugserscheinungen mit ähnlichen Symptomen plus einem starken Verlangen nach dem Suchtmittel auftreten, falls abrupt auf Koffein verzichtet wird.

Wer sollte vor dem Konsum von Mate-Tee den Arzt aufsuchen?

Menschen, die an Herz-Kreislauf-, Margen-, Darm- oder Nierenerkrankungen leiden, sollten ebenso wie Hämophilie-Patienten ihren Arzt besonders zu einem geplanten Konsum von Yerba-Mate-Tee befragen. Ansonsten sollte das Ess- und Trinkverhalten Thema bei jedem Arztbesuch sein.

Wer sollte komplett auf Mate-Tee verzichten?

Yerba-Mate-Tee ist immer dann zu meiden, wenn es zu unerwarteten Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten oder anderen unerwünschten Begleiterscheinungen kommt. Je nach Schwere der Symptome sollte zudem zeitnah ein Arztbesuch erfolgen.

Wer bietet Mate-Tee an?

Die meisten Supermärkte, Drogerien und Reformhäuser haben Yerba-Mate-Tee im Angebot. Auch viele Discounter, Apotheken, Bioläden und Eine-Welt- beziehungsweise Weltläden führen mittlerweile Mate-Tee. Das gilt selbstverständlich ebenfalls für spezialisierte Teeläden. Bis auf wenige Ausnahmen jedoch wird die Auswahl vor Ort kaum mehr als eine Handvoll Sorten umfassen. Onlineshops dagegen bieten in der Regel ein umfangreicheres Sortiment. Einige haben weit über 100 verschiedene Mate-Tees im Programm.

Wie wird Yerba-Mate-Tee dosiert und zubereitet?

Um Yerba-Mate-Tee so zubereiten zu können wie in Südamerika, ist etwas Zubehör erforderlich. Dazu gehört ein spezieller Mate-Becher, die bereits erwähnte Kalebasse. Außerdem wird eine sogenannte Bombilla benötigt. Dabei handelt es sich um einen Trinkhalm, der in der Regel aus Edelstahl besteht. An seinem Ende befindet sich ein Sieb, welches verhindert, dass Mate-Blätter in den Halm gelangen können.

  1. Die Kalebasse wird etwa bis zur Hälfte mit Yerba-Mate-Tee gefüllt.
  2. Danach wird die Kalebasse mit der Handfläche abgedeckt, gedreht und geschüttelt.
  3. Jetzt wird die Kalebasse so in einem Winkel gehalten, dass sich der Mate-Tee auf einer Seite sammelt, ohne aus dem Gefäß zu fallen. Durch das Schütteln befinden sich die gröbsten Partikel auf der Oberseite. Das verbessert später die Filterfunktion der Bombilla.
  4. In den Leerraum wird eine kleine Menge 70 bis 80 °C heißes Wasser idealerweise aus einer Thermoskanne gegossen. Der Becher verbleibt in seiner abgeschrägten Position.
  5. Nach 60 bis 90 Sekunden sollte der Yerba-Mate im unteren Drittel der Kalebasse aufgequollen sein. Das ist der Moment, in dem die Bombilla dazugegeben wird. Sie wird so in die freie Seite der Kalebasse gesteckt, dass das Sieb den aufgequollenen Tee etwas anhebt. Dabei sollte unbedingt der obere Teil mit dem Daumen luftdicht abgedeckt werden.
  6. Sobald die Bombilla ihre Position in der Kalebasse gefunden hat, darf sie nicht mehr bewegt werden.
  7. Die Kalebasse hingegen kann abgestellt und auf der Seite der Bombilla mit Wasser aus der Thermoskanne aufgefüllt werden. Die oberste Schicht Mate-Tee soll dabei trocken bleiben. Jetzt ist der Yerba-Mate-Tee trinkbereit.
  8. Sobald die Bombilla beim Saugen Geräusche von sich gibt, ist es Zeit, Wasser nachzugießen. Das kann so häufig wiederholt werden, bis der Mate-Tee beim Nachschenken keine Blasen mehr bildet.

Wem dieses Ritual jedoch zu aufwändig ist, kann Mate-Tee auch wie gewöhnlichen Tee zubereiten. Dazu kommt je Tasse ein gehäufter Teelöffel Yerba-Mate-Tee in eine Kanne. Darüber wird die benötigte Menge an 70 bis 80 °C heißem Wasser gegossen. Die Ziehzeit bei geschlossenem Deckel beträgt etwa 5 Minuten. Nun kann der Mate-Tee eingeschenkt werden. Auch bei dieser Methode ist es möglich, 3- bis 4-mal neu aufzugießen.

Nach welcher Zeit wirkt Mate-Tee?

Der am zuverlässigsten wirkende Inhaltsstoff in Yerba-Mate-Tee ist Koffein. Seine aufmunternde, anregende Wirkung wird vor allem durch das ebenfalls enthaltene Theobromin ergänzt. Die typischen Koffein-Effekte können abhängig von Person, Verfassung sowie Koffein-Toleranz kurz nach dem Genuss von Mate-Tee oder auch deutlich später beziehungsweise erst nach einer fortgesetzten Einnahme eintreten.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Kenntnisstand zu möglichen Gesundheitswirkungen von Mate-Tee lediglich um Hinweise. Sie treten nicht zwingend ein. Auch spielen hier zahlreiche individuelle Faktoren eine Rolle. Sollte also selbst eine regelmäßige Einnahme von Yerba-Mate-Tee mit keinerlei Gesundheits-Effekten verbunden sein, ist das kein Anlass zur Sorge. Falls der Mate-Tee indes zur Unterstützung einer Abnehmdiät verwendet wird und keine Verminderung des Gewichts erreicht wird oder sogar eine Gewichtszunahme stattfindet, sollte der Diätplan sowie seine Einhaltung überprüft werden.

Ist Mate-Tee für Kinder und Jugendliche geeignet?

Bei koffeinhaltigen Getränken stellt sich immer wieder die Frage, ob sie auch für Kinder und Jugendliche geeignet sind. Nach Auffassung der EFSA ist für sie, falls keine anderen Gründe dagegen sprechen, eine Menge von 3 mg je Kilogramm Körpergewicht und Tag unbedenklich. Für ein 10-jähriges Kind, das 38 kg wiegt, sind das 114 mg. Das entspricht etwas mehr als einer kleinen Tasse Mate-Tee. Selbstverständlich ist es eine individuelle Entscheidung, ob Kindern dieser Konsum erlaubt wird oder nicht. Auch wenn negative Begleiterscheinungen wie Konzentrations- oder Einschlaf-Probleme auftreten, ist es besser, auf den Mate-Tee ganz zu verzichten. Bei gravierenden Nebenwirkungen sollte zudem ein Arzt aufgesucht werden.

Traditionell zubereiteter Yerba-Mate-Tee ist dagegen für Kinder und Jugendliche überhaupt nicht empfehlenswert. In Argentinien macht zwar die Kalebasse selbst während des Unterrichts die Runde. Der Koffeingehalt bei dieser Darreichungsform liegt jedoch weit über dem, was als unbedenklich eingestuft wird.

Was kostet Yerba-Mate-Tee?

Meistens wird Yerba-Mate-Tee in größeren Verpackungen mit 250 bis 1.000 g Inhalt angeboten. Hier beginnen die Kilopreise bei unter 8 Euro. Hochwertiger Mate-Tee in Bio-Qualität ist ab etwa 13 Euro je Kilogramm erhältlich. Unter anderem besonders lange gereifte Mate-Tees können bei über 25 Euro das Kilogramm liegen. Auch die Kilopreise von Mate-Tee in kleineren 50- bis 100-g-Packungen sind mit 20 bis über 40 Euro üblicherweise höher als die von Mate in größeren Gebinden.

Dazu kommt für diejenigen, die ihren Yerba-Mate-Tee stilecht genießen wollen, eine weitere Ausgabe für das notwendige Zubehör. Hier muss für ein Set aus Mate-Kalebasse und Edelstahl-Bombilla mit Preisen ab ca. 20 Euro gerechnet werden.

Auf welche Kriterien ist beim Kauf von Mate-Tee zu achten?

Zunächst einmal geht es vor dem Kauf darum, ob es ein gerösteter, grüner, gereifter oder raw Yerba-Mate-Tee sein soll. Wichtig ist auch zu entscheiden, ob er Stiele oder nur die Blätter enthalten soll. Letzteres ist ebenso wie eine sehr fein gemahlene oder pulverisierte Mate-Sorte eher etwas für erfahrene Mate-Trinker. Zum Kennenlernen ist der Umgang mit Mate-Tees, die auch Stiele enthalten, leichter.

Ein Problem beim Yerba-Mate-Tee ist überdies der oft sehr hohe Gehalt an Schadstoffen. Die renommierte Zeitschrift Öko-Test berichtet in ihrer Ausgabe 2/2017 davon, dass 10 von 14 getesteten Mate-Tees eigentlich gar nicht hätten in den Handel gelangen dürfen. In ihnen wurden unzulässig hohe Mengen an Anthrachinon gefunden. Daher ist es gerade bei Yerba-Mate-Tee empfehlenswert, auf Angebote zu achten, die das Bio-Siegel nach der EG-Öko-Verordnung tragen.

Wie wird Mate-Tee gelagert und wie lange ist er haltbar?

Mate-Tee sollte an einem kühlen, trockenen und dunklen sowie geruchsneutralen Ort gelagert werden. Ist die Packung angebrochen, kommt am besten in eine gut verschließbare Teedose. Bei idealen Bedingungen ist er bis zu 24 Monate haltbar, ohne gravierend an Aromen zu verlieren.

Aber auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums können Yerba-Mate-Tees meist problemlos getrunken werden. Bei einer optimalen Lagerung bieten sie nämlich weder Pilzen noch Bakterien ein geeignetes Umfeld, in dem sie sich vermehren können. Das ändert sich natürlich schlagartig, wenn Verunreinigungen auftreten. Wird der Tee feucht oder gelangen fetthaltige Küchen-Dämpfe an die Blätter, ist Yerba-Mate-Tee schon nach kurzer Zeit nicht mehr genießbar.

Welche Alternativen gibt es zum Yerba-Mate-Tee?

Yerba-Mate-Tee hat einen sehr eigenen, bitteren Geschmack. Wem das nicht zusagt, kann statt geröstetem Mate-Tee schwarzen Tee oder Kaffee wählen und anstelle von grünem Mate auf grünen oder Weißen Tee ausweichen. Auch Mate-Mischungen mit Kräutern, getrockneten Blüten oder Früchten können ihm die Bitterkeit nehmen und dazu noch den Koffeingehalt reduzieren. Ganz ohne Koffein dagegen kommen reine Früchte- und Kräutertees aus. Auch der beliebte Genmaicha Tee könnte eine Alternative darstellen.

Mate-Tee Fazit

Yerba-Mate-Tee ist gewiss eine attraktive Alternative zu schwarzem und zu grünem Tee sowie zu Kaffee. Geschmacklich liegt er eher bei den unterschiedlichen Teesorten, steht als Muntermacher aber auf einer Stufe mit dem Kaffee. Das allerdings auf sanftere Weise. Insbesondere aus der Kalebasse hat der Genuss sogar einen kleinen Event-Charakter. Für Abwechslung sorgen nicht nur zahlreiche verschiedene Varianten an reinem Mate-Tee, sondern auch ein vielfältiges Angebot an Tee-Mischungen. Zudem ist Yerba-Mate selbst in sehr guter Qualität ausgesprochen preiswert.

Manche Menschen jedoch mögen den manchmal deutlich bitteren Geschmack nicht. Auch ist die traditionelle Zubereitung etwas aufwändig und in Büros außerhalb Südamerikas vielleicht nicht ganz angemessen. Ferner spricht das erhöhte Krebsrisiko beim starken Konsum gerösteter Sorten gegen Yerba-Mate-Tee. Zudem schließlich kann Mate-Tee einen erheblichen Koffeingehalt aufweisen und ist manchmal stark mit Schadstoffen belastet.

Quellen

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(5) Klein, Graziela A., et al., Mate Tea (Ilex paraguariensis) Improves Glycemic and Lipid Profiles of Type 2 Diabetes and Pre-Diabetes Individuals: A Pilot Study, Journal of the American College of Nutrition 30(5), 2011, S. 320 – 332
(6) Ramirez-Mares, Marco Vinicio, et al., In vitro chemopreventive activity of Camellia sinensis, Ilex paraguariensis and Ardisia compressa tea extracts and selected polyphenols, Mutation Research 554(1-2), 2004, S. 53 – 65
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